<p>Brent notiert mit rund 70 Dollar je Barrel erstmals wieder unter dem Niveau vor dem Iran-Krieg. WTI liegt bei rund 67 Dollar. Nach der Wiedereröffnung des Terminals Ras Tanura hat Saudi-Arabien seine Ölexporte bereits auf rund 90 % des Vorkriegsniveaus gesteigert.</p> <p>Die Vereinigten Arabischen Emirate exportieren inzwischen wieder mehr als 3,9 Mio. Barrel pro Tag. Laut US-Schätzungen fließen inzwischen wieder über 10 Mio. Barrel täglich durch die Straße von Hormus. Wir müssen differenzieren:</p> <p>Während viele Notfallmaßnahmen aus der Kriegszeit, etwa strategische Reservefreigaben und die schwache chinesische Nachfrage, noch bestehen, kehren gleichzeitig die regulären Exporte zurück. Dadurch entsteht kurzfristig ein Angebotsüberschuss. Aber:</p> <p>Eine Erholung der chinesischen Nachfrage ist im Jahresverlauf anzunehmen. Dazu kommt, dass Staaten ihre während des Krieges geleerten Ölreserven wieder auffüllen müssen. Die US-Lagerbestände außerhalb der strategischen Reserve sind auf den niedrigsten Stand seit März 2025 gefallen und sinken seit zwölf Wochen kontinuierlich.</p> <p>Somit sollte der Ölpreis demnächst seinen Boden finden. </p> <p> </p> <p> </p>
<p>Berenberg erwartet, dass die operative Entwicklung von BP im zweiten Quartal durch eine robuste Nachfrage im Rafinerie-Geschäft gestützt wird. Wegen der sinkenden Ölpreise senkte das Research-Haus aber seine Gewinnprognosen für die Jahre 2026 und 2027 um 3,5 bzw. 5,5 %. Berenberg reduzierte zudem das Kursziel von 7 auf 5,90 Pfund und beließ die Kaufempfehlung für die BP-Aktie unverändert.</p>
<p>Wir tätigen eine Aufstockung der Position bei Technip Energies. Hintergrund: </p> <p>Die Angriffe auf LNG-Anlagen in Katar führten zu vorübergehenden Baustopps und operativen Einschränkungen. Technip aktivierte Krisenpläne, Projekte laufen inzwischen schrittweise wieder an.</p> <p>Rund 500 bis 600 Mio. € Umsatz verschieben sich voraussichtlich auf die Zeit nach 2026, sofern sich die Lage bis Ende des zweiten Quartals normalisiert. Das ist passiert. </p> <p>Das Management erwartet kaum Auswirkungen auf die Projektmargen, da Verträge Kostenübernahmen und Ausgleichszahlungen vorsehen. Die Auftragslage bleibt außergewöhnlich stark</p> <p>Nach einem Rekordauftragseingang von über 6 Mrd. € im ersten Quartal liegt der Auftragsbestand bereits über 20 Mrd. €. Mit den erwarteten Großaufträgen für Commonwealth LNG (USA) und Coral Norte FLNG (Mosambik) dürfte der Backlog bald auf rund 24 Mrd. € steigen. Das Wachstum kommt inzwischen zunehmend aus Nordamerika und Afrika und nicht mehr allein aus dem Nahen Osten.</p> <p>2027 könnte deutlich stärker werden als erwartet. Im Projektgeschäft dürfte bereits heute rund 7,5 Mrd. € Umsatz für 2027 im Auftragsbestand abgesichert sein. Der Bloomberg-Konsens rechnet bislang jedoch nur mit 7,1 Mrd. € Umsatz. Hinzu kommen mögliche neue Aufträge im zweiten Halbjahr, nachgeholte Arbeiten aus 2026 sowie zusätzliche Wiederaufbauprojekte im Nahen Osten.</p> <p>Wir stocken die Position Technip Energies (ISIN: NL0014559478; 32,96 €) um 800 Aktien um 14.00 Uhr heute auf. Zielrichtung 45 € auf 18 Monate. </p>
02-Juli 11:57
Bernecker daily: Europas Investmentbanken profitieren vom M&A-Boom - deutsches Institut im Fokus
<p>Die europäischen Investmentbanken dürften ein starkes zweites Quartal vorlegen. Nach Daten von Dealogic stiegen die Erlöse aus Aktienemissionen (ECM) im Jahresvergleich um 89 %, das Anleihegeschäft (DCM) legte um 22 % zu und das M&A-Geschäft wuchs um 10 %. Besonders erfreulich: Das Volumen bereits angekündigter Übernahmen liegt sogar 62 % über dem Vorjahresniveau und signalisiert eine anhaltend hohe Transaktionsaktivität für die zweite Jahreshälfte.</p> <p>Vor diesem Hintergrund sehen Analysten von Morgan Stenlye insbesondere Deutsche Bank und Barclays gut positioniert. Bei der Deutschen Bank wird mit einer positiven Umsatzüberraschung sowie einem Aktienrückkaufprogramm von rund 500 Mio. Euro gerechnet. Zudem trauen Analysten dem Institut zu, sein Renditeziel von über 13 % ROTE zu erreichen, während die Bewertung mit lediglich 6,5-fachen erwarteten Gewinnen für 2028 weiterhin als attraktiv gilt.</p> <p>Auch UBS dürfte von einem starken Handelsgeschäft profitieren und voraussichtlich ein Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. US-Dollar ankündigen. Aufgrund der bereits anspruchsvollen Bewertung sowie regulatorischer und rechtlicher Unsicherheiten bleibt die Aktie jedoch weniger attraktiv eingeschätzt.</p> <p>Dagegen wird Julius Baer weiterhin kritisch gesehen, da trotz steigender verwalteter Vermögen die Nettozuflüsse voraussichtlich schwach bleiben. Insgesamt spricht das Umfeld mit einer lebhaften Kapitalmarktaktivität, sinkender geopolitischer Unsicherheit und einer anziehenden Investitionsdynamik für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung europäischer Investmentbanken.</p> <p>Die Deutsche Bank bleibt damit ein Kaufkandidat.</p>
<p>Der Europäische Gerichtshof hat die EU-Wettbewerbsstrafe gegen GOOGLE im Android-Verfahren endgültig bestätigt. Damit muss der Tech-Konzern eine Milliardenbuße wegen illegaler Marktpraktiken zahlen. Genauer: Satte 4,1 Mrd. Euro! Nach Meinung der Richter hatte GOOGLE Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale Beschränkungen auferlegt, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu stärken. Bei den Einschränkungen geht es um vorinstallierte Apps auf Android-Handys. Hersteller, die auf Android-Geräten GOOGLE-Dienste einbinden wollten, mussten immer gleich ein ganzes Paket aus GOOGLE-Apps installieren, darunter den Browser Chrome und die GOOGLE-Suche.</p> <p>Ursprünglich war die Strafe der EU-Kommission aber sogar noch höher gewesen. Die EU-Kommission, die für die Einhaltung von Wettbewerbsregeln in der EU zuständig ist, sah darin einen Verstoß und verhängte 2018 ein Bußgeld in Höhe von 4,3 Mrd. Euro. Das ist die bislang höchste Wettbewerbsstrafe, die die Kommission verhängt hat. Aus ihrer Sicht stellte GOOGLE durch die Kopplungspraktik sicher, dass seine Suchmaschine und der Chrome-Browser auf nahezu allen Android-Geräten vorinstalliert waren. Kritisiert wurde überdies eine Vereinbarung, nach der Anbieter von Geräten mit GOOGLE-Diensten keine Smartphones mit alternativen, nicht von GOOGLE genehmigten Android-Versionen verkaufen durften.</p> <p>Das Unternehmen änderte zwischenzeitlich die Geschäftspraktiken, klagte aber gegen die Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter. Doch als Erfolg kann nur der Nachlass von 200 Mio. Euro in erster Instanz verbucht werden. Nach einem Einspruch von GOOGLE und dem Mutterkonzern ALPHABET bestätigte der EuGH das Urteil nun endgültig. Die APHABET-Aktie leidet heute...</p> <p>Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a></p> <p>Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter <a href="http://www.bernecker.info">www.bernecker.info</a> im Abo oder im Einzelabruf!</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn an der Börse über den globalen Handelsboom und das Wirtschaftswachstum gesprochen wird, richtet sich der Blick meist auf die üblichen Verdächtigen: Tech-Giganten, Online-Marktplätze, Konsumgüterhersteller, Chip-Zulieferer oder E-Commerce-Plattformen. Doch dieser globale Warenstrom hat eine zweite, weniger offensichtliche Gewinnergruppe hervorgebracht. Sie produziert keine Konsumgüter, trainiert keine KI-Modelle und betreibt keine Serverfarmen. Sie bewegt das physische Fundament der Weltwirtschaft.</p> <p style="text-align: justify;">Denn der globale Handel ist nicht nur ein digitales Phänomen, sondern vor allem auch ein Logistik- und Kapazitätsfresser. Routen müssen optimiert, Frachtkapazitäten gesichert, Lieferketten stabilisiert, Häfen ausgebaut und geopolitische Engpässe umschifft werden. Genau hier kommen die großen Reedereien ins Spiel. Sie betreiben die schwimmenden Lebensadern der Globalisierung, dirigieren gigantische Flotten, transportieren Millionen von Containern und bringen Produzenten mit den kapitalstarken Absatzmärkten zusammen. Welche Werte wir Ihnen empfehlen, erfahren Sie in der Termin-Börse daily (<a href="https://www.bernecker.info/tb-daily">KLICK HIER</a>).</p> <p style="text-align: justify;"> </p>
<p>An dieser Stelle informieren wir Sie über Transaktionen in den Portfolios von "Der Aktionärsbrief". Heute nehmen wir einen Neukauf im Allround-Portfolio vor:</p> <p>AXA vollzieht den charttechnischen Ausbruch. Aber auch fundamental läuft es gut. Wir gehen in der dieswöchigen Ausgabe detailliert auf Seite 4 darauf ein. So ist die Bewertung mit einem erwarteten KGV von 9,7 für 2027 und 9 für 2028 niedrig. Gleichzeitig bietet die Aktie eine geschätzte Dividendenrendite von 5,7 % für 2026 und 6,1 % für 2028. Operativ sprechen steigende Preise im Firmenkundengeschäft, stabilere XL-Sparten und starkes Wachstum bei Lebens- und Krankenversicherungen für weiter steigende Margen. Unser Kursziel von 58 € basiert auf der Erwartung, dass der Markt AXA in den nächsten 18 bis 24 Monaten wieder näher am Sektordurchschnitt mit einem KGV von etwa 12 bewertet. Konkret kaufen deshalb heute folgende Position: </p> <p>250 Stück AXA S.A., WKN 855705, ISIN FR0000120628</p> <p>Als Abrechnungskurs ziehen wir den Kurs von 11.20 Uhr an der Euronext Paris heran.</p> <p>Oliver Kantimm, Redaktion "Der Aktionärsbrief"</p>
<p>Für AstraZeneca rücken in den kommenden Wochen (Juli/August) zwei zentrale klinische Meilensteine in den Fokus. Es werden die Ergebnisse der AVANZAR-Studie im Onkologiebereich erwartet, zudem folgen die zulassungsrelevanten Phase-III-Daten der CARDIO-TTRansform-Studie folgen.</p> <p>Besonders hohe Bedeutung messen Branchenbeobachter dem Herzmedikament gegen ATTR-Amyloidose bei: Positive Daten könnten eine Marktchance von rund 5 Mrd. US-Dollar erschließen und AstraZeneca in einem bis 2030 auf rund 18 Mrd. US-Dollar geschätzten ATTR-Markt als führenden Anbieter etablieren. Gleichzeitig würde der Erfolg die langfristige Strategie im margenstarken Kardiometabolik-Geschäft untermauern.</p> <p>In Kombination mit den Fortschritten in der Onkologie stehen mehrere kurzfristige Kurstreiber bevor, die das Wachstumspotenzial von AstraZeneca über das Jahr 2030 hinaus zusätzlich absichern könnten. In der Actien-Börse 22/2026 hatten wir die Aktie zum Kauf empfohlen. Dabei bleibt es.</p> <p> </p>
02-Juli 09:29
AB-Depotwert Adyen baut Ökosystem aus – Stablecoins und KI eröffnen neue Wachstumstreiber
<p>Adyen treibt die Transformation vom klassischen Zahlungsabwickler zur umfassenden Commerce-Plattform weiter voran. Mit dem Beitritt zum internationalen Konsortium Open Standard gehört das niederländische Fintech zu den Gründungsmitgliedern eines Netzwerks von rund 140 Unternehmen, das mit Open USD (OUSD) einen neuen Stablecoin für den globalen Zahlungsverkehr etablieren will. Ziel ist es, grenzüberschreitende Zahlungen schneller, kostengünstiger und programmierbar abzuwickeln. Zu den Partnern zählen unter anderem Visa, Mastercard, American Express, Stripe und Checkout.com – ein starkes Signal für die wachsende Akzeptanz blockchainbasierter Zahlungslösungen im institutionellen Umfeld.</p> <p>Parallel positioniert sich Adyen frühzeitig im Zukunftsmarkt des KI-gestützten Handels. Mit Adyen Agentic wurde im Juni eine modulare API-Plattform vorgestellt, die Händlern den Verkauf über KI-basierte Commerce-Plattformen erleichtert. Die Lösung standardisiert Produktdaten, Warenkorb und Zahlungsabwicklung und wird bereits gemeinsam mit Partnern wie Visa, Mastercard, American Express und Salesforce ausgerollt. Damit adressiert Adyen einen Markt, in dem autonome KI-Agenten künftig eigenständig Einkäufe initiieren und bezahlen könnten.</p> <p>Auch strategisch entwickelt sich das Unternehmen weiter. Die Übernahmen von Talon.One und Orb wurden Anfang Juli abgeschlossen und erweitern das Angebot um Kundenbindungs-, Promotions- und Billing-Lösungen. Dadurch reduziert Adyen seine Abhängigkeit von klassischen Zahlungsgebühren und erschließt zusätzliche Erlösquellen mit höherem Wachstumspotenzial.</p> <p>Operativ bleibt die Dynamik hoch: Für das zweite Quartal erwarten Analysten ein Zahlungsvolumen von rund 409 Mrd. Euro (+22 %) sowie einen Umsatzanstieg von ebenfalls rund 22 % auf 680 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge dürfte mit etwa 51 % weiterhin auf außergewöhnlich hohem Niveau liegen. Damit unterstreicht Adyen seine Position als einer der strukturellen Gewinner der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs – mit zusätzlichen Wachstumschancen durch Stablecoins, KI-gestützten Handel und ein zunehmend breiteres Produktportfolio.<br /> <br /> </p>
<p>Die Deutsche Bank stuft die Aktie von "Hold" auf "Buy" hoch und erhöht das Kursziel von 45 auf 60 €. Das war zu erwarten. Ausschlaggebend ist die jüngste Entscheidung des US Supreme Court, die als wichtiger Schritt zur Eindämmung der Glyphosat-Risiken gewertet wird. Nach Einschätzung der Analysten steigen damit die Chancen, dass ein Vergleich Bestand hat und die Belastungen durch bestehende Rückstellungen begrenzt bleiben.</p> <p>Gleichzeitig verweisen sie auf attraktive Wachstumsperspektiven im Pharma- und Agrargeschäft sowie die im Branchenvergleich weiterhin günstige Bewertung. Im Bloomberg-Konsens empfehlen derzeit 16 Analysten die Aktie zum Kauf, 4 zum Halten und 1 zum Verkauf. Wir sind längst investiert und bleiben es. </p> <p>Volker Schulz </p> <p>Redaktionsleiter <a href="https://www.bernecker.info/">https://www.bernecker.info/</a></p>
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