Bernecker Newspilot
Informationen direkt aus unserer Redaktion
Catharina Nitsch
Redakteurin
Der Syngenta-Konzern hat offenbar (vertraulich) einen Antrag für einen Börsengang in Hongkong eingereicht. Das Unternehmen, das Saatgut sowie Pflanzenschutzmittel herstellt, erwägt wohl eine Emission im Volumen von rund 5 Mrd. $. Der Börsengang soll vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen im kommenden Jahr erfolgen. Er wäre eine der größten Notierungen in Hongkong seit mehreren Jahren. Unternehmen haben dort in diesem Jahr bereits Aktien im Wert von 47 Mrd. $ platziert – mehr als doppelt so viel wie im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Einzelheiten werden noch ausgearbeitet, sowohl der Zeitplan als auch das Volumen der Emission könnten sich daher noch ändern.
Syngenta hatte bereits 2021 einen Börsengang in Shanghai beantragt. Drei Jahre später zog das Unternehmen den Antrag mit Verweis auf die volatilen Märkte zurück. Anschließend rückte Hongkong als Börsenplatz in den Fokus. Zeitweise erwog Syngenta, bereits im Juni dieses Jahres einen Antrag auf Zulassung einzureichen. Doch die Märkte gerieten erneut unter Druck - der Krieg im Iran beeinträchtigte die Lieferketten und Preise in der Branche. Zugleich kam es zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze. Hengde Qin übernahm im August den Vorstandsvorsitz von Jeff Rowe, der als wichtiger Befürworter des Börsengangs galt. Das wird spannend.
Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / www.bernecker.info
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Volker Schulz
Redaktionsleiter
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Bernecker Team
Die Luftfahrtindustrie befindet sich in einer ungewöhnlichen Situation. Während andere zyklische Branchen darum kämpfen, ihre Fabriken auszulasten, könnten AIRBUS und seine Wettbewerber deutlich mehr Flugzeuge verkaufen, als sie derzeit produzieren können.
Das Problem der Branche liegt nicht auf der Nachfrage-, sondern auf der Angebotsseite. Triebwerke, Komponenten und teilweise auch qualifizierte Arbeitskräfte bleiben knapp. AIRBUS hat bis Ende August 475 Maschinen ausgeliefert, 9 % mehr als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr stehen aber weiterhin rund 870 Flugzeuge auf dem Plan. Das bedeutet: In den letzten vier Monaten müssten noch 395 Maschinen die Werke verlassen. Der Produktionshochlauf bleibt also anspruchsvoll.
Genau darin liegt aber auch die Investmentstory. Gelingt es den Herstellern, ihre Lieferketten weiter zu stabilisieren, müssen sie neue Kunden gar nicht erst suchen. Die Aufträge sind längst da. Steigende Stückzahlen verteilen die hohen Fixkosten auf mehr Flugzeuge und lassen deshalb die Gewinne überproportional wachsen. Anleger sollten allerdings auf die Bewertung achten. Manche Gewinner des Luftfahrtbooms sind bereits ausgesprochen teuer. Zwei Aktien bieten aus unserer Sicht noch ein vernünftiges Verhältnis zwischen Wachstum und Bewertung. Unsere beiden Picks und mehr Hintergrundwissen gibt es in der Termin-Börse daily (KLICK HIER).
Oliver Kantimm
Redakteur
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Markus Horntrich
Redakteur
Die Fed hat bei ihrer September-Sitzung ein unmissverständlich falkenhaftes Signal gesendet. Im Statement wurde der Hinweis gestrichen, wonach die Inflation teilweise auf Angebotsschocks zurückzuführen sei – Ausreden gibt es damit nicht mehr. Die neuen Projektionen zeigen trotz zweier Zinserhöhungen in diesem Jahr stärkeres Wachstum, höhere Inflation und eine niedrigere Arbeitslosenquote über den gesamten Prognosehorizont. Fed-Chef Warsh stellte klar: Die Arbeit ist nicht erledigt. Er betonte mehrfach die Stärke der US-Wirtschaft und die Aufgabe der Fed, ein Übergreifen von Rohstoffpreisschocks zu verhindern. Zwei weitere Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte im Oktober und Dezember bleiben damit laut Bank of America das Basisszenario.
Am Rentenmarkt führte die falkenhafte Zinserhöhung zu einer Verflachung der Kurve: Zweijährige US-Renditen schlossen rund 7 Basispunkte höher, 30-jährige rund 1 Basispunkt niedriger; unmittelbar nach dem FOMC waren es zeitweise +13 bzw. +5 Basispunkte. Solange die Fed ihre Politik nicht als restriktiv einstuft, dürfte sie weiter erhöhen. Das spricht für weitere Anstiege vor allem am kurzen Ende, während längere Laufzeiten moderater reagieren sollten.
Auch der Dollar profitierte: Gegenüber den G10-Währungen legte er 0,3 bis 1,0 % zu. Treiber waren höhere erwartete reale Leitzinsen für 2027 und die falkenhafte Pressekonferenz. Der DXY liegt dennoch rund 1 % unter dem Niveau vor der Juni-Sitzung. Die Fed und robuste US-Daten eröffnen dem Dollar laut Einschätzung der Bank of America wieder mehr Aufwärtspotenzial und dürften Debatten über eine Rückkehr des „Debasement Trade“ dämpfen. Zum Jahresende wird der Dollar von der BofA gegenüber den meisten G10-Währungen etwa auf aktuellem Niveau erwartet.
Der Aktienmarkt lässt sich heute nicht beeindrucken und startet die Gegenbewegung auf den bislang mauen September.
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Oliver Kantimm
Redakteur
Bis Mitte 2027 soll Agricultural Solutions börsenreif sein. Rund 80 % des Geschäfts sind bereits rechtlich verselbstständigt. BASF will zunächst nur einen Minderheitsanteil platzieren und Mehrheitsaktionär bleiben. Für die BASF-Aktie erhöht der Schritt die Bewertungstransparenz und kann bislang im Konzern versteckte Werte sichtbar machen. Garantiert ist ein höherer Gesamtwert aber nicht: Entscheidend sind IPO-Bewertung, Marktumfeld und ein möglicher Holdingabschlag. Agricultural Solutions wäre weniger vom klassischen Chemiezyklus abhängig, bleibt aber zyklisch über Agrarpreise, Farmer-Einkommen, Wetter und Regulierung. Das operative BASF-Geschäft außerhalb von Agricultural Solutions wäre dadurch stärker vom Industrie- und Chemiezyklus geprägt. Fazit: Der Börsengang kann Werte heben, ist aber kein Selbstläufer.
Dies ist ein Auszug aus unserem Brief „Der Aktionärsbrief“, Ausgabe 38.
Schlaglichter dieser Ausgabe:
KI-Angst drückt auf die Stimmung
BAYER auf der Zielgeraden
Spannender Wachstumsmarkt Weltraum
Lupe: Diese drei Wassertechnik-Spezialisten gehören ins Depot
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Oliver Kantimm
Redakteur
Georg Sures
Redakteur
Beim Bernecker Börsenkompass ordnen Experten der Rubrik Marktkommentar aktuelle Entwicklung und Ereignisse ein. Heute geht es in unserem Marktkommentar um die anstehende Zinsentscheidung der Fed. Der Markt rechnet mit einer Zinsanhebung der US-Notenbank, aber eine Überraschung ist nicht vollkommen ausgeschlossen.
Georg Sures, Redakteur Bernecker Börsenkompass
Die Analyse finden Sie unter diesem Link:
Eine Übersicht über die Artikel und Analysen des Bernecker Börsenkompass finden Sie hier: https://www.finanzen100.de/premium/bernecker-boersenkompass/analysen/
Markus Horntrich
Redakteur
Die KI-Hausse im Halbleitersektor bekommt laut Bank of America ein breiteres Fundament. Die Analysten heben ihre Prognose für den weltweiten Halbleitermarkt 2030 von 2,7 auf 3,2 Bio. $ an. Das entspricht 2026 bis 2030 einem Wachstum von 18 % p. a. statt bislang 14 %. Neben Rechenzentren ziehen nun Speicher, Auto und Industrie stärker mit.
Die größten Profiteure sind die Ausrüster: Die Prognose für den Markt für Wafer Fab Equipment (WFE) steigt für 2026 auf 156 Mrd. $ (+33 %) und für 2027 auf 210 Mrd. $ (+34 %). Bis 2030 könnten es knapp 360 Mrd. $ werden. Allein die Speicherinvestitionen sollen 2026/27 auf 61 bzw. 85 Mrd. $ springen. Bei DRAM erwartet BofA sogar +50 % auf 45 Mrd. $ 2026 und weitere 40 % 2027. Treiber sind HBM, Advanced DRAM und der nächste NAND-Ausbauzyklus.
ASML gehört damit für die Analysten zu den zentralen Favoriten. EUV profitiert überproportional von Sub-5-nm-Logik und fortschrittlichem DRAM. BofA kalkuliert bis 2030 mit 35 % EPS-Wachstum p. a. und rund 110 € Gewinn je Aktie. Auch ASM International erhält Rückenwind: Hier werden für 2030 etwa 70 € EPS bzw. 40 % CAGR erwartet. VAT und Comet profitieren ebenfalls von steigender WFE-Intensität.
Die zweite Überraschung kommt aus dem Automobilmarkt. Trotz schwacher Fahrzeugproduktion hebt die BofA die Halbleiterprognose für 2026 von 54 auf 60 Mrd. $ (+12 %) an. Software-defined Vehicles, ADAS und mehr Mikrocontroller erhöhen den Chipwert je Fahrzeug. Infineon und STMicroelectronics sind deshalb die bevorzugten europäischen Halbleiternamen der Bank. Gleichzeitig soll der Industriemarkt 2026 um 32 % auf 66 Mrd. $ wachsen. Smartphones und PCs bleiben dagegen mit jeweils -9 % die Schwachpunkte.
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