Bernecker Newspilot
Informationen direkt aus unserer Redaktion
Oliver Kantimm
Redakteur
Helmut Gellermann
Redakteur
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Bernecker Team
Gestern haben wir uns ganz bewusst gegen das spekulative Spiel im Tech-Sektor entschieden und den Fokus stattdessen auf relative Stärke im defensiven Segment gelegt. Ein Blick auf den jüngsten Kurszettel zeigt: Diese Strategie war zunächst goldrichtig, auch wenn der technologielastige Index Nasdaq 100 gestern kräftig zulegte.
Da sich das allgemeine Marktbild noch nicht nachhaltig aufgehellt hat und eine finale Kapitulation im Tech-Bereich nach wie vor aussteht, bleiben wir unserer vorsichtigen Linie treu. Wir nutzen die anhaltende Phase des „Einigelns“, um unsere Festung weiter auszubauen. Das smarte Geld zieht sich unverändert in diesen resistenten Bastionen zurück. Heute stellen wir Ihnen zwei weitere erstklassige Bluechips außerhalb des Tech-Sektors vor, die sich dem Abwärtsdruck der Indizes erfolgreich widersetzen, die beiden Unternehmen und weitere tägliche Empfehlungen bekommen Sie in der Termin-Börse daily (KLICK HIER).
Georg Sures
Redakteur
SpaceX nimmt heute an der Nasdaq den Börsenhandel auf. Der Börsengang wurde in bemerkenswertem Tempo durchgezogen. Der Ausgabepreis liegt bei 135 $ je Aktie, was das Unternehmen mit 1.770 Mrd. $ bewertet. Gleichzeitig fließen SpaceX 75 Mrd. $ frisches Kapital zu. Noch nie hat ein Unternehmen bereits beim Börsengang eine derart hohe Bewertung oder ein so großes Emissionsvolumen erreicht. Auf Derivateplattformen wird bereits gehandelt, als könnte die Aktie mehr als 30 % über dem Ausgabepreis eröffnen. Damit würde SpaceX auf Anhieb zum sechstgrößten börsennotierten Unternehmen der Welt aufsteigen – hinter Amazon, aber noch vor Broadcom. Überraschend ist das nicht: Der Markt kauft die Vision vom neuen Weltraumzeitalter und die Marke Elon Musk, trotz aller Zweifel über die wirtschaftlichen Risiken der Raumfahrt.
So futuristisch die Geschichte auch klingt – die Börsenpremiere von SpaceX erhält ausgerechnet von zwei sehr irdischen Entwicklungen Rückenwind. Nach den heftigen Verlusten der vergangenen Tage legten Halbleiterwerte gestern kräftig zu. Der US-Halbleiterindex sprang um 8 % nach oben und machte damit einen Teil der zuvor aufgelaufenen Verluste von 12,5 % wett. Der Nasdaq 100 gewann 3,3 % und drehte die Verluste der beiden vorherigen Handelstage ins Plus.
Unterstützt wurde die Erholung durch Äußerungen von Donald Trump. Der US-Präsident stellte erneut ein baldiges Friedensabkommen mit dem Iran in Aussicht, was der Markt dankend aufnahm. Die Reaktion aus Teheran fiel zurückhaltend aus. Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach Vizepräsident JD Vance am Wochenende in Europa eine Vereinbarung unterzeichnen könnte. Das würde rechtzeitig vor dem Beginn des G7-Gipfels am Montag in Évian für positive Schlagzeilen sorgen.
Zwei Marktindikatoren deuten darauf hin, dass Anleger diesmal tatsächlich auf eine Entspannung rund um die Straße von Hormus setzen. Der erste ist der Ölpreis: Brent-Rohöl fiel wieder unter 90 $ je Barrel. Der zweite sind Staatsanleihen, die von der Aussicht auf nachlassenden Inflationsdruck profitierten. Gleichzeitig haben Händler ihre Zinserwartungen angepasst: Die Mehrheit rechnet inzwischen nicht mehr mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank bis zum Jahresende.
Neben SpaceX, das die Schlagzeilen dominieren dürfte, stehen auch die nachbörslich veröffentlichten Quartalszahlen von Adobe im Fokus. Zwar hob das Unternehmen seine Prognosen an, konnte die Anleger aber nicht vollständig davon überzeugen, gegen die Disruptionen durch die KI immun zu sein. Insgesamt fielen die Ergebnisse dennoch beruhigend aus. Außerdem steht heute in den USA der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan an.
Sie möchten gerne jeden Morgen auf diese Art und Weise kurz und prägnant auf den neuesten Stand gebracht werden? Dann empfehle ich die kostenlose Bernecker App. Hier gehts zum Download: https://www.bernecker.info/app
Helmut Gellermann
Redakteur
Akzeptiert man den 24. Februar 2022 als Beginn des Ukrainekriegs, dauert diese Auseinandersetzung inzwischen länger als der „World War I“. Die Sinnlosigkeit von 1914 – 1918 endete nach 1568 Tagen. Diese Marke erreichte der anfänglich von Russland „spezielle militärische Operation“ genannte Krieg gestern, am 10. Juni. Zugleich war es im Irankrieg der 103. Tag.
Besteht jeweils Aussicht auf ein baldiges Kriegsende? Immerhin lassen Kursverläufe von Rüstungsaktien diese Deutung zu. Sie waren bisher bei konkreter Friedenserwartung abwärts gerichtet. In unserer Auswahl befinden sich fast alle Titel zurzeit in einem Abwärtstrend.
Helmut Gellermann
Börsianer lesen Bernecker Daily.
Helmut Gellermann
Redakteur
Mit Handtaschen, Rucksäcken etc. ist VERA BRADLEY vor allem in den USA bekannt geworden. Die Produkte sind im mittleren Preissegment angesiedelt - von "Luxus" kann nicht die Rede sein. Das entscheidende Asset ist hier eine erfrischende Unverwechselbarkeit, aber: Der Aktienkurs befindet sich seit 2011 im Rückwärtsgang.
Heute haben gute Q1-Zahlen für etwas neue Hoffnung gesorgt. Der Umsatz lag mit 55,7 Mio. $ immerhin 13 % über der Erwartung sowie 7,8 % über Vorjahr. Das Ergebnis wurde verbessert, es blieb aber bei einem Verlust von 0,09 $ je Aktie gegenüber - 0,33 $ laut Erwartung.
Für das laufende Fiskaljahr 2027 wird ein Umsatz zwischen 255 und 270 Mio. $ angesetzt. Mit dem Effizienzprogramm "Sunshine" soll das operative Ergebnis um mindestens 50 % ausgebaut werden. Der entscheidende Knackpunkt: Auf Sicht wird die Verlustzone noch nicht verlassen.
Dass die Aktie heute fast 5 % anzieht, ist ein beachtliches Lebenszeichen. Direkt kaufen muss man diesen Titel allerdings nicht, 95 Mrd. $ Börsenwert und KUV 0,35 wirken nicht magnetisch, solange in den bevorstehenden Quartalen noch mit Verlusten zu rechnen ist.
Helmut Gellermann
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Georg Sures
Redakteur
Evonik mit Wasserstoff-Innovation. Für die Wasserstoffproduktion mit Hilfe von Strom hat der Chemiekonzern Evonik eine neue Membran entwickelt, die die Produktionskosten deutlich senken soll. In einer Pilotanlage im Ruhrgebiet startete jüngst die kommerzielle Fertigung dieser Spezialmembran, wie Evonik gestern meldete. Zum Einsatz kommt die neue Membran bei der sogenannten AEM-Elektrolyse, bei der aus Wasser Wasserstoff gewonnen wird. Dank der Membran können bei der Produktion edelmetallfreie Materialien eingesetzt werden. Außerdem fällt ein zusätzlicher Kompressionsschritt weg. In der Summe könnten so die Investitionskosten um mindestens 25 % sinken, wie Evonik weiter ausführte.
Catharina Nitsch
Redakteurin
Offenbar plant ein Großaktionär die Übernahme des Modekonzerns. Genauer: Es ist FRASERS GROUP. FRASERS will im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 38 Euro je BOSS-Aktie bieten. Das Angebot gilt für alle Aktien, die Frasers nicht bereits besitzt. Zuletzt kam man nach eigenen Angaben auf einen direkten Anteil von gut 26 %. HUGO BOSS teilte mit, dass das Übernahmeangebot nicht mit der Gesellschaft abgestimmt sei. Nach Veröffentlichung der Angebotsunterlagen wollen Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot prüfen und eine begründete Stellungnahme abgeben. An der Börse kam das Ganze indes gut an - die HUGO BOSS-Aktie sprang zwischenzeitlich gut 8 % nach oben.
Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / www.bernecker.info
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Bernecker Team
Bei Kontron kommt es wie avisiert zu einem Pflichtangebot durch den Großaktionär Ennoconn. Hintergrund ist das laufende Aktienrückkaufprogramm von Kontron, durch das Ennoconn die Schwelle von 30 % der Stimmrechte passiv überschritten hat. Nach den gesetzlichen Vorgaben muss der taiwanische Technologiekonzern nun ein Übernahmeangebot über 23,50 Euro je Aktie in bar vorlegen. Das Angebot liegt lediglich 2,4 % über dem Schlusskurs vom 9. Juni und nur knapp über dem gesetzlichen Mindestpreis von 23,48 Euro.
Aus Sicht vieler Analysten spiegelt die Offerte den inneren Wert des Unternehmens jedoch nicht wider. Warburg Research sieht weiterhin ein Kursziel von 28,50 Euro und damit ein Aufwärtspotenzial von rund 21 %. Cantor liegt bei 34 Euro. Als Treiber gelten die bevorstehende Hochlaufphase großer Aufträge in den Bereichen Bahntechnik, Verteidigung und 5G-Kommunikation, die ab 2027 für eine deutliche Beschleunigung des Wachstums sorgen sollen.
Zusätzliche Unterstützung erhält diese Einschätzung durch Vorstandschef Hannes Niederhauser, der angekündigt hat, seinen Anteil von rund 2,2 % nicht anzudienen. Sprich: Das Management sieht den fairen Wert deutlich oberhalb des Angebotspreises.
Das Pflichtangebot sichert den Aktienkurs kurzfristig ab, eine hohe Annahmequote halten wir für wenig wahrscheinlich.
Bernecker Team
Nachdem wir gestern ganz bewusst die Füße stillgehalten und keine Neueinstiege empfohlen haben, passen wir unsere Strategie heute noch einmal präzise an das volatile Marktumfeld an. Ein vorzeitiger Einstieg in den stark angeschlagenen Tech-Sektor erscheint uns zum aktuellen Zeitpunkt schlichtweg zu spekulativ. Das verbleibende Abwärtsrisiko bei den hochbewerteten KI-Lieblingen ist schlicht zu unberechenbar, um dort jetzt schon ins fallende Messer zu greifen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass wir keine Chancen sehen.
Im Gegenteil: Wenn der Nasdaq 100 und die Tech-Giganten unter Druck geraten, schaltet das smarte Geld der Institutionellen oft blitzschnell um. Unser Fokus liegt heute auf echten Sondersituationen außerhalb der Tech-Welt. Wir haben die großen Indizes wie den Dow Jones akribisch nach Substanzwerten durchforstet, die seit dem heftigen, von BROADCOM ausgelösten Ausverkauf vom vergangenen Freitag eine beeindruckende relative Stärke zum Gesamtmarkt zeigen. Während Tech blutete, fungierten diese krisenresistenten Qualitätsunternehmen als sichere Häfen. Drei dieser defensiven Felsen in der Brandung stellen wir Ihnen heute in der Termin-Börse daily (KLICK HIER) vor.


