Bernecker Newspilot
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Oliver Kantimm
Redakteur
Die Wirtschaft der Eurozone verliert an Schwung. Gleichzeitig nimmt der Kostendruck auf die Unternehmen zu. Diese Kombination verschärft das Dilemma der Notenbanken und stellt Anleger vor neue Herausforderungen. Die am Freitag veröffentlichten Einkaufsmanagerdaten liefern dafür deutliche Hinweise.
Der vorläufige Gesamt-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone sank im Oktober von 53,1 auf 51,9 Punkte. Erwartet worden waren 52,7 Punkte. Zwar signalisiert ein Wert oberhalb von 50 weiterhin Wachstum. Die Dynamik hat jedoch nachgelassen. Besonders schwach entwickelte sich Frankreich. Dort fiel der entsprechende Index von 51,1 auf 48,4 Punkte. Auch in Deutschland verlangsamte sich das Wachstum.
Noch problematischer ist die Preisentwicklung. Die Einkaufskosten der Unternehmen stiegen im Oktober erneut beschleunigt. Vor allem Energie, Treibstoffe und Transport verteuerten sich. Gleichzeitig erhöhten die Unternehmen ihre Verkaufspreise weniger stark als im September. Damit wächst der Druck auf die Gewinnmargen. Unternehmen ohne ausreichende Preissetzungsmacht müssen höhere Kosten teilweise selbst tragen.
Die Entwicklung erinnert an eine klassische Stagflationsgefahr: schwächeres Wachstum bei anhaltend hohem Preisdruck. Von einer ausgeprägten Stagflation kann allerdings noch keine Rede sein. Die Eurozone wächst weiterhin. Zudem lässt sich aus steigenden Einkaufspreisen nicht unmittelbar auf die künftige Verbraucherpreisinflation schließen.
Für die Notenbanken wird die Lage komplizierter. Die EZB hat ihren Einlagensatz im September bereits auf 2,50 % angehoben. Die Verbraucherpreise stiegen zuletzt um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. Eine schwächere Konjunktur spricht gegen weitere Zinserhöhungen. Der anhaltende Inflationsdruck erschwert auf der anderen Seite jedoch eine geldpolitische Entlastung. Ein Dilemma, das den Handlungsspielraum der EZB deutlich einschränkt.
In der kommenden Woche stehen deshalb zwei wichtige Termine an: Die US-Notenbank entscheidet am Mittwoch, dem 28. Oktober, über ihren Leitzins. Einen Tag später folgt die EZB. Entscheidend werden weniger die unmittelbaren Zinsentscheidungen als die Aussagen über den weiteren geldpolitischen Kurs sein.
Was bedeutet das für die Geldanlage? Tagesgeld bleibt für kurzfristige Liquidität weiterhin eine echte Alternative. Allerdings liegt die Verzinsung häufig unter der Inflationsrate. Der reale Vermögensverlust setzt sich dann trotz Zinserträgen fort. Bei Festgeld erscheint eine gestaffelte Anlage über sechs bis zwölf Monate sinnvoller als eine mehrjährige Bindung. So bleibt Spielraum, falls die Zinsen weiter steigen.
Bei Anleihen bietet das höhere Renditeniveau attraktive laufende Erträge. Besonders bei langen Laufzeiten bestehen jedoch erhebliche Kursrisiken. Ein Renditeanstieg um einen Prozentpunkt verursacht bei einer Anleihe mit einer modifizierten Duration von acht Jahren näherungsweise 8 % Kursverlust. Kurzlaufende Euro-Staatsanleihen hoher Bonität mit ein bis drei Jahren Restlaufzeit bieten ein günstigeres Verhältnis zwischen Zinsertrag und Schwankungsrisiko.
Auch am Aktienmarkt steigt die Gefahr. Höhere Finanzierungskosten belasten verschuldete Unternehmen. Gleichzeitig sinkt bei steigenden Anleiherenditen der heutige Wert zukünftiger Gewinne. Besonders anfällig sind deshalb hoch bewertete Wachstumsaktien. Unternehmen mit stabilen Mittelzuflüssen, geringer Verschuldung und hoher Preissetzungsmacht sind besser aufgestellt.
Fazit: Die eigentliche Gefahr liegt in einer doppelten Belastung der Aktienmärkte. Schwächere Nachfrage und höhere Kosten drücken auf die Unternehmensgewinne. Gleichzeitig rechtfertigen hohe Zinsen niedrigere Aktienbewertungen. Damit drohen fallende Gewinnschätzungen und sinkende Bewertungsmultiplikatoren zur selben Zeit.
Anleger sollten deshalb diese Strategie anwenden: Die Liquiditätsreserve bleibt auf Tagesgeldkonten geparkt. Bei Anleihen sollten zunächst Laufzeiten von ein bis maximal drei Jahren dominieren. Langlaufende Papiere werden erst wieder interessanter, wenn der Inflationsdruck nachhaltig nachlässt. Das ist aktuell aber noch nicht absehbar. Bei Aktien verdienen solide finanzierte Unternehmen mit nachgewiesener Preissetzungsmacht Vorrang. Hoch bewertete Wachstumsaktien sollten vorerst untergewichtet bleiben. Wer dagegen allein auf baldige Zinssenkungen setzt, unterschätzt die Gefahr einer längeren Phase schwachen Wachstums bei gleichzeitig hohen Finanzierungskosten.
Interessieren Sie Themen wie diese? Dann sollten Sie sich den „Aktionärsbrief“ aus dem Hause Bernecker Börsenbriefe einmal näher anschauen. Dort ordnen wir Woche für Woche Themen ein, die für Anleger wirklich relevant sind. Das Spektrum reicht vom „Big Picture“ mit Makrothemen, Geopolitik, Konjunktur, Rohstoffen und Geldpolitik über Branchenbetrachtungen bis hin zu konkreten Aktienempfehlungen. Ergänzt wird das Angebot durch Dispositionslisten und mehrere Musterportfolios. Und das bereits seit 36 Jahren. Der „Aktionärsbrief“ ist im Abonnement oder im Einzelabruf erhältlich. In der aktuellen Ausgabe nehmen wir beispielsweise das Thema Kupfer näher unter die Lupe und stellen fünf Aktien vor, die auf unterschiedliche Weise vom Kupferboom profitieren.
Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion
Oliver Kantimm
Redakteur
Gold und Bitcoin bestehen den aktuellen Krisentest nur bedingt. Trotz der geopolitischen Spannungen und des hohen Ölpreises geriet Gold in der Woche bis zum Freitag deutlich unter Druck. Auch Bitcoin verzeichnete am Donnerstag deutliche Verluste. Das überrascht vor allem jene Anleger, die beide Anlagen als Schutz vor Inflation, Währungskrisen und Turbulenzen an den Finanzmärkten betrachten. Tatsächlich erfüllen Gold und Bitcoin sehr unterschiedliche Funktionen.
Bei Gold spielt derzeit das hohe Renditeniveau am Anleihemarkt eine wichtige Rolle. Hohe Renditen amerikanischer Staatsanleihen erhöhen die Attraktivität verzinslicher Anlagen. Besonders wichtig sind die Realzinsen, also die um Inflationserwartungen bereinigten Renditen. Je höher sie ausfallen, desto größer sind die Opportunitätskosten des unverzinsten Edelmetalls. Ein stärkerer Dollar belastet zusätzlich. Zwar profitieren Goldanleger aus dem Euroraum dann vom Wechselkurseffekt. Dieser gleicht die Verluste aber nicht zwangsläufig aus.
Die geopolitischen Spannungen haben derzeit gegenläufige Auswirkungen auf Gold. Einerseits steigt das Interesse an sicheren Anlagen. Andererseits schüren höhere Ölpreise Inflationssorgen und erschweren der US-Notenbank eine Lockerung ihrer Geldpolitik. Hinzu kommen Verkäufe spekulativer Anleger. Im September gingen die Goldpreise trotz kräftiger Mittelzuflüsse in Gold-ETFs zurück, weil höhere Anleiherenditen, ein stärkerer Dollar und Positionsabbau am Terminmarkt überwogen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Gold als Krisenschutz versagt. Physisches Gold besitzt keinen Schuldner und unterliegt keinem unmittelbaren Ausfallrisiko. Es profitiert langfristig vom Misstrauen gegenüber Papierwährungen und überschuldeten Staaten. Kurzfristig schützt es aber weder zuverlässig vor Inflation noch vor Börsenverlusten. Bei schweren Finanzmarktkrisen wird zeitweise auch Gold verkauft, um Liquidität zu beschaffen.
Bei Bitcoin fällt die Bilanz deutlich kritischer aus. Die Begrenzung auf maximal 21 Mio. Einheiten macht die Kryptowährung zwar knapp. Daraus folgt jedoch kein verlässlicher Inflationsschutz. Anders als Gold verfügt Bitcoin über keine jahrtausendealte Rolle als Wertaufbewahrungsmittel. Der Kurs wird stark von Anlegerstimmung, Liquidität und spekulativen Kapitalströmen bestimmt.
Eine im August veröffentlichte Forschungsarbeit der Federal Reserve Bank of Chicago zeigt, dass sich Bitcoin zunehmend wie eine risikoreiche Aktienanlage verhält. Die Abhängigkeit von der allgemeinen Börsenstimmung hat deutlich zugenommen. Steigende Zinsen, sinkende Risikobereitschaft und der Abbau kreditfinanzierter Positionen belasten deshalb häufig gleichzeitig Aktien und Bitcoin. Das macht die Kryptowährung als Absicherung eines Aktienportfolios wenig geeignet. Langfristig bietet Bitcoin bei wachsender Akzeptanz erhebliches Kurspotenzial. Die damit verbundenen Schwankungen bleiben jedoch außergewöhnlich hoch.
Fazit: Anleger sollten drei Risiken getrennt absichern. Gegen kurzfristige Börsenturbulenzen eignen sich vor allem Tagesgeld und kurzlaufende, hochwertige Euro-Staatsanleihen. Gegen langfristige Währungs- und Vertrauenskrisen ist Gold im Vergleich zu Bitcoin die bessere Wahl. Für ein breit gestreutes Depot ist eine Goldquote von 5 bis 10 % sinnvoll. Angesichts des hohen Realzinsniveaus empfiehlt sich der Aufbau in mehreren Schritten statt eines sofortigen Großeinstiegs.
Bitcoin erfüllt dagegen keine verlässliche Schutzfunktion. Eine Beimischung von höchstens 1 bis 2 % ist ausschließlich als spekulative Anlage vertretbar. Entscheidend ist dabei ein oft übersehener Zusammenhang: Wer bereits stark in Aktien investiert ist, erhöht mit Bitcoin vor allem sein bestehendes Marktrisiko. Gold hat dagegen über längere Zeiträume die Risikostreuung verbessert. Wer in der nächsten Krise tatsächlich handlungsfähig bleiben will, benötigt deshalb zuerst Liquidität, anschließend Gold und allenfalls danach Bitcoin.
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Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion
Hans A. Bernecker
Redakteur
Tesla oder SpaceX: Welche Musk-Aktie würden Sie eher kaufen?
Tesla und SpaceX sind neben Nvidia die jeweiligen Besonderheiten technischer Innovationen und deren Auswirkungen weltweit. SpaceX glänzt soeben, als jüngster Börsenwert dieser drei, mit einem Umsatzsprung von 5,6 auf 14,6 Mrd. $ im dritten Quartal. Aus einem Verlust von 1,1 Mrd. $ wurde ein Gewinn von 4,4 Mrd. $. Die Erfolge der zwei anderen sind bekannt. Elon Musk wurde mit der ersten Reaktion des Kurses rechnerisch um etwa 76 bis 94 Mrd. $ reicher. Diskutiert wird nun die Möglichkeit einer Fusion von Tesla mit SpaceX. Ergebnis: In diesen Aktien mit kleinen Investments dabei zu sein, ist für echte Börsianer ein Muss. Auf diese Weise behält man die Hand am Puls der neuen Technologien und deren Zukunft. Lediglich auf die angemessene Position kommt es an. Technische Korrekturen gehören dazu, was für alle Tech-Aktien grundsätzlich nachzuvollziehen ist. Beachten Sie bitte auch die aktuelle Actien-Börse.
Wie sehen Sie SAP nach den Zahlen?
SAP muss den Anschluss finden. Der erfolgreiche Ausbau der Cloud-Technik bedarf nun der weiteren Integration von KI in das laufende Geschäft von SAP mit seinen Kunden. Die neuesten Zahlen geben darüber Aufschluss. Daraus entsteht der nächste Ansatz für die Kursperspektive: Bisher waren 200/210 € die vertretbare Grenze. Überzeugen die Ergebnisse von SAP und der Kommentar des Chefs, steigt das Kursziel auf vorerst 250/260 € als erste Indikation. Begonnen hat das jüngste Comeback bei Kursen um 130 € im Juli. SAP ist damit die einzige Tech-Aktie im DAX neben Infineon für Chips und eingeschränkt auch Siemens mit der ganzen Bandbreite der Technologie. Dabeibleiben ist alles.
Ist das Frankreich-Chaos ein Risiko für den DAX?
Die Innenpolitik der Franzosen gleicht der Innenpolitik in Deutschland. Die Jugend revolutioniert in Paris so ähnlich wie schon 1968 als Vorbild für alle Europäer. Die deutschen Studenten um Rudi Dutschke waren allerdings schon vorher aktiv. Aus Teilen der Studentenbewegung ging später die RAF hervor. Die Studentenproteste sind mithin ein Vorbild dafür, wie falsche Entwicklungen in der Gesellschaft auf der Ebene der Universitäten zu nötigen Änderungen führen. In Deutschland sind diesmal nicht die Studenten, sondern die Linken in der gleichen Ausgangslage. Dies in den Griff zu bekommen, bleibt schwierig und erfordert eine sehr weitsichtige politische Strategie der noch etablierten Parteien. Die Franzosen haben den Vorteil eines höheren Temperaments zum einen, aber die relativ schnellen Reaktionen des Establishments zum anderen. In Deutschland dauert es etwas länger, wie die Vergangenheit zeigt.
Jens Brahm
Redakteur
Wir führen momentan 34 Positionen in unserer Empfehlungsliste, der durchschnittliche Buchgewinn liegt bei rund 45%. In dieser Woche haben wir einen Kauf nachgetragen, einen neuen Beitrag in unserer News-Rubrik veröffentlicht, zwei Kursziele angepasst, einen Marktkommentar veröffentlicht und eine Einstufung geändert. Betroffen sind unter anderem Eli Lilly, Bank of New York Mellon, Nibe, Nemetschek und Vishay. Lesen Sie die Details in unserem heutigen Stop&Go.
Der DOW JONES hält sich sichtbar am besten in der aktuellen Phase. Aktien mit KI-Bezug werden verkauft - Unternehmen aus defensiven Branchen und KI-Verlierer werden gekauft. Zu letzteren gehören zum Beispiel die Software Titel. Wir sind in dem Bereich etwa bei SAP und Nemetschek dabei. Der DAX hält sich vornehm zurück und tendiert zwischen diene Gegenpolen, unter Schwankungen seitwärts. Der Chartvergleich macht es deutlich.
Unser Kauflimit bei Vishay, dem US-Hersteller elektronischer Bauteile, ist schon letzte Woche ausgeführt worden und wir hatten es im letzten Stop&Go versäumt. Dafür bitten wir um Nachsicht, ich habe es in der Empfehlungsliste nachgetragen. Der ursprüngliche Artikel von Anfang August hatte die Überschrift Eine für alles: Vom Datacenter bis zur e-Mobility. Wer hier noch aufspringen möchte, können Sie das auch jetzt noch nachholen. Weiterlesen...
Das war ein Auszug aus dem Bernecker Börsenkompass. Regelmäßig freitags gegen Mittag fassen wir im Stop&Go Artikel die Veränderungen in unserer Empfehlungsliste und die wichtigsten Inhalte der Woche zusammen. Das können Sie auch ohne Abo lesen, bei unserem Partner Finanzen100. Einen vollständigen Überblick können Sie sich in unserer Artikelübersicht verschaffen. Wenn Sie unsere Inhalte interessant finden und mehr davon lesen möchten, können Sie uns einen ganzen Monat kostenlos testen. Das Probeabo können Sie in den ersten 30 Tagen mit einer e-Mail an kundenservice@finanzen100.de wieder beenden. Wir sind überzeugt, dass Sie bleiben werden. Probieren Sie es kostenlos aus!
Bernecker Team
Nach der jüngsten Korrektur zahlreicher Technologieaktien rückt ein lange vernachlässigter Börsensektor wieder stärker in den Fokus:
Die Pharmaindustrie. Während hohe Bewertungen und die Unsicherheit über die Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen auf Technologiewerten lasten, suchen Anleger verstärkt nach Unternehmen mit berechenbaren Erträgen und vergleichsweise konjunkturunabhängigen Geschäftsmodellen. Davon könnte die Pharmaindustrie profitieren. Die langfristigen Wachstumsperspektiven sind ohnehin überzeugend.
Wir können uns gut vorstellen, dass Pharma-Aktien zu den nächsten Favoriten an den Aktienmärkten gehören werden. Mit AstraZeneca sind wir bereits in diesem Sektor engagiert. Nun wollen wir unsere Positionierung erneut ausbauen.
Neben dem Pharmasektor hat die Korrektur auch im DAX spuren hinterlassen, wir sehen hier neue Einstiegsgelegenheiten bei einer Bank und einem Baustoffunternehmen. Zuletzt haben wir auch zwei vielversprechende Kandidaten aus dem Euro Stoxx 50 für Sie.
Nur einmal in der Woche ordern, aber profitieren wie die Großen. Das ist die Termin-Börse aus dem Hause Bernecker. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, das Risiko spekuliert immer mit! Deshalb hat bei uns jeder Einstieg mehrere Kauflimits, immer einen Stop und meistens eine heiße Story. Das geht per Abo oder auch im Einzelabruf (KLICK HIER).
Oliver Kantimm
Redakteur
Produkt-Informationen und Bezugsangebote finden Sie hier: Der Aktionärsbrief.
Oliver Kantimm
Redakteur
Oliver Kantimm
Redakteur
Frankreich gerät am Anleihemarkt immer stärker unter Druck. Zehnjährige Staatsanleihen rentierten am Freitagvormittag mit 5,07 %. Am Vortag hatte die Rendite mit gut 5,14 % den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Der Abstand zu vergleichbaren Bundesanleihen erreichte am Donnerstag zeitweise rund 1,74 Prozentpunkte. Anleger verlangen damit eine außergewöhnlich hohe Risikoprämie.
Gleichzeitig trübt sich die Konjunktur ein. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft sank im Oktober überraschend von 51,1 auf 48,4 Punkte. Damit signalisiert er erneut einen Rückgang der Geschäftstätigkeit. Die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen schrumpfte so stark wie seit Mai nicht mehr. Die Unternehmen beurteilen ihre Aussichten für die kommenden zwölf Monate so pessimistisch wie seit April 2020 nicht mehr.
Die Kombination verschärft Frankreichs Haushaltsprobleme. Schwaches Wachstum belastet die Steuereinnahmen. Hohe Zinsen verteuern schrittweise die Refinanzierung auslaufender Schulden. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf soll die Staatsschuldenquote 2027 auf 121,7 % der Wirtschaftsleistung steigen.
Heute Abend steht die Ratingprüfung durch Moody’s an. Die Agentur bewertet Frankreich bislang mit Aa3 und negativem Ausblick. Viele Ökonomen rechnen mit einer Herabstufung um eine Stufe auf A1. Fitch und S&P vergeben schon das vergleichbare A+. Frankreich bliebe auch nach einer solchen Senkung im Bereich solider Anlagebonität.
Die Folgen reichen bis in deutsche Depots. ETFs auf Euro-Staatsanleihen halten häufig französische Papiere. Steigen deren Renditen weiter, drohen Kursverluste, besonders bei langen Laufzeiten. Auch europäische Bankaktien geraten unter Druck, wenn Bewertungsverluste auf Anleihebestände und höhere Refinanzierungskosten die Institute belasten. Umgekehrt versprechen sinkende Renditen Kursgewinne bei französischen Anleihen. Eine erwartete Herabstufung allein muss daher keinen weiteren Ausverkauf auslösen.
Fazit: Die entscheidende Gefahr ist eine Abwärtsspirale aus Wachstumsschwäche und steigenden Finanzierungskosten. Für Anleger zählt deshalb weniger die einzelne Ratingnote als die Entwicklung des Renditeabstands zu Bundesanleihen nach der Entscheidung. Weitet er sich trotz einer erwarteten Herabstufung weiter aus, überwiegt bei langlaufenden französischen Anleihen und entsprechend gewichteten Euro-Staatsanleihen-ETFs das Kursrisiko. Schrumpft der Abstand dagegen mehrere Handelstage in Folge, signalisiert das zumindest eine Entspannung. Aber erst wenn sich zugleich die Haushaltsaussichten stabilisieren, beginnen französische Anleihen mit mittleren Laufzeiten für einen schrittweisen Einstieg interessant zu werden.
Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion
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Bernecker Team
Sie sind auf der Suche nach mehr Rendite oder den Extra-Kick für Ihr Depot. Dann sind Sie bei der Actien-Börse genau richtig: Hier gibt es die Empfehlungen, die ihnen den Extraschub an Kurspower liefern.
Auf den Straßen Frankreichs tobt der Krawall, während die Sorgen über die Schulden der Grande Nation in die Höhe schießen und die rechte Kandidatin Marine Le Pen bei der 2027 anstehenden Präsidentschaftswahl als Favoritin gilt. Dieser schwer verdauliche Krisencocktail belastet die Kurse der französischen Qualitätsaktien, was Anlegern mit Weitblick die Chance auf einen Einstieg zum Discountniveau eröffnet. In der aktuellen Ausgabe der Actien-Börse werden im Frankreich-Special drei spannende Aktienchancen präsentiert: Ein Baustoffproduzent, dessen Geschäft sich belebt. Ein Industriekonzern, dessen Bewertung um die Hälfte abgestürzt ist, und ein Technologieanbieter mit dem exklusiven Zugriff auf eine Schlüsseltechnologie.
Die kompletten Empfehlungen finden Sie in der Actien-Börse Nr. 43 vom 24.10.2026 auf Seite 6. Wer diese Chance nutzen will, bekommt die Ausgabe jetzt über 10 % günstiger (16,99 € statt 18,99 €). Den Rabatt erhalten Sie exklusiv und ausschließlich über den nachfolgenden Link im Bernecker Newspilot:
Bernecker Team
Eine neue, hochgefährliche Sicherheitslücke erschüttert das Internet. Innerhalb weniger Stunden registrierte der US-Cloudanbieter CLOUDFLARE Millionen von Versuchen, Schwachstellen in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP auszunutzen. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen mussten Teile ihrer IT-Systeme vorsorglich abschalten. Auch VOLKSWAGEN war betroffen. Sicherheitsexperten warnen vor einer neuen Dimension der Cyberkriminalität.
Besonders brisant ist die zunehmende Rolle der künstlichen Intelligenz. KI hilft nicht nur bei der Entdeckung von Sicherheitslücken. Sie erleichtert auch Angreifern die automatisierte Suche nach Schwachstellen und die Entwicklung geeigneter Angriffsmethoden. Was früher aufwendige Spezialkenntnisse erforderte, lässt sich zunehmend automatisieren. Für Unternehmen wird der Schutz ihrer digitalen Infrastruktur damit zu einer existenziellen Aufgabe.
Für die Cybersicherheitsbranche eröffnet sich daraus eine langfristige Wachstumschance. Weltweit steigen die Anforderungen an den Schutz von Netzwerken, Cloudanwendungen, Daten und KI-Systemen. Während Unternehmen manche IT-Investitionen verschieben können, lassen sich Ausgaben für Cybersicherheit immer schwerer aufschieben. Wir rechnen deshalb damit, dass die Branche auch in den kommenden Jahren überdurchschnittlich wachsen wird. Wir haben zwei Unternehmen im Blick, mit denen sie profitieren können (KLICK HIER).


