Bernecker Newspilot
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Volker Schulz
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Volker Schulz
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Oliver Kantimm
Redakteur
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Oliver Kantimm
Redakteur
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Wall Street reagierte am Freitag positiv auf den deutlich schwächeren Arbeitsmarktbericht. Der S&P 500 gewann 0,73 %, der Nasdaq 1,19 % und der Dow 0,49 %. Im September entstanden lediglich 29.000 neue Stellen gegenüber 90.000 im Konsens, die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 %. Damit ist eine weitere Fed-Erhöhung im Oktober deutlich weniger wahrscheinlich geworden. Das hilft dem Aktienmarkt zunächst, welcher seit Ende August in der Breite deutlich unter Druck gekommen ist.
In Asien setzt sich die Erholung fort. Der Nikkei lag zur Mittagspause 2,53 % höher bei 70.038 Punkten, erstmals seit drei Monaten wieder über 70.000. Halbleiter- und KI-Werte führen die Bewegung an. Der TOPIX liegt rund 1 % höher. In Hongkong bewegt sich der Hang Seng zur Mittagszeit kaum, der Hang Seng Tech gewinnt 0,3 %. Südkorea und Festlandchina sind feiertagsbedingt geschlossen, damit findet auch bei Samsung und SK Hynix kein Handel statt.
Am europäischen Bondmarkt bleibt die Lage angespannt. Die Rendite 10-jähriger französischer Staatsanleihen ist auf 4,9 % gestiegen, seit Ende Juni um rund 1,2 Prozentpunkte. In Spanien kommt nach der Niederlage der Regierung Sánchez im Parlament zusätzlich die Diskussion über Neuwahlen auf. Das schwächt den Euro gegen den Dollar mit tiefstem Stand seit Mai 2025.
Die große Unternehmensmeldung kommt aus Europa: Schneider Electric übernimmt den US-Industriesoftwarekonzern PTC für 205 Dollar je Aktie in bar. Der Unternehmenswert beträgt 23,7 Mrd. Dollar, der Aufschlag zum Freitagsschluss 42,3 %. Bewertet wird PTC mit dem 21-Fachen des erwarteten bereinigten EBITA 2027. Schneider plant zur Finanzierung eine Kapitalerhöhung über 5 bis 6 Mrd. Euro sowie 16 bis 17 Mrd. Euro neue Schulden.
Am Nachmittag folgt der US-ISM-Dienstleistungsindex.
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Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
Helmut Gellermann
Redakteur
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Bernecker Team
Wie weit kann der DAX unter 25.000 Punkten noch fallen?
Rein markttechnisch betrachtet liegen wir knapp über der 200-Tage-Linie, die bei etwa 24.825 Punkten verläuft. Fällt der DAX darunter, liegt die nächste Marke bei rund 24.000 Punkten. Aber auch die März-Tiefs von 22.000 Punkten sind aus technischen Erwägungen denkbar. Die Entwicklung im DAX ist derzeit stimmungsgetrieben, auch aufgrund der hohen Risikoaufschläge für französische Staatspapiere gegenüber dem EU-Schnitt. Die Gewinnentwicklung im DAX und die Bewertung mit einem KGV von 13 bis 14 per 2027 stehen für das Gegenteil und stützen den DAX fundamental ab.
Zinsanstieg: Welche Unternehmensanleihen lohnen sich?
Der Zinsanstieg schafft bessere Einstiegsmöglichkeiten, aber man sollte Qualität kaufen. Beispielsweise auf Euro lautende, vorrangige Unternehmensanleihen mit guter Bonität und zwei bis maximal fünf Jahren Restlaufzeit bei Unternehmen mit verlässlichen Cashflows, überschaubarer Verschuldung und einem konjunkturresistenten Geschäftsmodell. Kürzere Laufzeiten begrenzen die Kursverluste, falls die Zinsen weiter steigen.
Was halten Sie von der neuen BMW-Strategie?
BMW will die Komplexität reduzieren, Entwicklung und Verwaltung effizienter machen und stärker auf profitable Modelle setzen. Das ist sinnvoll, denn ein Premiumhersteller muss seine Ertragskraft über Marke, Technologie und Kostenkontrolle sichern. Die reduzierten finanziellen Ziele, genannt wurden drei bis fünf Prozent operative Marge im Automobilgeschäft bis 2028 - zeigen allerdings, dass der Umbau länger dauert. Auch das Mittelfristziel von acht bis zehn Prozent hat man nach hinten verschoben. Der Sanierungsfahrplan ist realistisch, aber es fehlt ein überzeugender Beleg für eine schnelle Gewinnwende. Für eine Neubewertung müssen zunächst einmal messbare Fortschritte folgen.
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Markus Horntrich
Redakteur
Nach einer starken Geschäftsentwicklung erhöht MLP die EBIT-Prognose für 2026 von bislang 100 bis 110 Mio. € auf 110 bis 120 Mio. €. Treiber sind vor allem überraschend hohe erfolgsabhängige Vergütungen im Vermögensmanagement: Diese erreichen im Q3 rund 21 Mio. € nach lediglich 2,8 Mio. € im Vorjahr und sind zu einem hohen Anteil ergebniswirksam. Entsprechend erwartet MLP für das dritte Quartal ein EBIT deutlich oberhalb der 18,3 Mio. € aus Q3 2025. Zusätzlichen Rückenwind liefern das gestiegene betreute Vermögen sowie höhere Zinsen. Damit gewinnt die Ergebnisdynamik deutlich an Fahrt. Die vollständigen Q3-Zahlen folgen am 12. November.
Die Prognoseanhebung hatte Kollege Lars Winter im gestern erschienenen Frankfurter Börsenbrief rechtzeitig avisiert. Wer der Empfehlung gefolgt ist, liegt heute bereits im Plus.
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Markus Horntrich
Redakteur
Die Debatte um eine mögliche KI-Blase hat eine interessante historische Perspektive. Die Bank of America vergleicht die heutige Marktkonzentration der „AI Big 10“ – Magnificent 7 plus Broadcom, AMD und Micron – mit früheren Spekulationsphasen. Das Ergebnis: Mit inzwischen rund 42 % der US-Marktkapitalisierung hat KI die typischen historischen Extremwerte bereits erreicht. Nifty Fifty (40 %), Internetblase (41 %), Japan (44 %) und die Boomsektoren der „Roaring Twenties“ (36 %) drehten sämtlich in einer Größenordnung um 40 %. Die große Ausnahme waren die Eisenbahnen, die 1881 erst bei 63 % ihren Höhepunkt erreichten.

Wenn KI die Eisenbahn des 21. Jahrhunderts ist, könnte der Boom noch Luft haben. Auch beim Investitionszyklus ist die heutige Euphorie noch nicht beispiellos. Die KI-Investitionen erreichen laut BofA derzeit etwa 3,5 bis 4 % des US-BIP, während der Eisenbahnbau in seiner Spitze rund 5 % verschlang. Zudem gibt es einen wichtigen Unterschied: Während der massive Ausbau der Eisenbahnkapazitäten damals die Frachtraten unter Druck setzte, steigen die Preise für Halbleiter derzeit kräftig. Die Monetarisierung der knappen Rechenleistung funktioniert also bislang.
Der Eisenbahnboom wurde von fallenden US-Renditen und reichlich verfügbarem Kapital begleitet. Sein Ende kam schließlich nicht durch fehlende Nachfrage nach Eisenbahnen, sondern durch Kredit- und Liquiditätskrisen. Übertragen auf KI heißt das: Nicht zwingend schwächere Chipnachfrage muss den Zyklus brechen. Kritischer könnte werden, wenn steigende Finanzierungskosten, Liquiditätsengpässe oder Zweifel an der Refinanzierung der gigantischen KI-Investitionen auftreten.
Die Konzentration allein beweist noch keine unmittelbar platzende KI-Blase. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Capex, Preisen, Zinsen und Kreditliquidität.
Helmut Gellermann
Redakteur
Die auf Vermögensverwaltung spezialisierte schweizerische Bank kündigte heute an, ein neues Aktienrückkaufprogramm mit bis zu 600 Mio. CHF Volumen zu starten sowie die Ausschüttungspolitik abzuändern. Nach behördlicher Bewilligung und Beschluss des Verwaltungsrats der Bank erscheint der Weg für die Maßnahme frei. Der Start soll im Lauf der nächsten Wochen erfolgen, die Maßnahme soll längstens ein Jahr in Anspruch nehmen.
Für die Kapitalausschüttungspolitik ist beabsichtigt, weiterhin 40 bis 60 % des IFRS-Konzerngewinns als Dividende auszuzahlen - Ziel sei eine "progressive Dividende". Das weitere Ziel einer CET1-Kapitalquote von 15 % gilt weiterhin.
Im Chartvergleich europäischer Banken (Auszug abgebildet) liegt die schweizerische Bank im unteren Drittel. Der Start des Rückkaufs sollte dazu führen, im Performance-Ranking einige Plätze aufzuholen.
Helmut Gellermann
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