Bernecker Newspilot
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Markus Horntrich
Redakteur
Nach einer starken Geschäftsentwicklung erhöht MLP die EBIT-Prognose für 2026 von bislang 100 bis 110 Mio. € auf 110 bis 120 Mio. €. Treiber sind vor allem überraschend hohe erfolgsabhängige Vergütungen im Vermögensmanagement: Diese erreichen im Q3 rund 21 Mio. € nach lediglich 2,8 Mio. € im Vorjahr und sind zu einem hohen Anteil ergebniswirksam. Entsprechend erwartet MLP für das dritte Quartal ein EBIT deutlich oberhalb der 18,3 Mio. € aus Q3 2025. Zusätzlichen Rückenwind liefern das gestiegene betreute Vermögen sowie höhere Zinsen. Damit gewinnt die Ergebnisdynamik deutlich an Fahrt. Die vollständigen Q3-Zahlen folgen am 12. November.
Die Prognoseanhebung hatte Kollege Lars Winter im gestern erschienenen Frankfurter Börsenbrief rechtzeitig avisiert. Wer der Empfehlung gefolgt ist, liegt heute bereits im Plus.
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Markus Horntrich
Redakteur
Die Debatte um eine mögliche KI-Blase hat eine interessante historische Perspektive. Die Bank of America vergleicht die heutige Marktkonzentration der „AI Big 10“ – Magnificent 7 plus Broadcom, AMD und Micron – mit früheren Spekulationsphasen. Das Ergebnis: Mit inzwischen rund 42 % der US-Marktkapitalisierung hat KI die typischen historischen Extremwerte bereits erreicht. Nifty Fifty (40 %), Internetblase (41 %), Japan (44 %) und die Boomsektoren der „Roaring Twenties“ (36 %) drehten sämtlich in einer Größenordnung um 40 %. Die große Ausnahme waren die Eisenbahnen, die 1881 erst bei 63 % ihren Höhepunkt erreichten.

Wenn KI die Eisenbahn des 21. Jahrhunderts ist, könnte der Boom noch Luft haben. Auch beim Investitionszyklus ist die heutige Euphorie noch nicht beispiellos. Die KI-Investitionen erreichen laut BofA derzeit etwa 3,5 bis 4 % des US-BIP, während der Eisenbahnbau in seiner Spitze rund 5 % verschlang. Zudem gibt es einen wichtigen Unterschied: Während der massive Ausbau der Eisenbahnkapazitäten damals die Frachtraten unter Druck setzte, steigen die Preise für Halbleiter derzeit kräftig. Die Monetarisierung der knappen Rechenleistung funktioniert also bislang.
Der Eisenbahnboom wurde von fallenden US-Renditen und reichlich verfügbarem Kapital begleitet. Sein Ende kam schließlich nicht durch fehlende Nachfrage nach Eisenbahnen, sondern durch Kredit- und Liquiditätskrisen. Übertragen auf KI heißt das: Nicht zwingend schwächere Chipnachfrage muss den Zyklus brechen. Kritischer könnte werden, wenn steigende Finanzierungskosten, Liquiditätsengpässe oder Zweifel an der Refinanzierung der gigantischen KI-Investitionen auftreten.
Die Konzentration allein beweist noch keine unmittelbar platzende KI-Blase. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Capex, Preisen, Zinsen und Kreditliquidität.
Helmut Gellermann
Redakteur
Die auf Vermögensverwaltung spezialisierte schweizerische Bank kündigte heute an, ein neues Aktienrückkaufprogramm mit bis zu 600 Mio. CHF Volumen zu starten sowie die Ausschüttungspolitik abzuändern. Nach behördlicher Bewilligung und Beschluss des Verwaltungsrats der Bank erscheint der Weg für die Maßnahme frei. Der Start soll im Lauf der nächsten Wochen erfolgen, die Maßnahme soll längstens ein Jahr in Anspruch nehmen.
Für die Kapitalausschüttungspolitik ist beabsichtigt, weiterhin 40 bis 60 % des IFRS-Konzerngewinns als Dividende auszuzahlen - Ziel sei eine "progressive Dividende". Das weitere Ziel einer CET1-Kapitalquote von 15 % gilt weiterhin.
Im Chartvergleich europäischer Banken (Auszug abgebildet) liegt die schweizerische Bank im unteren Drittel. Der Start des Rückkaufs sollte dazu führen, im Performance-Ranking einige Plätze aufzuholen.
Helmut Gellermann
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Markus Horntrich
Redakteur
Bei Heidelberg Materials könnte das dritte Quartal zum Befreiungsschlag werden. Nach den vorsichtigen Aussagen zu steigenden Kosten fürchtet der Markt weitere Gewinnkürzungen oder sogar eine zweite Prognosesenkung. Die UBS hält dieses Szenario inzwischen für weitgehend eingepreist. Für Q3 werden 6,3 Mrd. € Umsatz erwartet, 2 % über Konsens und 9 % über Vorjahr. Organisch sollen die Erlöse um 5 % steigen – getragen von rund 2 % mehr Volumen und 3 % höheren Preisen. Das bereinigte EBITDA dürfte mit 1,58 Mrd. € zwar knapp unter Konsens, aber 5 % über Vorjahr liegen.
Trotz höherer Energie- und Inputkosten funktionieren Volumen und Preissetzung. Zudem drehen Währungseffekte ins Positive, während Zukäufe zusätzlichen Rückenwind liefern. Damit erscheint die EBIT-Guidance von 3,4 bis 3,65 Mrd. € zunehmend abgesichert; die UBS kalkuliert mit 3,48 Mrd. €.
Für 2027 erwartet die UBS einen EBIT-Anstieg um 10 % auf 3,64 Mrd. €, die Marge soll von 14,5 auf 15,1 % steigen. Gleichzeitig dürfte die Nettoverschuldung deutlich sinken. Damit fällt die Bewertung auf ein 2027er-KGV von unter 10. Bleibt die Prognose wie sie ist, rückt das Gewinnwachstum 2027 in den Fokus, was der Aktie Spielraum nach oben gibt.
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Markus Horntrich
Redakteur
Walter Tissen
Redakteur
Webinar mit Hans A. Bernecker: Was wird aus Deutschland – Rechts wie Links? Was könnte der politische und wirtschaftliche Wandel für Unternehmen und die Börse bedeuten?
Hans A. Bernecker erläutert im Rahmen eines rund 90-minütigen Webinars seine Sicht. Nutzen Sie auch die Gelegenheit, ihm in der Live-Fragerunde auch Ihre eigenen Fragen zu stellen (keine Anlageberatung). Also: Weit mehr als 6 Jahrzehnte Börsenerfahrung - nutzbar für Ihre Meinungsbildung.
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Catharina Nitsch
Redakteurin
Ganze 18 Jahre hat es gedauert, das Kapitalanleger-Musterverfahren zum gescheiterten PORSCHE-Griff nach VW. Und nun ist Recht gesprochen worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil einen Schlussstrich gezogen (Az.: II ZB 21/22). Dabei ging es im Kern um die Frage, ob PORSCHE die tatsächlichen Übernahmeabsichten zwischen März und Oktober 2008 gegenüber dem Kapitalmarkt verschleiert und dadurch Anleger geschädigt hatte. Die Kläger warfen Porsche in dem Musterverfahren vor, Pläne zum Erwerb einer qualifizierten Mehrheit an VW öffentlich heruntergespielt zu haben, während das Unternehmen über komplexe Optionsgeschäfte seinen Einfluss auf den Markt für VW-Stammaktien ausgebaut habe. Nachdem PORSCHE im Oktober 2008 mitgeteilt hatte, direkt über Optionen Zugriff auf insgesamt 74,1 % der VW-Stammaktien zu haben, schoss der Kurs innerhalb weniger Tage in die Höhe - und das in Zeiten der Finanzkrise. Die Ex-VW-Aktionäre machten geltend, sie seien durch irreführende Angaben von PORSCHE geschädigt worden. Frühverkäufer hatten ihre VW-Aktien vor Oktober 2008 verkauft, weil sie annahmen, PORSCHE strebe keine Beherrschung von VW an. Auch Leerverkäufer wurden geschädigt, weil sie, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, nach dem durch die PORSCHE-Mitteilung ausgelösten Short Squeeze ihre Positionen durch Rückkäufe zu stark überhöhten Preisen eindecken mussten. Der BGH stellte nun klar: Zwar kann eine Marktmanipulation grundsätzlich Schadenersatzansprüche wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung begründen. Doch: Im maßgeblichen Zeitraum war Porsche weder rechtlich noch sittlich verpflichtet gewesen, seine konkreten Absichten beim Beteiligungsaufbau offenzulegen. Auch waren die damaligen Mitteilungen aus Sicht eines verständigen Anlegers nicht grob unrichtig gewesen. Zwar räumten die Richter ein, dass die Pressemitteilung aus Oktober 2008 möglicherweise irreführende Angaben über die tatsächliche Marktsituation der VW-Aktie enthalten hatte. Gleichwohl: Es lag laut BGH kein sittenwidriges Verhalten von Porsche im Sinne von § 826 BGB vor!
Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / www.bernecker.info
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Helmut Gellermann
Redakteur
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Georg Sures
Redakteur
Die sinkenden Anleiherenditen sorgten am Donnerstag für Entspannung an der Wall Street. Der Auslöser dafür war die Äußerung des stellvertretenden Fed-Chefs Philip Jefferson, dass es noch einige Zeit dauern kann, bis sich beurteilen lässt, ob weitere Zinserhöhungen erforderlich sind. Der Dow Jones beendete den Handel daraufhin mit einem hauchdünnen Plus bei 50.926 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 toppte das noch und stieg um 0,19 % auf 7.666 Punkte, während der Technologieindex Nasdaq 100 sogar um 0,31 % auf 30.501 Punkte zulegte.
Nordseeöl der Sorte Brent stieg dagegen um über 4 % auf gut 102 $. Damit signalisiert der Markt auch, dass die Liefermengen beim Öl weiter anfällig für eine Eskalation der geopolitischen Lage in der Golfregion bleiben. Bester Wert im S&P 500 war gestern die Aktie von Accenture mit einem Plus von 15,8 %. Die Börse honorierte damit die starken Quartalzahlen der Unternehmensberatung. Heute Nachmittag richten sich die Blicke der Anleger auf den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht. Ökonomen rechnen im Vorfeld mit einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,1 %. Vorbörslich notiert der Dax rund 0,4 % im Plus.
Georg Sures, Redaktion Bernecker
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Markus Horntrich
Redakteur
ACCENTURE lieferte heute die passende Antwort auf die zuletzt wachsenden Zweifel am Geschäftsmodell: Der IT-Dienstleister übertrifft im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen bei Umsatz und Auftragseingang deutlich. Die Aktie springt zum Handelsauftakt um 24 % – der größte Tagesgewinn ihrer Geschichte. Auch Wettbewerber wie Cognizant, EPAM und Globant ziehen kräftig an. Der Markt korrigiert damit einen Teil seiner Befürchtung, künstliche Intelligenz könnte klassische Beratungs- und IT-Dienstleistungen zunehmend ersetzen.
Die Neubuchungen erreichen 22,2 Mrd. $, rund 11 % mehr als vom Konsens erwartet. Währungsbereinigt beträgt das Wachstum 5 %, trotz anspruchsvoller Vergleichsbasis. Besonders stark fällt die Überraschung bei Managed Services aus: Mit knapp 12,8 Mrd. $ übertrifft der Auftragseingang die Erwartungen um rund 18 %. Im Beratungsgeschäft steigen die Neubuchungen um 6 % auf 9,4 Mrd. $. 141 Kunden mit Quartalsbuchungen von jeweils mindestens 100 Mio. $ untermauern die robuste Nachfrage.
Der Umsatz wächst um 6,3 % auf 18,7 Mrd. $ und liegt damit knapp 4 % über den Schätzungen. Alle Branchenbereiche übertreffen die Erwartungen; Communications, Media & Technology wächst mit 10 % besonders dynamisch. Die ausgewiesene operative Marge steigt von 11,6 % auf 15,3 %. Beim Mittelzufluss bleibt allerdings ein Schwachpunkt: Der freie Cashflow sinkt um 25 % auf 2,85 Mrd. $.
Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Accenture ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 3 bis 6 %, einen Gewinn je Aktie von 14,39 bis 14,81 $ und eine operative Marge von 15,9 bis 16,1 % in Aussicht. Der freie Cashflow soll 11 bis 11,8 Mrd. $ erreichen; mindestens 9,5 Mrd. $ sollen an die Aktionäre zurückfließen. Bloomberg Intelligence sieht Spielraum, die Konsenserwartungen auch ohne breite Erholung der frei verfügbaren IT-Budgets zu übertreffen.
Auf den Quartalstermin hatten wir in AB 37/2026 dezidiert hingewiesen. Am 14. Oktober wird ACCENTURE auf dem Investorentag erläutern, ob KI mehr neues Beratungsgeschäft schafft, als sie im klassischen Geschäft verdrängt. Mit einem 2027er-KGV von 15 liegt die Aktie noch immer ca. 60 % unter ihrem 5-Jahresschnitt.
Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter www.bernecker.info im Abo oder im Einzelabruf!


