Bernecker Newspilot

Informationen direkt aus unserer Redaktion

Markus Horntrich
Markus Horntrich
Redakteur

Die Fed hat bei ihrer September-Sitzung ein unmissverständlich falkenhaftes Signal gesendet. Im Statement wurde der Hinweis gestrichen, wonach die Inflation teilweise auf Angebotsschocks zurückzuführen sei – Ausreden gibt es damit nicht mehr. Die neuen Projektionen zeigen trotz zweier Zinserhöhungen in diesem Jahr stärkeres Wachstum, höhere Inflation und eine niedrigere Arbeitslosenquote über den gesamten Prognosehorizont. Fed-Chef Warsh stellte klar: Die Arbeit ist nicht erledigt. Er betonte mehrfach die Stärke der US-Wirtschaft und die Aufgabe der Fed, ein Übergreifen von Rohstoffpreisschocks zu verhindern. Zwei weitere Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte im Oktober und Dezember bleiben damit laut Bank of America das Basisszenario.

Am Rentenmarkt führte die falkenhafte Zinserhöhung zu einer Verflachung der Kurve: Zweijährige US-Renditen schlossen rund 7 Basispunkte höher, 30-jährige rund 1 Basispunkt niedriger; unmittelbar nach dem FOMC waren es zeitweise +13 bzw. +5 Basispunkte. Solange die Fed ihre Politik nicht als restriktiv einstuft, dürfte sie weiter erhöhen. Das spricht für weitere Anstiege vor allem am kurzen Ende, während längere Laufzeiten moderater reagieren sollten. 

Auch der Dollar profitierte: Gegenüber den G10-Währungen legte er 0,3 bis 1,0 % zu. Treiber waren höhere erwartete reale Leitzinsen für 2027 und die falkenhafte Pressekonferenz. Der DXY liegt dennoch rund 1 % unter dem Niveau vor der Juni-Sitzung. Die Fed und robuste US-Daten eröffnen dem Dollar laut Einschätzung der Bank of America wieder mehr Aufwärtspotenzial und dürften Debatten über eine Rückkehr des „Debasement Trade“ dämpfen. Zum Jahresende wird der Dollar von der BofA gegenüber den meisten G10-Währungen etwa auf aktuellem Niveau erwartet.

Der Aktienmarkt lässt sich heute nicht beeindrucken und startet die Gegenbewegung auf den bislang mauen September.

Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH im Abo oder im Einzelabruf unter www.bernecker.info

Oliver Kantimm
Oliver Kantimm
Redakteur
chart

Bis Mitte 2027 soll Agricultural Solutions börsenreif sein. Rund 80 % des Geschäfts sind bereits rechtlich verselbstständigt. BASF will zunächst nur einen Minderheitsanteil platzieren und Mehrheitsaktionär bleiben. Für die BASF-Aktie erhöht der Schritt die Bewertungstransparenz und kann bislang im Konzern versteckte Werte sichtbar machen. Garantiert ist ein höherer Gesamtwert aber nicht: Entscheidend sind IPO-Bewertung, Marktumfeld und ein möglicher Holdingabschlag. Agricultural Solutions wäre weniger vom klassischen Chemiezyklus abhängig, bleibt aber zyklisch über Agrarpreise, Farmer-Einkommen, Wetter und Regulierung. Das operative BASF-Geschäft außerhalb von Agricultural Solutions wäre dadurch stärker vom Industrie- und Chemiezyklus geprägt. Fazit: Der Börsengang kann Werte heben, ist aber kein Selbstläufer. 

Dies ist ein Auszug aus unserem Brief „Der Aktionärsbrief“, Ausgabe 38.

Schlaglichter dieser Ausgabe:

KI-Angst drückt auf die Stimmung

BAYER auf der Zielgeraden

Spannender Wachstumsmarkt Weltraum

Lupe: Diese drei Wassertechnik-Spezialisten gehören ins Depot

Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter www.bernecker.info im Abo oder im Einzelabruf!

Ihre Bernecker Redaktion / www.bernecker.info

Oliver Kantimm
Oliver Kantimm
Redakteur
Die beschädigte saudische Ost-West-Pipeline bleibt einer der Schlüssel für den globalen Ölmarkt. Sie verbindet die Fördergebiete am Persischen Golf mit dem Rotmeerhafen Yanbu und ermöglicht Saudi-Arabien damit, die...

Dieser Beitrag ist exklusiv für Abonnenten unserer Börsenbriefe verfügbar. Produkt-Informationen und Bezugsangebote finden Sie hier.

Georg Sures
Georg Sures
Redakteur

Beim Bernecker Börsenkompass ordnen Experten der Rubrik Marktkommentar aktuelle Entwicklung und Ereignisse ein. Heute geht es in unserem Marktkommentar um die anstehende Zinsentscheidung der Fed. Der Markt rechnet mit einer Zinsanhebung der US-Notenbank, aber eine Überraschung ist nicht vollkommen ausgeschlossen.

Georg Sures, Redakteur Bernecker Börsenkompass

Die Analyse finden Sie unter diesem Link:

https://www.finanzen100.de/premium/bernecker-boersenkompass/fed-sitzung-gibt-es-eine-ueberraschung_H1295851652_6799710/

Eine Übersicht über die Artikel und Analysen des Bernecker Börsenkompass finden Sie hier: https://www.finanzen100.de/premium/bernecker-boersenkompass/analysen/

Markus Horntrich
Markus Horntrich
Redakteur

Die KI-Hausse im Halbleitersektor bekommt laut Bank of America ein breiteres Fundament. Die Analysten heben ihre Prognose für den weltweiten Halbleitermarkt 2030 von 2,7 auf 3,2 Bio. $ an. Das entspricht 2026 bis 2030 einem Wachstum von 18 % p. a. statt bislang 14 %. Neben Rechenzentren ziehen nun Speicher, Auto und Industrie stärker mit.

Die größten Profiteure sind die Ausrüster: Die Prognose für den Markt für Wafer Fab Equipment (WFE) steigt für 2026 auf 156 Mrd. $ (+33 %) und für 2027 auf 210 Mrd. $ (+34 %). Bis 2030 könnten es knapp 360 Mrd. $ werden. Allein die Speicherinvestitionen sollen 2026/27 auf 61 bzw. 85 Mrd. $ springen. Bei DRAM erwartet BofA sogar +50 % auf 45 Mrd. $ 2026 und weitere 40 % 2027. Treiber sind HBM, Advanced DRAM und der nächste NAND-Ausbauzyklus.

ASML gehört damit für die Analysten zu den zentralen Favoriten. EUV profitiert überproportional von Sub-5-nm-Logik und fortschrittlichem DRAM. BofA kalkuliert bis 2030 mit 35 % EPS-Wachstum p. a. und rund 110 € Gewinn je Aktie. Auch ASM International erhält Rückenwind: Hier werden für 2030 etwa 70 € EPS bzw. 40 % CAGR erwartet. VAT und Comet profitieren ebenfalls von steigender WFE-Intensität.

Die zweite Überraschung kommt aus dem Automobilmarkt. Trotz schwacher Fahrzeugproduktion hebt die BofA die Halbleiterprognose für 2026 von 54 auf 60 Mrd. $ (+12 %) an. Software-defined Vehicles, ADAS und mehr Mikrocontroller erhöhen den Chipwert je Fahrzeug. Infineon und STMicroelectronics sind deshalb die bevorzugten europäischen Halbleiternamen der Bank. Gleichzeitig soll der Industriemarkt 2026 um 32 % auf 66 Mrd. $ wachsen. Smartphones und PCs bleiben dagegen mit jeweils -9 % die Schwachpunkte.

Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH im Abo oder im Einzelabruf unter www.bernecker.info
 
 
 

Catharina Nitsch
Catharina Nitsch
Redakteurin

Das gibt Rückenwind: NORDEX hat einen Auftrag über 13 Turbinen für einen Windpark nahe der brandenburgischen Stadt Schwedt mit 91 Megawatt Gesamtleistung erhalten. Die Montage wird im September 2027 beginnen, in Betrieb genommen werden soll die erste Anlage ab Januar 2028. Teil des Auftrags ist ein Service-Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren.

Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / www.bernecker.info

Börsianer lesen Briefe der Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH unter www.bernecker.info im Abo oder im Einzelabruf!

Volker Schulz
Volker Schulz
Redaktionsleiter

Nvidia-Chef Jensen Huang und Meta-Chef Mark Zuckerberg lehnen einen branchenweit abgestimmten KI-Entwicklungsstopp ab. Damit stellen sie sich gegen Forderungen von Dario Amodei, Sam Altman und Elon Musk, die zuletzt für ein koordiniertes Zurückfahren der Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Modelle plädiert hatten.

Huang hält zusätzliche US-Gesetze oder neue KI-Sicherheitsregeln für unnötig. Unternehmen müssten selbst entscheiden, ob ihre Modelle und Produkte sicher genug für eine Veröffentlichung seien. Innovation und Sicherheit seien kein Widerspruch: Entwickler sollten so schnell wie möglich vorangehen, bei konkreten Sicherheitsproblemen aber selbstständig pausieren.

Auch Zuckerberg sieht die Verantwortung bei den einzelnen KI-Laboren. Diese hätten bereits aus Haftungsgründen starke Anreize, unsichere Modelle nicht auf den Markt zu bringen. Meta habe beispielsweise die Einführung seines KI-Agenten Muse um mehrere Monate verschoben, ohne deshalb von anderen Unternehmen ebenfalls einen Entwicklungsstopp zu verlangen.

Volker Schulz

Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe https://www.bernecker.info/

Volker Schulz
Volker Schulz
Redaktionsleiter
Die USA dürften bei einigen ihrer wichtigsten Lenkwaffen inzwischen gefährlich knapp sein. Bloomberg Economics schätzt, dass im...

Dieser Beitrag ist exklusiv für Abonnenten unserer Börsenbriefe verfügbar. Produkt-Informationen und Bezugsangebote finden Sie hier.

Volker Schulz
Volker Schulz
Redaktionsleiter

Wall Street ging erneut schwächer aus dem Handel. Der S&P 500 verlor 0,45 %, der Dow 0,63 % und der Nasdaq 0,78 %. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte im Tagesverlauf 5,041 %, den höchsten Stand seit 2007. Gleichzeitig stieg Brent am Dienstag knapp 3 %. Energieaktien hielten sich entsprechend besser, Amazon verlor rund 2 %. Nvidia gewann dagegen leicht, AMD legte gut 2 % zu.

In Asien ist das Bild am Morgen freundlicher, aber nicht einheitlich. Der breite MSCI-Index für Asien ohne Japan liegt leicht höher, koreanische Aktien gehören zu den stärkeren Märkten. SK Hynix und Samsung Electronics legen zu, nachdem der KI-Komplex nach dem kräftigen Rückschlag vom Wochenbeginn weiter stabilisiert. US-Futures tendieren ebenfalls leicht positiv. Der DAX geht rd. 100 Punkte freundlicher an den Start um 25.500 Punkte.

Brent hält sich um 108 Dollar je Barrel, obwohl überraschend gestiegene US-Rohöllager kurzfristig etwas Druck herausnehmen. Die saudische East-West-Pipeline und die Verladung in Yanbu bleiben gestört, zugleich wurden Lieferungen nach Europa gekürzt. Die zehnjährige US-Rendite liegt am Morgen wieder knapp unter 5 %.

Heute entscheidet die Fed um 20 Uhr deutscher Zeit, anschließend folgen neue Projektionen und der Dot Plot. Der Terminmarkt preist eine Wahrscheinlichkeit von rund 92 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Zuvor kommen um 14:30 Uhr die US-Einzelhandelsumsätze.

Zahlenseitig war die Nacht dünn. Nach US-Schluss berichtet Lennar, zudem hält Salesforce am Abend auf der Dreamforce seine Investorenveranstaltung mit einem Update zum Finanzrahmen ab.

Volker Schulz 

Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe https://www.bernecker.info/

Markus Horntrich
Markus Horntrich
Redakteur
Die jüngste BofA Fund Manager Survey liefert ein interessantes Signal: Die Profis bleiben optimistisch, treten aber erstmals etwas auf die Bremse. Der Stimmungsindikator fiel von 8,0 auf 7,0, die durchschnittliche Cashquote sprang von 3,5 auf...

Dieser Beitrag ist exklusiv für Abonnenten unserer Börsenbriefe verfügbar. Produkt-Informationen und Bezugsangebote finden Sie hier.
3 / 10