Die Jahresperformance aller relevanten Märkte erreicht zurzeit zwischen 15 und 20 % als grober Mittelwert.
Am wenigsten gewann der Dow mit 11,4 %, Indien und die Schweiz mit jeweils plus 8 %. Der schwerste Index der Welt (S&P 500) schaffte immerhin + 16 %. Die Gewinnbewertungen liegen im großen Schnitt zwischen 15 und 20 im KGV für das zu Ende gehende Jahr. Für das kommende Jahr reduziert sich dieses KGV um etwa 1,5 bis 2 Punkte. Das ergibt einen Erwartungshorizont um etwa 15 % als grober Mittelwert. Damit ist keine Börse wirklich massiv überteuert. Konkreter:
Die amerikanischen MAGA-Techs bringen es zurzeit auf einen Marktwert von zusammen 22 Bio. $. Das sind rd. 37 % des ganzen Index S&P 500. Eine Korrektur um 10 % bringt einen rechnerischen Verlust von 2,2 Bio. $. Eine deutliche Reduzierung dieser wichtigen Adressen lässt sich mit max. 20 % schätzen und ergäbe 4 bis 4,5 Bio. $. Selbst das wäre noch kein Crash, wie die jüngsten Korrekturen zeigten: 10 % Tagesverlust für AMAZON oder META sind schon nach drei Tagen wieder ausgebügelt. Hauptgrund: Die Liquiditätsreserven und das Privatkapital sind überdurchschnittlich präsent.
Europa bietet keine Optionen dazu. Weder in den Größenordnungen noch in den Gründen. Kein großer Industrie-Name ist in Sachen KI oder Netzwerke, wie ChatGPT oder OpenAI, dabei. Auch im Aufbau von Rechenzentren findet sich kaum eine Adresse in vertretbaren Größenordnungen. Anders verhalten sich die Asiaten, insbesondere Tokio und Korea.
Gold macht vor, wie solche Korrekturen laufen. Der Übertreibung im Vorfeld folgten die technische Korrektur in wenigen Tagen und der neue Ansatz für den weitergehenden Trend. Wir erläutern dies auf Seite 6. Auch Aktien wie ADIDAS korrigieren heftig, aber überschaubar. In der laufenden Berichtssaison ist dies nachvollziehbar: Sehr viele technische Korrekturen führen zu einer sauberen Konsolidierung des Gesamtmarktes ohne gravierende Schwächen in den Indizes oder in der Marktstimmung. Hauptgrund: Fast alle diese Korrekturen resultieren aus den Glattstellungen an den Terminmärkten und dem Aufbau neuer Positionen ebenfalls im Terminmarkt und das tatsächliche Anlagekapital fährt mit.
Resümee: Die Grundstimmung an den Märkten bleibt positiv. Nur gravierende politische Überraschungen können kurzfristig zu sehr nervösen Reaktionen führen oder dem Gegenteil mit einem besonders wegweisenden Signal aus der großen Politik eines Landes.