Sie lesen die Ausgabe: Der Aktionärsbrief vom 11.05.2022

Nr. 19/22 Der Aktionärsbrief

Bernecker Briefkopf
Actienboerse Briefkopf

Sehr geehrter Aktionär!


In der Baisse wird der Grundstein für ein Vermögen gelegt.

Aus dieser Sichtweise resultiert die positive Perspektive, wenn zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sind: Erstens, Ihr Portfolio pulverisiert sich nicht in der Baisse und zweitens, Sie haben reichlich Cashquote. Mit unserer Portfolioführung auf Seite 10 zeigen wir Ihnen, wie dies seit über 20 Jahren funktioniert. Daran anknüpfend zum Markt:

Der Tag des Sieges in Russland bringt keine weitere Eskalation.
Dem Markt hilft dies nicht. Der Notenbankentscheid der Fed, die Zinsen um 50 Basispunkte anzuheben und innerhalb von drei Monaten das Volumen der Bilanzverkürzung auf bis zu 95 Mrd. $ monatlich auszuweiten, entsprach ebenso den Erwartungen. Der Bondmarkt hat dies zu 90 % eingepreist. 10 Year Treasuries notieren inzwischen bei 3,13 %. Auch das half dem Markt nicht. Wir bleiben dabei: Der US-Markt hat weiterhin ein Bewertungsproblem. Der alte und erfahrene CEO von Interactive Brokers machte es auf CNBC nochmals deutlich: KGV 16 im aktuellen Umfeld ist eine realistische Bewertung für die Amis. KGV aktuell im S&P 500 18,5. Dazu kommt ein weiterer Faktor, den wir nicht unterschlagen können:


Die Abflüsse aus den ETFs nehmen Kontur an.

Darin liegt dann ein Risiko, wenn dies schnell geschieht und alle durch die gleiche Tür wollen. Das ist nicht zu unterschätzen. 2021 sind rd. 1,1 Bio. $ in den Aktienmarkt geströmt. Bislang sind 3 % der Zuflüsse seit der Pandemie wieder abgeflossen - ein Tropfen auf den heißen Stein. Erfolgen die Abflüsse langsam in kleinen Schritten, ist das verkraftbar, wie in früheren Zeiten auch. Nebenstehende Grafik (MSCI World vs. globale Aktien-Flüsse) gibt diese Problematik wider.


Im Technologiesektor sind viele Überbewertungen bereits abgebaut - aber bei Weitem nicht alle.

Nach den E-Commerce-Werten der letzten Woche wurden nun auch die Cybersicherheits-Titel in den Boden gerammt. CrowdStrike als einer der bekanntesten Namen verlor zum letzten Wochenende an einem Tag über 9 %. 290 $ im Top, jetzt 164 $ und die Fallhöhe bleibt groß. Warum? 41 Mrd. $ Börsenwert stehen gegen rd. 1,5 Mrd. $ Umsatz für 2022 bei KGV 150. Bei diesen Mondbewertungen hilft auch eine Umsatzausweitung auf 2,15 Mrd. $ für 2023 nicht viel - Umsatzbewertung dann immer noch Faktor 19. CrowdStrike steht weiterhin Pate für zahlreiche US-Techs mit ähnlichen Bewertungsdimensionen wie z. B. Cloudflare mit Faktor 22 in der Umsatzbewertung für 2023. In solchen Fällen reichen auch halbierte Kurse nicht aus. Die Liste solcher Beispiele ist lang und die Markttechnik im Nasdaq 100 lässt noch einiges zu.

LogBuch

Die Aktienmärkte setzen ihren Abwärtstrend fort.

Aktuell spielt der Markt das Thema Stagflation. Ein Boden ist noch nicht absehbar. Gleichwohl gibt es bereits heute immer mehr Unternehmen, deren Preisniveaus mittelfristig eine gute Basis für Käufe bieten, aber auch solche, die noch signifikantes Abwärtspotenzial haben. Hier gilt es zu differenzieren. Unsere Aufgabe ist es, Ihnen darzulegen, wo sich Bewertungen rechnen lassen und wo nicht.


Asset Allocation

Schlaglichter:

In der Baisse den Grundstein für ein Vermögen legen ++ Euro/Dollar: Parität in Reichweite ++  Dividendenausschüttung im HDAX auf Rekordhöhe ++ Trendinvestment KRONES ++ Staffeleinstieg bei Schweizer Innovator ++ Bei EURONEXT auf die Lauer legen ++ US-Ölmultis unter der Lupe

BörsenWelt


• Technische Erholung wahrscheinlich.

Trotz des übergeordnet komplexen Umfelds wie auf Seite 1 beschrieben deutet zumindest die Stimmung auf eine technische Erholung hin. Der Fear and Greed Index gibt hier das Signal. Momentum, relative Schwäche der NYSE, das Put-Call-Verhältnis sowie die Volaindizes signalisieren höchste Furcht.


• EUR/USD - Parität in Reichweite.

Der Euro hat gegen den Dollar den Großteil der Abwertung vollzogen. Die Parität ist dennoch drin. Der Zinsabstand (Spread) zwischen deutschen und italienischen zehnjährigen Anleihen hat die 200 Basispunkte überschritten. In Italien bekommt man somit wieder 3 % Zinsen. Das ist jedoch kein Zeichen der Stärke, sondern der Schwäche. Die ersten Ratingagenturen wie Scope heben inzwischen wieder den Finger. Im ersten Quartal ist die Wirtschaft um 0,2 % geschrumpft. Scope erwartet in den kommenden Quartalen ein Nullwachstum. Dennoch steigt der Zins. Investoren wollen raus aus italienischen Bonds. Der Zeitpunkt „too big to fail“, bevor die EZB wieder eingreifen muss, liegt noch entfernt. Das aktuelle Zinsniveau verteuert die Staatsverschuldung für neu aufgenommene Bonds 2022 um rd. 3 Mrd. €. Dagegen stehen aber Staatsschulden über 2,7 Bio. $. Die EZB bleibt somit auf lange Sicht eine Staatsfinanzierungsbank. Sie pausiert damit höchstens zwischenzeitlich mal. Somit wird es der Euro gegen den Dollar wohl längerfristig schwer haben.

• ING DiBa AG prescht beim Thema Strafzinsen voran.

Als erstes größeres Finanzinstitut hierzulande hat man nun den Freibetrag von 50.000 auf 500.000 € angehoben, ab dem das sogenannte „Verwahrentgelt“ anfällt. Damit entfallen für 99,9 % der gut 9 Mio. Kunden die Strafzinsen auf größere Guthaben. Einer früheren Aussage zufolge will die ING mit dem Wegfall der EZB-Minuszinsen das Verwahrentgelt in gleicher Höhe schließlich komplett streichen. Eine Umfrage der Börsen-Zeitung hat ergeben, dass viele Banken ebenfalls zu diesem Schritt bereit sind, sobald die EZB keine negativen Zinsen mehr erhebt. Für die EZB-Sitzung am 21. Juli wird die erste Zinserhöhung und damit auch die Abkehr von den 2014 eingeführten Negativzinsen erwartet. Ein erster wichtiger Schritt zur Normalisierung der Zinslandschaft.


• Dividendenausschüttung im HDAX erreicht Rekordsumme.

Für 2021 schütten die größten hierzulande börsennotierten Unternehmen die Summe von 57,2 Mrd. € aus, was einen neuen Rekordwert darstellt. Im Vergleich zum Vorjahr (42,5 Mrd. €) entspricht das einem Anstieg von knapp 35 %. Damit lassen die 110 Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX die Einschränkungen der Pandemie endlich hinter sich. Der alte Rekordwert von 49,3 Mrd. € stammt dagegen noch aus dem Jahr 2018. Für 2020 waren dagegen Ausschüttungsbeschränkungen zur Anwendung gekommen, die aber teilweise regulatorisch begründet waren.

Über die Hälfte der ausgeschütteten Dividenden kommt aus den Branchen Automobil, Industriegüter und Versicherungen. Rund ein Viertel wird allein vom Automobilsektor gestellt mit deutlichem Vorsprung zum Industriegütersektor, der für 14 % der Dividenden steht.

Damit kommt der Löwenanteil der Ausschüttungssumme aus den etablierten Sektoren der sogenannten „Old Economy“.
63 % der beobachteten Unternehmen heben ihre Dividenden an, während nur 4 % der HDAX-Unternehmen ihre Dividende senken. Angesichts der pandemiebedingten Belastungen eine erfreuliche Vorstellung.

BörsenParkett: KRONES


Warren Buffetts Anlagephilosophie ist zeitgemäßer denn je.

Makroökonomische Tendenzen interessieren Buffett nicht. Ihm geht es nur um eines: Ist der Preis einer Aktieninvestition in ein Qualitätsunternehmen günstig? Wenn dem so ist, schlägt Buffett zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob er vorübergehend mit seinen Investitionen einen Buchverlust hinnehmen muss. In diesem Sinne zunächst nach Deutschland:

• KRONES (WKN: 633 500; 75,20 €) ist ein Trendinvestment zu einem nachvollziehbaren Preis.
Vor 20 Jahren gab es den Wert zu 15 €. Im Top erreichte man 120 € und jetzt sind es 76 €. In seinem Kerngeschäft Abfüll- und Verpackungstechnik ist Krones mit Abstand Weltmarktführer. Den Bereich Intralogistik baut Krones seit 2016 stark aus. Durch die Akquisition der italienischen System Logistics stieg das Unternehmen zu einem bedeutenden Intralogistik-Player in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie auf. Somit ist Krones in allen Wertschöpfungsstufen der Getränkeherstellung bestens vertreten und kann dem Kunden alles aus einer Hand anbieten. 2019/20 wurde die Kostenseite restrukturiert, was eine Absenkung der Kostenbasis um 150 Mio. € brachte.

Nachhaltiges Wachstum ist vorprogrammiert.
Das stetige Wachstum der Weltbevölkerung, eine starke Zunahme der konsumfreudigen Mittelschicht in den aufstrebenden Ländern sowie die stetige Abwanderung der Menschen in die Städte steigern die Nachfrage nach abgepackten Getränken.

Die Zahlen zum ersten Quartal untermauern die guten Perspektiven.
Krones schaffte im 1. Quartal einen Rekordauftragseingang von über 1,5 Mrd. € (+ 45 %). Die Lieferzeiten betragen jetzt bis zu 60/70 Wochen und die Kapazitäten sind bis weit in das Jahr 2024 ausgelastet. Trotz Störungen in der Lieferkette konnte Krones den Umsatz um 13 % gegenüber dem Vorjahr steigern, was leicht über den Konsenserwartungen liegt. 5 bis 9 % Umsatzwachstum für 2022 (realistisches Wachstum in den nächsten Jahren) bei 8 bis 9 % EBITDA-Marge (Ausweitung Richtung 10 bis 11 % bis 2024 machbar) sind solide.

Die Bewertungskennziffern sind deutlich gesunken.
In der Vergangenheit vor 2020 wurde Krones stets mit KGVs über 20 bewertet. Für 2022 liegt das KGV nur noch bei 14 und sinkt 2023 auf 11 zu 12. Die freien Cashflow-Taxen ab 2023 taxieren Analysten auf 6,80 € je Aktie - Tendenz 2024 weiter steigend (2022 ca. 4,20 €). Bringen wir dies noch in den Kontext einer schuldenfreien Bilanz mit knapp 200 Mio. € Nettocash Ende 2022 und hochgerechnet 540 Mio. € bis 2024 gegen einen Börsenwert von 2,4 Mrd. € bei zweistelligen Eigenkapitalrenditen um 13 %.

Fazit: Krones ist Qualität zu einem niedrigen Preis.
Wo am Ende das Tief liegt, wissen wir nicht. Aber 110 bis 120 € lassen sich als Zielgröße rechnen.

Fundamentals Krones
Börsenwert: 2,4 Mrd. €
Umsatz 2022e: 3,96 Mrd. €
Eigenkapitalrendite 22e: 13 %
Dividende 22e: 1,35 €
 
Gewinn je Aktie in €
2018:   4,78
2019:   0,30
2020:  -2,52
2021:   4,47
2022e: 5,31
2023e: 6,80
2024e: 8,17

BörsenParkett: KION


• KION (WKN: KGX 888; 46,62 €) fällt in eine ähnliche Kategorie wie Krones.

Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik. Dematic, das jüngste Mitglied der KION Group, ist Weltmarktführer für den automatisierten Materialfluss mit einem umfassenden Angebot an intelligenten Supply-Chain- und Automatisierungslösungen. Umsatz 2018 noch 8 Mrd. €, 2022 ca. 11,1 Mrd. € und 2024 gemäß Konsenstaxe ca. 13,5 Mrd. € und somit stetiges Wachstum. Für den Gewinn je Aktie gilt: 2018 noch 3,42 € und 2024 geschätzt 6,46 €. Der Kurs aber hat sich mehr als halbiert, was als überzogen gilt. Dennoch gibt es Gründe:

2022 sind die Gewinne rückläufig. Erhebliche Unsicherheiten in Beschaffungsmärkten durch den Ukraine-Krieg, hohe Kosten für Rohstoffe und Logistik sowie das anhaltende Pandemie-Geschehen in China veranlassten den CEO, seine erst Anfang März beschlossene Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückzuziehen. Der Gewinn sackte im ersten Quartal um 40 % weg. - 432 Mio. € freier Cashflow waren das Ergebnis eines Anstiegs der unfertigen Erzeugnisse sowie höherer Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die Kion vorhält, um die eigene Lieferfähigkeit abzusichern. Warburg taxiert den Gewinn je Aktie für 2022 auf 3,84 € nach 4,33 € im Vorjahr, aber schon wieder auf 5,14 € für 2023 in einem normalisierten Umfeld der Beschaffungsmärkte bei einer knapp zweistelligen Free Cashflow-Rendite. Das durchschnittliche Vor-Corona-KGV lag um die 14 zu 15 und 12 zu 13 sollten nachhaltig haltbar sein.

Fazit: Bis 2024 resultieren daraus Zielkurse um 70 zu 80 €. Unser Vorschlag: Kaufen Sie 50 % sofort und den Rest mit einem Abstauberlimit um 40 €.

Fundamentals Kion
Börsenwert: 6,3 Mrd. €
Umsatz 2022e: 11,1 Mrd. €
Dividende 22e: 1,15 €
Free Cashflow-Rendite 22e: 8,5 %
 
Gewinn je Aktie in €
2018:   3,42
2019:   3,69
2020:   1,79
2021:   4,33
2022e: 3,84
2023e: 5,14
2024e: 6,46

BörsenParkett: Schweiz: LOGITECH


• Schweiz: LOGITECH (WKN: A0J 3YT; 58,74 CHF) ist ein Innovator.

Das Unternehmen hat im Laufe der Geschichte viele Duftmarken gesetzt. Dazu gehören die erste kabellose Infrarot-Maus, der erste daumenbetriebene Trackball, die Lasermaus und viele andere. Als Pandemiegewinner ging es im Kurs bis auf 125 CHF in 2021 weit nach oben. Jetzt folgt der Absturz: Logitech hat als Reaktion auf den Ukraine-Krieg die Prognose gesenkt. Für das kommende Jahr erwartet der CEO aufgrund des in der Ukraine und Russland wegbrechenden Absatzes nur noch 2 bis 4 % Umsatzwachstum, bei einem bereinigten operativen Ergebnis von 875 bis 925 Mio. $.


Die langfristigen Trends bleiben intakt.

Zwar werden die Bereiche Gaming und Videokonferenzgeschäft an Dynamik verlieren, aber mindestens das Wachstum des Vor-Corona-Niveaus halten. 10 % Umsatzdynamik ab 2023 ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Hybride Arbeit und Gaming sind Trends, die uns langfristig begleiten werden. Logitech ist es gut gelungen, mit den knapp vorhandenen Computerchips und weiteren Lieferkettenproblemen fertigzuwerden. Dabei kann das Unternehmen höhere Kosten vergleichsweise gut weitergeben. Der Grund dafür ist der hohe Innovationsanteil der Produkte, wie auch die UBS lobt. Das 12-Monats-Foward-KGV liegt nur noch um die 13 bis 14.

Fazit: Jetzt geht es um die Auslotung der Bodenbildung.
Eine Kaufstaffel mit 55 CHF, 50 CHF und 45 CHF sollte dazu passen. Anschließend geht es um Ziele Richtung 75 CHF.

BörsenParkett: Niederlande: EURONEXT N.V.


• Niederlande: EURONEXT N.V. (WKN: A11 5MJ; 70,54 €) - der Marktplatz gewinnt immer.

Es gibt wenig legale Geschäfte, die so profitabel sind wie der Betrieb von Börsenplätzen. Das Wachstum ist zwar nicht unendlich groß, im Gegenzug handelt es sich aber in aller Regel um monopolartige Strukturen. Das gilt auch für Euronext, die die wichtigsten Börsenplätze in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris betreibt.

In Summe konnte man den Umsatz in den letzten fünf Geschäftsjahren von 532 Mio. € auf 1,3 Mrd. € steigern.
Die operative Marge ist mit knapp 50 % außerordentlich hoch. Derartige Margen sind nur möglich, wenn man in monopolistischen Strukturen enorme Preissetzungsmacht hat. Das Ergebnis legte im gleichen Zeitraum von 3,45 € auf 4,29 € je Aktie zu, wobei ein Großteil der Gewinnsteigerungen in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat - dem Börsenboom sei Dank.

In der Branche wächst man durch Übernahmen. So schluckte Euronext kürzlich für ca. 4,4 Mrd. € die Mailänder Börse. Ein mit dem 16-Fachen des EBITDA hoher, aber noch vertretbarer Kaufpreis.

Durch den seit vier Wochen andauernden jüngsten Rücksetzer ist die Aktie wieder auf ein technisch interessantes Niveau zurückgekommen. Ab 68,60 € zeichnet sich eine Bodenbildung ab. Ausgehend von dieser Basis könnten die Kurse wieder anziehen. Über 75 € käme es jeweils zu Kaufsignalen.

Auf diesem Niveau wäre die Aktie für antizyklische Investoren zunehmend interessant.
Das erwartete KGV für 2022 liegt bei 16,6, für 2023 wird mit 15,3 gerechnet. Das ist vertretbar, da in den letzten fünf Jahren durchschnittlich ein KGV von 18,4 gezahlt wurde. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis mit 5,8 liegt im Rahmen der Peergroup und die Dividende lockt mit einer Rendite von rund 3 %.

Fazit: Sie können ein Comeback der Aufwärtsbewegung antizipieren und legen sich bei einem Abstauberlimit von 68,60 € auf die Lauer.

Der Zins- und ETF-Fuchs

• SCHALKE 04 spielt ab der nächsten Saison wieder in der ersten Fußballbundesliga.

Darüber dürfen sich nicht nur die Fans des Vereins aus Gelsenkirchen freuen, sondern auch die Inhaber der 5,5 %-Anleihe von Schalke 04 (WKN: A3M QS4). In den Bedingungen  der am 14. April dieses Jahres emittierten Anleihe ist ein sogenannter „Bundesliga-Bonus“ festgeschrieben, der für den Fall des Wiederaufstiegs ausgeschüttet werden soll. Dieser Bonus beträgt einmalig 2 %. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von 10 Geschäftstagen nach dem Tag, an dem der FC Schalke 04 erstmalig wieder in der Bundesliga spielt. Der erste Spieltag der Saison 2022/23 wurde für den 5. bis 7. August 2022 terminiert. Der 2 %-Bonus dürfte also allerspätestens am 19. August ausgeschüttet werden. Anspruchsbrechtigt sind Anleger, die das Papier bei Geschäftsschluss der Frankfurter Wertpapierbörse am Tag vor dem Bonus-Ausschüttungstag im Depot haben. Der Kurs hat noch nicht reagiert, aber das wird sich spätestens in der ersten Augusthälfte ändern. Fazit: Mit dem Aufstieg dürften sich die Finanzen des gebeutelten Vereins wieder deutlich erholen. Wer investiert ist, sollte es deshalb auch bleiben. Risikofähige Anleger können aber nun auch kurzfristig den Einstieg suchen.

Parkett Geflüster

• Dies und das

EPIC SUISSE will erneut den Börsengang wagen. Der Spezialist für Gewerbeimmobilien hatte bereits 2020 einen Anlauf gewagt, diesen aber wegen schlechter Marktbedingungen wieder abgeblasen. ++ Kriegsbedingt steigen die Preise für Agrargüter. Insbesondere Weizen legte zuletzt zu, nachdem es heißt, dass Indien einen Exportstopp erwägt. ++ Angeblich interessiert sich MediaMarktSaturn (Ceconomy) für Coolblue, einen niederländischen Online-Anbieter von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten. Zwar hatte Coolblue 2021 seine Börsenpläne wieder einstampfen müssen, aber so verzweifelt wird man deswegen wohl nicht sein, dass man sich direkt MediaMarktSaturn an den Hals wirft.

Unter der Lupe


• Die US-Ölmultis schwimmen im Geld.

• Die US-Ölmultis schwimmen im Geld. Die wegen des Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden Sanktionen deutlich gestiegenen Preise für Rohöl und Erdgas spülen viele Milliarden Dollar in die Kassen der Branchenvertreter. So konnte beispielsweise ExxonMobil im ersten Quartal seinen Gewinn um 50 % auf 5,5 Mrd. $ steigern. Chevron fuhr gar 6,3 Mrd. $ ein, den höchsten Q1-Gewinn der vergangenen 10 Jahre. Entsprechend haben Aktien der US-Energiebranche zuletzt eine erhebliche relative Stärke zum breiten Markt gezeigt. So hat der S&P 500 seit Jahresbeginn mehr als 10 % nachgegeben. Der Subindex „S&P 500 Energy“ legte dagegen gut 35 % zu.
Die Öl- und Gaspreise nehmen bereits ein von der EU geplantes Embargo vorweg. Immerhin planen die Europäer bis zum Jahresende zumindest eine schrittweise Abkehr von russischen Ölimporten. Bei Erdgas gestaltet sich das schon deutlich schwieriger, ist hier doch zum einen die Abhängigkeit von Russland höher und andererseits das Ausweichen auf alternative Lieferanten schwieriger. Die USA sind da schon ein großes Stück weiter, agieren aber auch aus einer komfortableren Ausgangssituation heraus. Durch das Fracking sind die USA seit Jahren selbstversorgend und zudem Nettoexporteur. Um die preissteigenden Effekte zu dämpfen, hat Präsident Biden das Anzapfen der staatlichen Ölreserven angeordnet und außerdem eine erhöhte Beimischung von Ethanol zum Benzin gestattet.
Die wegen des Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden Sanktionen deutlich gestiegenen Preise für Rohöl und Erdgas spülen viele Milliarden Dollar in die Kassen der Branchenvertreter. So konnte beispielsweise ExxonMobil im ersten Quartal seinen Gewinn um 50 % auf 5,5 Mrd. $ steigern. Chevron fuhr gar 6,3 Mrd. $ ein, den höchsten Q1-Gewinn der vergangenen 10 Jahre. Entsprechend haben Aktien der US-Energiebranche zuletzt eine erhebliche relative Stärke zum breiten Markt gezeigt. So hat der S&P 500 seit Jahresbeginn mehr als 10 % nachgegeben. Der Subindex „S&P 500 Energy“ legte dagegen gut 35 % zu.
Die Öl- und Gaspreise nehmen bereits ein von der EU geplantes Embargo vorweg. Immerhin planen die Europäer bis zum Jahresende zumindest eine schrittweise Abkehr von russischen Ölimporten. Bei Erdgas gestaltet sich das schon deutlich schwieriger, ist hier doch zum einen die Abhängigkeit von Russland höher und andererseits das Ausweichen auf alternative Lieferanten schwieriger. Die USA sind da schon ein großes Stück weiter, agieren aber auch aus einer komfortableren Ausgangssituation heraus. Durch das Fracking sind die USA seit Jahren selbstversorgend und zudem Nettoexporteur. Um die preissteigenden Effekte zu dämpfen, hat Präsident Biden das Anzapfen der staatlichen Ölreserven angeordnet und außerdem eine erhöhte Beimischung von Ethanol zum Benzin gestattet.


Die Öl- und Gaspreise werden auf absehbare Zeit auf hohem Niveau verharren oder möglicherweise noch weiter zulegen.

Die Öl- und Gaspreise werden auf absehbare Zeit auf hohem Niveau verharren oder möglicherweise noch weiter zulegen. Um die preissteigernden Effekte zu dämpfen, hat Präsident Biden die Branche aufgefordert, ihre Förderung zu steigern. Dieser Wunsch ist bisher aber ungehört verhallt. Nicht ganz überraschend, können doch die Multis derzeit ihre Gewinne dynamisch steigern, ohne ihren Aufwand zu erhöhen. Eigentlich die beste aller Welten. Die beiden Branchenplatzhirsche ExxonMobil und Chevron wollen ihre Förderung bestenfalls stabil halten oder sogar leicht zurückfahren.
Um die preissteigernden Effekte zu dämpfen, hat Präsident Biden die Branche aufgefordert, ihre Förderung zu steigern. Dieser Wunsch ist bisher aber ungehört verhallt. Nicht ganz überraschend, können doch die Multis derzeit ihre Gewinne dynamisch steigern, ohne ihren Aufwand zu erhöhen. Eigentlich die beste aller Welten. Die beiden Branchenplatzhirsche ExxonMobil und Chevron wollen ihre Förderung bestenfalls stabil halten oder sogar leicht zurückfahren.


Das mag auf den ersten Blick opportunistisch und egoistisch aussehen.

Das mag auf den ersten Blick opportunistisch und egoistisch aussehen. Aber die US-Öl- und Gasindustrie hat aus der Vergangenheit gelernt. Vor 13 Jahren waren die Gaspreise in ungeahnte Höhen geschossen und die Unternehmen haben gefördert, was das Zeug hielt. Die Quittung dafür kam dann umso umbarmherziger: Als die Preise in sich zusammenfielen, mussten Hunderte Unternehmen Insolvenz anmelden. Deshalb ist es heute zumindest halbwegs verständlich, dass sich die Unternehmen auf die Sicherung ihrer Profite, aber nicht auf deren kurzfristige Maximierung konzentrieren.
Aber die US-Öl- und Gasindustrie hat aus der Vergangenheit gelernt. Vor 13 Jahren waren die Gaspreise in ungeahnte Höhen geschossen und die Unternehmen haben gefördert, was das Zeug hielt. Die Quittung dafür kam dann umso umbarmherziger: Als die Preise in sich zusammenfielen, mussten Hunderte Unternehmen Insolvenz anmelden. Deshalb ist es heute zumindest halbwegs verständlich, dass sich die Unternehmen auf die Sicherung ihrer Profite, aber nicht auf deren kurzfristige Maximierung konzentrieren.


Jahrelang hat die US-Öl- und -Gasindustrie nur relativ bescheidene Renditen abgeworfen.

Jahrelang hat die US-Öl- und -Gasindustrie nur relativ bescheidene Renditen abgeworfen. Anleger mussten viel Geduld aufbringen und fordern deshalb nun umso energischer ihr Recht ein. Das spiegelt sich in entsprechenden Ausschüttungen wider: Chevron hat zuletzt rund 4 Mrd. $ an seine Anteilseigner ausgekehrt. ExxonMobil will bis Ende 2024 sogar 30 Mrd. $ für Aktienrückkäufe aufbringen.
Anleger mussten viel Geduld aufbringen und fordern deshalb nun umso energischer ihr Recht ein. Das spiegelt sich in entsprechenden Ausschüttungen wider: Chevron hat zuletzt rund 4 Mrd. $ an seine Anteilseigner ausgekehrt. ExxonMobil will bis Ende 2024 sogar 30 Mrd. $ für Aktienrückkäufe aufbringen.


Da die Europäer ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen so schnell wie möglich reduzieren wollen, werden die Herausforderungen für die US-Branchenvertreter in absehbarer Zeit nicht kleiner werden.

Da die Europäer ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen so schnell wie möglich reduzieren wollen, werden die Herausforderungen für die US-Branchenvertreter in absehbarer Zeit nicht kleiner werden. Speziell bei LNG (Flüssiggas) sind die Herausforderungen groß. Hier müssen auf beiden Seiten erst einmal die erforderlichen Kapazitäten geschaffen werden. Auf US-Seite sind die Verflüssigungsanlagen aber bereits jetzt voll ausgelastet, weshalb nun 13 neue gebaut werden sollen. In Deutschland ist gerade erst mit dem Bau von LNG-Terminals begonnen worden und mit der Fertigstellung frühestens 2024 zu rechnen. Erschwerend kommen noch Preissteigerungen, Lieferkettenprobleme sowie Arbeitskräftemangel hinzu. Dazu stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Forcierung der LNG-Technik überhaupt ist. Ist LNG nämlich tatsächlich nur eine Übergangstechnologie, werden sich die nun eilig geschaffenen neuen Kapazitäten in einigen Jahren als Investitionsruinen herausstellen. Da ist es verständlich, wenn die Branche ihre Investitionen sorgfältig abwägt und nicht mit lautem Hurrageschrei munter drauflos investiert. Dennoch sind die Branchenaussichten zunächst einmal vielversprechend: Laut Goldman Sachs dürften in den kommenden drei Jahren die Investitionen in fossile Brennstoffe, erneuerbare Energien und Atomkraft um 60 % auf 1,4 Billionen $ steigen.
Speziell bei LNG (Flüssiggas) sind die Herausforderungen groß. Hier müssen auf beiden Seiten erst einmal die erforderlichen Kapazitäten geschaffen werden. Auf US-Seite sind die Verflüssigungsanlagen aber bereits jetzt voll ausgelastet, weshalb nun 13 neue gebaut werden sollen. In Deutschland ist gerade erst mit dem Bau von LNG-Terminals begonnen worden und mit der Fertigstellung frühestens 2024 zu rechnen. Erschwerend kommen noch Preissteigerungen, Lieferkettenprobleme sowie Arbeitskräftemangel hinzu. Dazu stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Forcierung der LNG-Technik überhaupt ist. Ist LNG nämlich tatsächlich nur eine Übergangstechnologie, werden sich die nun eilig geschaffenen neuen Kapazitäten in einigen Jahren als Investitionsruinen herausstellen. Da ist es verständlich, wenn die Branche ihre Investitionen sorgfältig abwägt und nicht mit lautem Hurrageschrei munter drauflos investiert. Dennoch sind die Branchenaussichten zunächst einmal vielversprechend: Laut Goldman Sachs dürften in den kommenden drei Jahren die Investitionen in fossile Brennstoffe, erneuerbare Energien und Atomkraft um 60 % auf 1,4 Billionen $ steigen.


Vorerst dürfte also auch die Öl- und Gasbranche profitieren.

Vorerst dürfte also auch die Öl- und Gasbranche profitieren. Bei den klassischen Multis sind die beiden Platzhirsche ExxonMobil (WKN: 852 549; 86,17 $) und Chevron (WKN: 852 552; 163,20 $) zu nennen. Aber auch Occidental Petroleum (WKN: 851 921; 60,53 $), wo gerade erst Warren Buffett eingestiegen ist, zeigt eine vielversprechende Ausgangssituation. Im Bereich Pipelines sind zudem Williams Cos. (WKN: 855 451; 34,20 $) und Kinder Morgan (WKN: A1H 6GK; 18,53 $) anzuführen. Bei den Gasförderern stechen EQT Corp. (WKN: A0R FZL; 36,60 $) und Chesapeake Energy (WKN: A2Q PFF; 83,80 $) positiv heraus. Bei den Ausrüstern ist an erster Stelle Baker Hughes (WKN: A2D UAY; 24,42 $) zu nennen, aber auch Chart Industries (WKN: A0K DX9; 165,84 $) hat gute Chancen.
Fazit: Trotz der bisherigen Kursgewinne in diesem Jahr sind die Aktien der meisten Branchenvertreter noch moderat bewertet. Dennoch sind Einstiegspositionen opportun. Zur Komplettierung dann bitte zunächst eine Korrektur von 10 bis 15 % abwarten!
Bei den klassischen Multis sind die beiden Platzhirsche ExxonMobil (WKN: 852 549; 86,17 $) und Chevron (WKN: 852 552; 163,20 $) zu nennen. Aber auch Occidental Petroleum (WKN: 851 921; 60,53 $), wo gerade erst Warren Buffett eingestiegen ist, zeigt eine vielversprechende Ausgangssituation. Im Bereich Pipelines sind zudem Williams Cos. (WKN: 855 451; 34,20 $) und Kinder Morgan (WKN: A1H 6GK; 18,53 $) anzuführen. Bei den Gasförderern stechen EQT Corp. (WKN: A0R FZL; 36,60 $) und Chesapeake Energy (WKN: A2Q PFF; 83,80 $) positiv heraus. Bei den Ausrüstern ist an erster Stelle Baker Hughes (WKN: A2D UAY; 24,42 $) zu nennen, aber auch Chart Industries (WKN: A0K DX9; 165,84 $) hat gute Chancen.
Fazit: Trotz der bisherigen Kursgewinne in diesem Jahr sind die Aktien der meisten Branchenvertreter noch moderat bewertet. Dennoch sind Einstiegspositionen opportun. Zur Komplettierung dann bitte zunächst eine Korrektur von 10 bis 15 % abwarten!

Finanz Spezialitäten


• SILTRONIC mit starker Entwicklung im ersten Quartal.

Der Hersteller von Siliziumwafern sieht sich einer starken Nachfrage gegenüber, die er auch entsprechend in Preissteigerungen ummünzen kann. Das EBITDA konnte im ersten Quartal auf 186 Mio. € mehr als verdoppelt werden, während der Nachsteuergewinn auf 114,8 Mio. € knapp verdoppelt wurde. Der Umsatz legte um 32 % auf 417 Mio. € zu. Befeuert wurde die Gewinnentwicklung allerdings auch von einem positiven Einmaleffekt, nämlich in Form einer Entschädigungszahlung nach der gescheiterten Übernahme durch GlobalWafers. Siltronic weist zwar auf gestiegene Versorgungsrisiken hin, bestätigt aber die bisherige Prognose, wonach der Umsatz 2022 um 15 bis 22 % steigen, während die EBITDA-Marge im Bereich von 34 bis 37 % liegen soll. Der Aktienkurs hat vom Hoch des vergangenen Jahres über 40 % nachgegeben, wobei die Bewertung mit einem KGV von 7 sehr günstig ist. Wir versuchen, per Call long zu gehen.

SILTRONIC-Call
WKN: HB5 G5C
Basis/K.-o.-Level: 62,616 €
Laufzeit: offen
Bezugsverhältnis: 1:10
Emittent: UniCredit
Kauflimit: 2,15 €
Stop-Loss-Limit: 1,50 €
SILTRONIC-Call

WKN: HB5 G5C
Basis/K.-o.-Level: 62,616 €
Laufzeit: offen
Bezugsverhältnis: 1:10
Emittent: UniCredit

Kauflimit: 2,15 €
Stop-Loss-Limit: 1,50 €

Bär der Woche


• PALANTIR (WKN: A2Q A4J; 7,37 $) hat enttäuscht

Der Anbieter von Methoden zur Analyse großer Datenmengen hat im ersten Quartal 2022 den Umsatz um 31 % auf 446,36 Mio. $ gesteigert, was leicht über den Erwartungen lag. Der Gewinn je Aktie hat sich dagegen auf zwei Cent halbiert, während Analysten lediglich mit einem leichten Rückgang von 4 auf 3,6 Cent gerechnet hatten. Das wurde am Montag mit einem Kursverlust von gut 20 % bestraft. Unterm Strich ist PALANTIR auf Jahressicht nachhaltig defizitär. Obwohl sich der Kurs ausgehend vom Allzeithoch von 29,29 $ bereits geviertelt hat, ist die Aktie immer noch ambitioniert bewertet. Der Kurs dürfte den Boden also noch nicht gefunden haben.

SpotLight


• ADIDAS (WKN: A1E WWW; 177,06 €) mit Margenwarnung.

Der Sportartikelhersteller erwartet nun die Bruttomarge lediglich auf dem Vorjahresniveau von 50,7 % (bisher 51,5 bis 52 %), während die operative Marge bei 9,4 % anstatt 10,5 bis 11 % liegen soll. Der Nachsteuergewinn aus dem fortgeführten Geschäft soll lediglich das untere Ende der Bandbreite von 1,8 bis 1,9 Mrd. € erreichen. Probleme macht das Geschäft in China, das durch einen Konsumentenboykott gegen westliche Sportartikelhersteller und durch Corona-Lockdowns geschwächt wird. Trotz einer Kurshalbierung ist die Aktie mit einem KGV von 19 immer noch nicht wirklich preiswert, zumal die steigende Inflation den Konsum weiter dämpfen dürfte. Ein Test des Corona-Ausverkaufstiefs vom März 2020 bei 162,20 € ist wahrscheinlich. Aber auch tiefere Kurse sind (Stichwort Ukraine-Krieg) nicht auszuschließen. Deshalb vorerst kein Kauf.


• BAYER (WKN: BAY 001; 57,82 €) liefert im von uns erwarteten Rahmen.

• BAYER (WKN: BAY 001; 57,82 €) liefert im von uns erwarteten Rahmen. Das erste Quartal (EBITDA + 25 % auf 5,25 Mrd. €) lag über den Erwartungen. Der bestätigte Ausblick wirkt eher konservativ und lässt Luft nach oben. Die Konsensschätzungen der Analysten sollten jetzt leicht steigen. Leider stellt sich die US-Regierung bei den Glyphosat-Klagen gegen Bayer. Damit reicht der potenzielle Schaden bis 15 Mrd. $. Im Kurs ist das drin. Ziel 80 € gilt.
Das erste Quartal (EBITDA + 25 % auf 5,25 Mrd. €) lag über den Erwartungen. Der bestätigte Ausblick wirkt eher konservativ und lässt Luft nach oben. Die Konsensschätzungen der Analysten sollten jetzt leicht steigen. Leider stellt sich die US-Regierung bei den Glyphosat-Klagen gegen Bayer. Damit reicht der potenzielle Schaden bis 15 Mrd. $. Im Kurs ist das drin. Ziel 80 € gilt.


• Frau Schulze und Frau Lemke sorgten bei VERBIO (WKN: A0J L9W; 47,88 €) fast für die Halbierung.

• Frau Schulze und Frau Lemke sorgten bei VERBIO (WKN: A0J L9W; 47,88 €) fast für die Halbierung. Dazu reichten vier Wochen. Keine Nahrungsmittel in den Tank lautet der Slogan. CEO Sauter sieht es richtig. Mit ihren Äußerungen haben beide der Versorgungssicherheit mit heimischen Energieträgern einen Bärendienst erwiesen. Die Wachstumsstrategie von Verbio beruht seit Jahren ohnehin auf dem Ausbau der Produktion für fortschrittliche Biokraftstoffe der 2. Generation aus Rückständen wie Schlempe und Reststoffen oder Getreidestroh. Diese sind der Treiber und sorgten zuletzt für die Prognoseerhöhung für 2021/22 auf 430 Mio. EBITDA. Darüber hinaus setzt man für die Bioenergieproduktion allein aus Kostengründen vor allem auf minderwertige Getreide-Qualitäten, die nie den Weg in die Nahrungsmittelindustrie finden würden. Dazu kommt die Internationalisierung. Wir halten den Abverkauf für überzogen. 6,9-fache EBITDA-Bewertung wird interessant. Wir warten nun auf das Zahlenwerk am 12. Mai. Spekulativ lässt sich eine kleine Position rechtfertigen.
Dazu reichten vier Wochen. Keine Nahrungsmittel in den Tank lautet der Slogan. CEO Sauter sieht es richtig. Mit ihren Äußerungen haben beide der Versorgungssicherheit mit heimischen Energieträgern einen Bärendienst erwiesen. Die Wachstumsstrategie von Verbio beruht seit Jahren ohnehin auf dem Ausbau der Produktion für fortschrittliche Biokraftstoffe der 2. Generation aus Rückständen wie Schlempe und Reststoffen oder Getreidestroh. Diese sind der Treiber und sorgten zuletzt für die Prognoseerhöhung für 2021/22 auf 430 Mio. EBITDA. Darüber hinaus setzt man für die Bioenergieproduktion allein aus Kostengründen vor allem auf minderwertige Getreide-Qualitäten, die nie den Weg in die Nahrungsmittelindustrie finden würden. Dazu kommt die Internationalisierung. Wir halten den Abverkauf für überzogen. 6,9-fache EBITDA-Bewertung wird interessant. Wir warten nun auf das Zahlenwerk am 12. Mai. Spekulativ lässt sich eine kleine Position rechtfertigen.


• EVONIK (WKN: EVN K01; 25,15 €) mit Gewinnsprung im ersten Quartal.

• EVONIK (WKN: EVN K01; 25,15 €) mit Gewinnsprung im ersten Quartal. Der Nettogewinn ist um 69 % auf 314 Mio. € gestiegen. Wie bereits vor zwei Wochen im Zuge der Veröffentlichung vorläufiger Eckdaten bekannt gegeben, hat der Umsatz um ein Drittel auf knapp 4,5 Mrd. € zugelegt. Das bereinigte EBITDA ist um ein Viertel auf 735 Mio. € gestiegen. Evonik profitiert von einer weiterhin hohen Nachfrage nach Tierfuttereiweißen, aber auch von guten Geschäften mit der Kosmetik- und Pharmaindustrie. Mit einem KGV von 12, einem KUV von 0,7 und einem KBV von 1,2 bleibt die Aktie günstig. Zusätzliches Bonbon ist die Dividendenrendite von 4,7 %. Es bleibt beim Abstauberlimit von 22 €. Wer aber zumindest einen Fuß in der Tür haben möchte, kann versuchen, um 24 € herum eine Einstiegsposition zu kaufen.
Der Nettogewinn ist um 69 % auf 314 Mio. € gestiegen. Wie bereits vor zwei Wochen im Zuge der Veröffentlichung vorläufiger Eckdaten bekannt gegeben, hat der Umsatz um ein Drittel auf knapp 4,5 Mrd. € zugelegt. Das bereinigte EBITDA ist um ein Viertel auf 735 Mio. € gestiegen. Evonik profitiert von einer weiterhin hohen Nachfrage nach Tierfuttereiweißen, aber auch von guten Geschäften mit der Kosmetik- und Pharmaindustrie. Mit einem KGV von 12, einem KUV von 0,7 und einem KBV von 1,2 bleibt die Aktie günstig. Zusätzliches Bonbon ist die Dividendenrendite von 4,7 %. Es bleibt beim Abstauberlimit von 22 €. Wer aber zumindest einen Fuß in der Tür haben möchte, kann versuchen, um 24 € herum eine Einstiegsposition zu kaufen.


• PNE-Aktionäre (WKN: A0J BPG; 12,00 €) müssen auf der HV aufpassen!

Morgan Stanley Infrastructure (Photon) versucht trickreich die Mehrheit im Aufsichtsrat zu ergattern. Nach dem Versand der HV-Einladung, die am 18. Mai stattfindet, wurde ein Gegenantrag gegen den Kandidaten des zweitgrößten Aktionärs (AOC) gestellt - ein Affront, der den Machtkampf mit den restlichen Aktionären eskalieren lässt. So treten für den drittgrößten Aktionär Enkraft nun zwei eigene Kandidaten an. Die Machtübernahme durch Morgan Stanley kann verhindert werden, wenn auf der Hauptversammlung genügend Aktionäre gegen die Punkte 7a, 7b, 8, 9, 10 und 11 sowie gegen Punkt A stimmen. Ein vorzeitiges Delisting wäre schade. Wir schätzen den fairen Wert inzwischen auf 15 bis 18 €.

Tops & Flops


• GEBERIT (508,40 CHF)

Die Aktie des Sanitärtechnik-Unternehmens verlor 8 %. Zwar konnte man den Umsatz im ersten Quartal steigern, aber die verschlechterte Margenentwicklung sowie der zurückhaltende Ausblick verunsicherten die Anleger. Kaufbasis: 475 CHF.


• IDEAGEN (351 p)

Der Kurs des Softwareun-ternehmens hat 46,5 % zugelegt. Man hat dem Übernahmeersuchen des Private-Equity-Unternehmens Hg Pooled Management zu 350 pence in bar zugestimmt. Das entspricht einer Prämie von 52 %. Vorerst halten.


• MONDELEZ (65,92 $)

In einer Analystenpräsentation hob der CEO das organische Umsatzwachstum langfristig von 3 % auf 3 bis 5 % an. Der Weltmarktführer für Snacks rechnet über Jahre mit solidem Umsatz- und starkem Gewinnwachstum. KGV 21 für 2023 ist akzeptabel.

Portfolios


Spekulatives Portfolio

Kommentar: Das Portfolio gab im Wochenverlauf mit dem schwachen Gesamtmarktbild weiter nach. Unser Minus bleibt jedoch überschaubar und so schlagen wir uns weit besser als jeder Index seit Jahresbeginn. Das Zahlenwerk von Siltronic kann sich absolut sehen lassen. Folgt kein Gasembargo, sollte sich der Titel bei einstelligem KGV deutlich erholen können. 3 € Dividendenabschlag sind im Kurs drin. KSB Vz. schüttet eine Dividende über 12 € aus. Die Windkraftprojektierer/Bestandshalter ABO Wind und Cloudberry neigten zur Schwäche. News stehen nicht dahinter. Cloudberry bringt am 07.06.22 Zahlen zum ersten Quartal, die sehr überzeugen sollten. 46 % Cash bleiben unangetastet.


Allround-Portfolio

Kommentar: Das Portfolio tendierte im Wochenverlauf etwas leichter. Wir verkaufen unseren Private Equity ETF. Knapp 40 % Kursplus wollen wir uns sichern. In den letzten Wochen kam es zu Abflüssen im Sektor. Der ETF bleibt natürlich auf unserer Watchlist. BYD meldet wie erwartet eine nachlassende Dynamik bei den Verkäufen im April, was den Lockdowns in China geschuldet ist. Bristol Myers schlug im ersten Quartal die Erwartungen. Keine Neuaufnahme.

Niemand weiß, was in ihm drinsteckt, solange er nicht versucht, es herauszuholen. (Ernest Hemingway)


Ihr Pflichttermin am Freitag, 13.05.2022 um 19 Uhr:

Im Rahmen der Börsenshow von aktienlust wird an diesem Freitag das Gewinnerteam des Börsenspiels gekürt. Auch wir sind vor Ort dabei mit guten Chancen auf den Titel. Freuen Sie sich auf rd. 90 Minuten beste Live-Unterhaltung rd. um die Börse.

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