Kürzlich beim KOSPI-Ausverkauf waren Börsianer gegenläufig unterwegs.
Südkoreaner lenkten ihr Kapital fluchtartig an die US-Börsen. Zugleich suchten Amerikaner ihre Chance im südkoreanischen Markt, der ihnen unterbewertet erschien. Selbst als das bekannt wurde, setzten die Asiaten weiter auf US-Aktien. Man kaufte auch im Großmaßstab die kürzlich emittierten ADRs auf SK Hynix und akzeptierte dafür 10 % Preisaufschlag.
Owen Lamont von Acadian Asset Management nennt dieses Verhalten südkoreanischer Anleger grundlos. Unverblümt gesagt: Es erscheint sinnfrei. Dass der genannte Preisunterschied überhaupt besteht, ist für Lamont ein Warnsignal spekulativer Übertreibung, ähnlich wie zu Zeiten der Dotcom-Blase. Allerdings waren südkoreanische Privatinvestoren Ende 2024 schon mit massiven Käufen US-amerikanischer Quanten-Aktien aufgefallen, ohne direkt eine große Finanzkrise auszulösen.
Jeder „nächste Schritt“ an den Börsen hat zurzeit einen klaren KI-Zusammenhang. Im Vordergrund steht dabei weiterhin das Unternehmen, dessen Aktie inzwischen nur noch „gut behütet“ mitläuft (siehe Chart der Woche): Nvidia. Den Zahlentermin am Mittwoch nach Börsenschluss behandeln wir weiter unten (S. 2). Zur generellen Frage „Was tun wir da eigentlich?“ kam in dieser Woche ein namhafter Beitrag von Bill Gates in die Öffentlichkeit.
Die harte KI-These lautet: Wir schaffen, auf höchst dynamische Art, das eigenständige Denken ab! Was bei Bill Gates aber nicht im Vordergrund steht. Er fokussiert etwa auf die Umwälzung im Wirtschaftsleben, auf die Folgen für den Arbeitsmarkt und die Notwendigkeit lenkender staatlicher Eingriffe. Gates betont, dass kein Staat auf diese Dynamik mit gesellschaftlichen Folgen ansatzweise vorbereitet ist. Wir kommen darauf zurück.
Herbst der Reform oder der Umwälzung? Erste Zuspitzung ist am 6. September die Wahl in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis könnte für Auslandsinvestoren ausladend wirken. Barquote hoch.

