Sie lesen die Ausgabe: Die Termin-Börse vom 19.06.2026

Nr. 25/26 Die Termin-Börse

Bernecker Briefkopf
Actienboerse Briefkopf

Sehr geehrte Damen und Herren


in dieser Woche war der Nachrichtenhintergrund per saldo positiv.

Vor allem die weiter fallenden Energiepreise gaben den Aktienmärkten Rückenwind. Das mögliche Abkommen zwischen den USA und dem Iran wirkt auf den ersten Blick wie ein Kursturbo. Doch ganz so einfach ist es nicht. Erst die weiteren Verhandlungen werden zeigen, wie tragfähig die Entspannung an den Energiemärkten tatsächlich ist. Vorerst scheinen Aktieninvestoren jedoch ein nahezu ideales Szenario einzupreisen: sinkende Energiepreise, robuste Konjunkturerwartungen und nachlassende geopolitische Risikoprämien. Diese Bewegung nutzen wir zunächst taktisch.


Unser Hauptaugenmerk gilt heute einer Branche, die von fallenden Energiepreisen besonders stark profitieren kann: den Fluggesellschaften.

Der Ölpreis ist zuletzt deutlich zurückgekommen. Brent-Öl fiel zeitweise sogar unter die 80-Dollar-Marke je Barrel. Für Airlines ist das keine Randnotiz, sondern einer der wichtigsten Ergebnishebel überhaupt. Kerosin gehört zu den größten Kostenblöcken der Branche. Wenn der Ölpreis fällt, die Kerosinpreise nachgeben und sich zugleich die Nachfrage nach Geschäfts-, Premium- und Urlaubsreisen robust hält, verbessert sich das Chance-Risiko-Profil deutlich.

Unsere bisherigen Call-Positionen in AIR FRANCE-KLM, DELTA AIR LINES und DEUTSCHE LUFTHANSA liegen bereits klar im Gewinn. AIR FRANCE-KLM kommt auf einen Zwischengewinn von rund 83 %, DELTA AIR LINES auf 48 % und DEUTSCHE LUFTHANSA auf ca. 58 %. Das ist erfreulich, hat aber einen technischen Nebeneffekt: Die bestehenden Call-Scheine haben durch den Kursanstieg nur noch einen vergleichsweise geringen Hebel. Für neue Zukäufe setzen wir deshalb gezielt auf frischere Produkte mit einem Hebel von rund 5.

Die TIPPS der WOCHE:

AIR FRANCE-KLM bleibt der spekulativste Hebel auf fallende Kerosinpreise und ist unter den drei Werten die offensivste Idee.

Die Bewertung ist extrem niedrig: Das KGV liegt nur bei gut 2, das erwartete KGV bei rund 5 und das PEG bei etwa 0,14. Eine Dividende zahlt der Konzern derzeit nicht. Genau das zeigt: Die Aktie ist kein klassischer defensiver Qualitätswert, sondern eine spekulative Turnaround- und Ölpreiswette.

Operativ hat AIR FRANCE-KLM 2025 stark geliefert. Der Konzern erzielte einen Rekord beim operativen Ergebnis, profitierte von einer robusten Premium-Nachfrage und arbeitet weiter an einer Verbesserung der Marge. Gleichzeitig bleibt der hohe Kerosinbedarf der zentrale Belastungsfaktor. Sollte der Ölpreis weiter fallen, wäre AIR FRANCE-KLM unter den drei Aktien vermutlich der größte Profiteur. 

Vorschlag 1: Kaufen Sie das AIR FRANCE-KLM-Open end-Turbo-Long-Zertifikat von der BNP Paribas mit der ISIN DE000BY40VP3 (Open end, akt. Basis-, akt. Knock-out-Schwelle 10,041 €, Hebel 4,80, Kurs 2,56 €) zu einem Drittel billigst. Platzieren Sie zwei Zukauflimits bei 2,18 und 1,92 €. Setzen Sie das Stop-Loss auf 1,47 €.

DELTA AIR LINES ist der Qualitätswert unter den Fluggesellschaften und fundamental deutlich robuster aufgestellt als viele Wettbewerber.

Das Unternehmen profitiert von starker Premium-Nachfrage, einem starken Heimatmarkt, hoher Markenqualität und einer vergleichsweise soliden Finanzposition. Zusätzlich besitzt DELTA mit der eigenen Raffinerie einen gewissen Sondervorteil, auch wenn dieser hohe Kerosinpreise nicht vollständig ausgleicht.

Die Bewertung ist nicht mehr niedrig, lässt aber Kurs-Luft nach oben. Das KGV liegt bei rund 12, die Dividendenrendite bei knapp 1 %. Beim PEG sind die Daten weniger eindeutig; je nach Berechnung geht die Kennzahl deutlich auseinander. Für unsere Einschätzung ist wichtiger: DELTA ist kein Ramschwert, sondern die qualitativ beste Airline in dieser Auswahl - aber eben mit weniger Bewertungshebel als AIR FRANCE-KLM.

Vorschlag 2: Steigen Sie in das DELTA AIR LINES-Open end-Turbo-Long-Zertifikat von der Société Générale mit der ISIN DE000FE5YU72 (Open end, akt. Basis-, akt. Knock-out-Schwelle 68,526 USD, Hebel 5,20, Kurs 1,42 €) zu einem Drittel zum aktuellen Kurs ein. Setzen Sie zwei Zukauflimits auf 1,21 und 1,14 €. Fixieren Sie das Stop-Loss-Limit auf 1,06 €.

Die Aktie ist mit einem KGV von rund 6,6, einem erwarteten KGV von 9 und einem PEG von etwa 0,8 weiterhin moderat bewertet.

Dazu kommt eine Dividendenrendite von ca. 4 %. Das ist im Airline-Sektor bemerkenswert, aber natürlich nur dann nachhaltig, wenn die Ergebnisverbesserung anhält.

Operativ zeigte der Konzern zuletzt Fortschritte. Der Quartalsverlust fiel geringer aus als im Vorjahr, der freie Cashflow verbesserte sich deutlich, und Sparten wie LUFTHANSA TECHNIK und LUFTHANSA CARGO liefern wichtige Ergebnisbeiträge. Belastend bleiben hohe Personalkosten, Streikrisiken, Integrationsaufwand und die weiterhin anspruchsvolle Kostenbasis im Kerngeschäft.

Positiv ist der Insiderhandel. In den vergangenen 90 Tagen wurden Netto-Insiderkäufe gemeldet; Verkäufe wurden in diesem Zeitraum nicht ausgewiesen. Das ist kein Garant für steigende Kurse, aber ein deutlich besseres Signal als bei AIR FRANCE-KLM und DELTA AIR LINES.

Vorschlag 3: Ordern Sie das DEUTSCHE LUFTHANSA-Open end-Turbo-Long-Zertifikat von der Société Générale mit der ISIN DE000FE5LAY4 (Open end, akt. Basis-, Knock-out-Schwelle 7,345 €, Hebel 5,04, Kurs 1,85 €) zu einem Drittel billigst. Zukauflimits: 1,56 und 1,33 €. Stop-Loss-Limit: 1,02 €. 

Weitere TIPPS der WOCHE:

Nach den defensiven Werten der vergangenen Ausgabe öffnen wir heute bewusst das Fenster nach Asien.

Dort finden sich einige der klassischen Value-Bastionen, die vom globalen Anlegerpublikum seit Jahren mit einem deutlichen Bewertungsabschlag belegt werden. Dieser Abschlag ist nicht grundlos: China-Risiken, Regulierung, geopolitische Spannungen und Währungsfragen bleiben real. Aber genau darin liegt auch die Chance. Denn wo zu viel Skepsis eingepreist ist, kann bereits eine Stabilisierung reichen, um eine Neubewertung auszulösen. Heute stellen wir Ihnen drei asiatisch geprägte Bluechips vor, die hohe laufende Ausschüttungen, günstige Bewertungen und eine spürbare defensive Komponente miteinander verbinden.

HSBC HOLDINGS

HSBC HOLDINGS ist der asiatische Bankkoloss mit britischem Pass und auf dem Papier eine britische Bank, in der Praxis aber einer der wichtigsten Finanzkonzerne im asiatischen Raum.

Gerade Hongkong, China und die angrenzenden Wachstumsmärkte bleiben für das Institut strategisch entscheidend. Wer eine liquide, international handelbare Bankaktie mit starkem Asien-Bezug sucht, kommt an HSBC kaum vorbei.

Technik: Die Aktie zeigt seit Monaten eine beeindruckende relative Stärke. Während viele zyklische und wachstumsstarke Titel unter Druck geraten, behauptet sich HSBC nahe den jüngsten Hochs. Das spricht dafür, dass institutionelles Kapital weiterhin in zinssensitive, dividendenstarke Finanzwerte umgeschichtet wird.

Besonderheiten: HSBC profitiert von einer Kombination aus hoher Kapitalausstattung, starker Einlagenbasis, Asien-Fokus und konsequenter Restrukturierung. Die Bank wird schlanker, konzentrierter und ertragsstärker. Gleichzeitig bleibt der Titel ein klassischer Dividendenwert. Genau diese Mischung aus Banken-Value, Ausschüttungsstärke und Asien-Hebel macht die Aktie in der aktuellen Marktphase interessant.

Fundamentaldaten: Die Bewertung ist trotz der starken Kursentwicklung noch immer nicht ausgereizt. Die Dividendenrendite liegt im attraktiven Bereich, die Profitabilitätsziele wurden angehoben, und die Bank hält an einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik fest. HSBC ist damit kein spekulativer Turnaround, sondern ein substanzstarker Finanzwert mit laufendem Ertrag.

Vorschlag 4: Ordern Sie das HSBC-Open end-Turbo-Long-Zertifikat von Morgan Stanley mit der ISIN DE000MN06SE4 (Open end, akt. Basis-, akt. Knock-out-Schwelle 1.102,080 GBp, Hebel 4,32, Kurs 3,85 €) zu einem Drittel billigst. Setzen Sie zwei Zukauflimits auf 3,46 und 3,15 €. Sichern Sie sich über das Stop-Loss-Limit zur Verlustbegrenzung bei 2,32 € ab. 

PING AN INSURANCE

PING AN INSURANCE ist Chinas unterschätzter Versicherungsriese und gehört zu den größten integrierten Finanz- und Versicherungskonzernen Chinas.

Der Titel wurde in den vergangenen Jahren brutal abgewertet, weil Anleger alles, was nach China-Finanzwert aussieht, reflexartig mit einem Risikoabschlag versehen. Genau das macht die Aktie jetzt interessant.

Technik: Die Aktie hat sich von ihren Tiefstständen deutlich gelöst, notiert aber weiterhin klar unter früheren Bewertungsniveaus. Das Chartbild ist noch nicht makellos, zeigt aber erste Anzeichen einer Stabilisierung. Für Value-Anleger ist genau diese Übergangsphase spannend: Noch ist die Skepsis groß, aber der Verkaufsdruck lässt nach.

Besonderheiten: PING AN ist kein reiner Versicherer alter Schule. Der Konzern kombiniert Lebensversicherung, Krankenversicherung, Sachversicherung, Bankgeschäft und digitale Finanzdienstleistungen. Entscheidend ist: Das Kerngeschäft bleibt profitabel, die Kundenbasis ist gewaltig und die Dividendenrendite liegt deutlich über dem Marktdurchschnitt.

Fundamentaldaten: Mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis und einer hohen erwarteten Dividendenrendite ist PING AN ein klassischer Value-Titel. Natürlich bleibt der politische China-Abschlag bestehen. Aber bei einem Konzern dieser Größe, mit dieser Marktstellung und dieser Ausschüttungsrendite, ist die Aktie inzwischen eher zu billig als zu teuer.

Vorschlag 5: Kaufen Sie das PING AN INSURANCE-Open end-Turbo-Call-Zertifikat von der Société Générale mit der ISIN DE000FA17257 (Open end, akt. Basis 45,304 CNY, akt. Knock-out-Schwelle 47,900 CNY, Hebel 5,38, Kurs 1,11 €) zu einem Drittel billigst. Platzieren Sie zwei Zukauflimits bei 1,00 und 0,91 €. Setzen Sie das Stop-Loss auf 0,66 €.

BANK OF CHINA

BANK OF CHINA ist die archetypische Dividenden-Value-Aktie Asiens und kein glamouröser Titel.

Genau das ist der Punkt. Die Aktie steht für klassisches Bankgeschäft, niedrige Bewertung und hohe laufende Ausschüttung. In einem Markt, der jahrelang fast ausschließlich für Wachstumsgeschichten bezahlt hat, wirken solche Titel langweilig. Aber langweilig kann an der Börse sehr profitabel sein, wenn der Preis stimmt und Hebelinstrumente eingesetzt werden.

Technik: Die Aktie zeigt eine robuste Tendenz und notiert in der Nähe ihrer jüngeren Hochs. Das spricht dafür, dass Anleger chinesische Banken nicht mehr pauschal meiden, sondern wieder selektiv zwischen schwachen und robusten Geschäftsmodellen unterscheiden.

Besonderheiten: BANK OF CHINA profitiert von ihrer systemischen Bedeutung im chinesischen Finanzsystem. Das Institut ist eng mit dem Außenhandel, dem Firmenkundengeschäft und der internationalen Finanzierungsinfrastruktur Chinas verbunden. Das macht den Titel politisch sensibel, aber zugleich strategisch schwer ersetzbar.

Fundamentaldaten: Die Aktie wird mit einem sehr niedrigen erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt und bietet eine Dividendenrendite von rund 5 %. Damit ist BANK OF CHINA einer der klassischen Deep-Value-Titel im asiatischen Finanzsektor. Wer Substanz sucht und China-Risiken bewusst akzeptiert, findet hier eine defensive Dividendenmaschine mit erheblichem Bewertungsabschlag.

Vorschlag 6: Steigen Sie in das BANK OF CHINA-Open end-Turbo-Call-Zertifikat von der Société Générale mit der ISIN DE000FE1ZH72 (Open end, akt. Basis 4,272 HKD, akt. Knock-out-Schwelle 4,430 HKD, Hebel 4,99, Kurs 1,17 €) zu einem Drittel zum aktuellen Kurs ein. Setzen Sie zwei Zukauflimits auf 1,02 und 0,93 €. Fixieren Sie das Stop-Loss-Limit auf 0,68 €.

GE VERNOVA

GE VERNOVA ist der direktere Profiteur des Stromhungers und deutlich jünger an der Börse, aber thematisch fast perfekt positioniert.

Das Unternehmen bündelt Stromerzeugung, Netztechnik, Windenergie und Elektrifizierung. Damit steht GE VERNOVA genau an der Schnittstelle, an der sich KI-Boom, Rechenzentren, Netzausbau und Energiesicherheit treffen. Der GE VERNOVA-Call wurde ausgestoppt. Die Korrekturphase seit Ende April wurde abgeschlossen und der Kurs ist nun wieder dynamisch auf dem Weg nach oben. Wir springen auf. Auch hier in drei Schritten. Zunächst ein Drittel billigst.

Vorschlag 7: Steigen Sie in das GE VERNOVA-Open end-Turbo-Long-Zertifikat von der Société Générale mit der ISIN DE000FE3LMR8 (Open end, akt. Basis-, akt. Knock-out-Schwelle 713,276 USD, Hebel 2,81, Kurs 3,45 €) zu einem Drittel zum aktuellen Kurs ein. Setzen Sie zwei Zukauflimits auf 3,11 und 2,83 €. Fixieren Sie das Stop-Loss-Limit auf 2,22 €.

ABRECHNUNGEN von letzter AUSGABE:

Die Abrechnungen unserer letztwöchigen Empfehlungen inkl. der teils geänderten Limits entnehmen Sie bitte der Dispositionsliste.

DISPOLISTE und AUSGESTOPPTE WERTE:

DISPOLISTE und AUSGESTOPPTE WERTE:

Eine Bank ist ein Ort, an dem man Geld geliehen bekommt, wenn man nachweisen kann, dass man es nicht braucht. (Bob Hope) 

 

Mit freundlichen Grüßen

   Guido Schäfers    Hans A. Bernecker

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