Sie lesen die Ausgabe: Der Aktionärsbrief vom 25.02.2026

Nr. 09/26 Der Aktionärsbrief

Bernecker Briefkopf
Actienboerse Briefkopf

Intelligenz-Verdrängungsspirale


Sehr geehrter Aktionär!

Das Thema „Zölle“ wird medial intensiv diskutiert, besitzt für unsere strategische Ausrichtung jedoch eine eher untergeordnete Relevanz. Die tatsächlichen Auswirkungen zeichnen sich durch eine hohe geografische Heterogenität aus. Entlas-tungseffekte gibt es in Regionen wie Süd- und Mittelamerika, Kanada sowie weiten Teilen Asiens. Für die Europäische Union gehen wir von einer weitgehend neutralen Entwicklung aus. Im Gegensatz dazu zeichnen sich für Großbritannien tendenziell negative Vorzeichen ab - aber alles im Rahmen des Erträglichen. 

Letztlich gehen wir davon aus, dass sich die Marktmechanismen nivellieren werden. Die anfänglichen Volatilitäten werden voraussichtlich durch gezielte Umdeklarierungen innerhalb der Zollsektionen kompensiert, sodass sich das globale Gefüge wieder einpendelt. Die spekulative Unsicherheit über einen möglichen Angriff der USA auf den Iran (oder dessen Ausbleiben) führt kurzfristig zu einem deutlichen Risikoaufschlag. Weit höher zu hängen aber ist: 

Die Angst vor der KI-Disruption ist nicht mehr lustig und weicht zunehmend der Erkenntnis, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre etwas Gewaltiges geschehen wird. Ein kritischer Bericht von Citrini Research wirbelte nicht nur Staub auf, scho­ckierte regelrecht und schickte Dienstleister wie DoorDash, American Express oder Blackstone auf Talfahrt. Die Ängste disruptiver Verdrängung durch KI-Agenten ganzer Geschäftsmodelle wiegt wesentlich schwerer als das Zollchaos und verfestigt sich mit fast wöchentlich neu gemeldeten KI-Fähigkeiten. So erwischte es jetzt auch IBM. Das Ganze ist kein Spaß mehr. Das Papier von Citrini ist ein fiktives, dystopisches „Macro Memo“, das aus der Sicht des Jahres 2028 auf die wirtschaftlichen Umwälzungen zwischen 2026 und 2028 zurückblickt. Wir geben wieder: 

Die Autoren nennen es „Intelligenz-Verdrängungsspirale“, in der KI-Agenten menschliche Arbeit (insbesondere im White-Collar-Sektor - also die klassischen Bürojobs) so effizient ersetzen, dass das bisherige Wirtschaftsmodell zu wackeln beginnt. Versicherungen, Immobilienmakler und Finanzberater verlieren ihre Daseinsberechtigung, da KI-Agenten komplexe Gebührenstrukturen und Preisvergleiche in Millisekunden optimieren. Agenten umgehen Kreditkartengebühren und nutzen stattdessen billige Stablecoins, was Banken und Zahlungsdienstleister wie Mastercard und Amex massiv unter Druck setzt. Kredite für Software-Firmen (LBOs) fallen aus, da deren Geschäftsmodelle durch KI zerstört wurden. Der 13-Billionen-Dollar-Hypothekenmarkt gerät ins Wanken, weil die ehemals sicheren White-Collar-Kreditnehmer ihre Einkommensbasis verlieren. Kurzum: Über Jahrhunderte war menschliche Intelligenz ein knappes Gut und daher wertvoll. Der Text argumentiert, dass wir nun in eine Ära der Abundanz (Überfluss) an Intelligenz eintreten. Wenn Intelligenz kein knappes Gut mehr ist, sinkt ihr Preis (Lohn) gegen null. Darüber nachzudenken - nicht nur aus Investorensicht - ist existenziell. (VS)

LogBuch

Die Thesen von Citrini mögen extrem und wahrscheinlich auch überzogen sein.

Unterschätzen sollte man sie gleichwohl nicht. Die Märkte preisen diese Risiken ein, indem Bewertungsmultiples wie KGV in betroffenen Sektoren konsequent geschrumpft werden. So ist es durchaus denkbar, dass die Peergroup Software nur noch mit KGV 10 oder 8 bewertet wird oder Cybersecurity mit KGV 20 statt 70. (VS)

Asset Allocation


Schlaglichter:

Intelligenz-Verdrängungsspirale - Umfangreiche Gruppenrotationen durch KI-Angst - US-Wirtschaft verliert überraschend an Tempo - INFINEON: Aushängeschild im DAX - Kupfer-Gigant haussiert - US-Onkologieunternehmen mit Kurspotenzial - Unter der Lupe: Umbau der Finanzwelt - Fintech-Aktien profitieren

BörsenWelt


Eine Konsequenz der KI-Angst sind umfangreiche Gruppenrotationen.

Das Geld fließt aus den spekulativen Tech-Werten (Ausnahmen bestätigen die Regel wie die Speicherchip-Hersteller) ab und in die Realökonomie. Dazu gehören Immobilienbestandshalter mit Fokus Wohnungswirtschaft, Infrastruktur und Bau (auch ein Schwerpunkt unserer Portfolios), Energy (z. B. Öl- und Gasdienstleister) und Power (Versorger) und  Materials (Metalle/Stahl/Bergbau). Dazu gehört auch: Viel Kapital strömt Richtung Europa, wo nicht Technologie, sondern Substanz dominiert. In den letzten zwei Wochen flossen jeweils etwa 10 Mrd. $ in europäische Aktienmärkte. Der Februar 2026 steuert somit auf die höchsten jemals verzeichneten monatlichen Zuflüsse für europäische Aktien zu. Im S&P 500 sind die Konsequenzen ablesbar. Der Index belegt aktuell nur Platz 76 von 92 der von Bloomberg weltweit getrackten Benchmarks. (VS)


Die Rohstoffhändler verdienen sich goldene Nasen.

Durch Zölle (wie die 50 % auf Aluminium) entstehen enorme Preisunterschiede zwischen verschiedenen Handelsplätzen (z. B. London vs. USA). Glencore agiert als cleverer Arbitrageur. Man kauft Metall günstig in London, verschifft es, zahlt den Zoll und profitiert dennoch von der massiven Differenz (dem „Midwest Premium“), die über die reinen Kosten hinausgeht. Die Handelssparte für Metalle und Mineralien konnte ihr EBITDA 2025 bereits um ein Fünftel steigern. (VS)


Die US-Wirtschaft verliert überraschend an Tempo.

Das Bureau of Economic Analysis meldet für das Schlussquartal nur 1,4 % annualisiertes BIP-Wachstum nach erwarteten 2,5 bis 2,8 % und nach 4,4 % im dritten Quartal. Für das Gesamtjahr ergeben sich damit 2,2 % nach 2,8 % im Jahr 2024. Für die Fed ist das heikel, weil die Inflation gleichzeitig hoch bleibt. Der PCE-Preisindex stieg auf 2,9 %, die Kernrate auf 3,0 % und liegt damit rund einen Prozentpunkt über dem Inflationsziel. Präsident Trump schiebt die Schwäche auf den sechs Wochen langen Shutdown von Anfang Oktober bis Mitte November und attackiert Fed-Chef Jerome Powell. Die BEA-Daten deuten aber darauf hin, dass der Shutdown nur etwa die halbe von Trump genannte Belastung erklärt. Entscheidend war der schwächere Konsum. Die Ausgaben stiegen 2,4 % nach 3,5 %, trugen aber noch fast 1,6 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Exporte fielen 0,9 %, die Staatsausgaben sanken 5,1 %, die Bundesausgaben sogar 16,6 %. Lichtblick waren Unternehmensinvestitionen mit plus 3,8 %. Das Conference Board sieht für H1 2026 ein BIP-Wachstum von 2,1 %, Goldman Sachs 2,5 % für das gesamte Jahr 2026. Fazit: Die Fed steckt zwischen Wachstumsdelle und zu hoher Inflation, was am langen Ende weiterhin für ein angespanntes Zinsumfeld, aber auch für zunehmende Volatilität an Aktien- und Anleihemärkten spricht. (OK)


Der Ifo-Index zeigt mehr Optimismus in Deutschlands Unternehmen.

Das Geschäftsklima stieg erstmals seit Oktober um 1,0 auf 88,6 Punkte und lag damit über den erwarteten 88,4 Punkten. Getragen wurde das Plus von Lage und Erwartungen, nur im Handel blieb die Stimmung schlecht. Die neue Zollunsicherheit aus den USA droht den Stimmungsaufschwung aber zu bremsen. In der Industrie hellte sich das Klima insgesamt auf, die Auftragslage und Produktionspläne verbesserten sich, aber die Branchen liefen auseinander. Auto, Chemie und Metall wurden zuversichtlicher, Maschinenbau und elektrische Ausrüstungen dagegen schwächer. Fazit: Die Stimmung dreht zwar nach oben, aber ohne deutlichere Breite und mit dem Zollrisiko bleibt das Momentum fragil. (OK)

BörsenParkett: Deutschland: INFINEON


Deutschland: INFINEON (ISIN: DE0006231004; 46,71 €) mausert sich mehr und mehr zum Aushängeschild im DAX.

Wir erweitern den Kontext aufbauend auf unserer Analyse aus AK 01/02/26 vom 7. Januar (bitte nachlesen). Bestätigend:

Das Segment Power & Sensor Systems erweist sich als das neue Kronjuwel. Während das klassische Geschäft saisonal schwächelt, explodiert die Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Von 1,5 Mrd. € im laufenden Jahr soll der KI-Umsatz bis 2027 auf mindestens 2,5 Mrd. € steigen. Analysten halten dies sogar für zu konservativ. Durch die Umwidmung ungenutzter Kapazitäten von Auto-Chips hin zu KI-Power-Produkten konnte Infineon die Bruttomarge trotz geringerer Gesamterlöse auf beeindruckende 43 % steigern. Die Äußerungen von CEO Hanebeck in einem Handelsblatt-Interview bieten die nächste Perspektive:

Chips für autonomes Fahren lassen sich mit minimalem Aufwand für humanoide Roboter adaptieren. Mit bis zu 2.200 Chips pro Roboter und einem Umsatzpotenzial von 500 $ pro Maschine ist das Skalierungspotenzial enorm. Die Übernahme des Sensor-Geschäfts von ams OSRAM (570 Mio. €) stärkt genau die Bereiche, die für Roboter essenziell sind. Es geht um Wahrnehmung und Geschicklichkeit. Ein humanoider Roboter benötigt allein etwa 200 Sensoren. Wie schon im Server-Markt kooperiert Infineon auch bei der Robotik eng mit Nvidia. Dazu kommt:

90 % des zyklischen Geschäfts haben den zyklischen Boden erreicht. Gleichzeitig sorgt der KI-Boom für Preisstabilität, da Kapazitäten marktweit knapp sind. Daraus resultiert für Infineon über die nächsten vier Jahre eine Gewinndynamik, die im Schnitt um 25 % p. a. anzunehmen ist. 

Fazit: Wir bleiben bullish. Das Top aus 2021 ist nun ebenfalls aus dem Markt genommen worden. Daraus resultiert auch ein neuer technischer, langjähriger Zyklus. (VS) 

PS: Bis zum 27. März will Infineon für 200 Mio. € eigene Aktien zurückkaufen.

Fundamentals Infineon

Börsenwert: 60,96 Mrd. € 
Umsatz 25/26e: 15,76 Mrd. €
FCF 25/26e: 1,93 Mrd. €
FCF 26/27e: 2,5 Mrd. €
Dividende 25/26e: 0,38 €

Gewinn je Aktie in €:
2024/25: 1,39
2025/26e: 1,65
2026/27e: 2,24
2027/28e: 2,81
2028/29e: 3,32

BörsenParkett: Schweden: BOLIDEN


Schweden: BOLIDEN (ISIN: SE0020050417; 710 SEK) aus Schweden ist trotz Hausse ein klares Investment.

Wir hatten den Titel zuletzt in unserer Recycling-Lupe vorgestellt. Die Q4-Zahlen bestätigen den Case: Umsatz + 9,1 %, operativer Gewinn + 41,5 % (bereinigt um Bestandsbewertungseffekte + 6,5 %). 2026 bietet neue Trigger:

Erstens: Zinkhütte Odda: Die Erweiterung (von 200 auf 350 Kilotonnen p. a. bzw. ktpa) befindet sich in der Inbetriebnahme. Der volle Betrieb soll Ende Q1 2026 erreicht werden und den Gewinn (EBIT) massiv steigern. Zweitens: Rönnskär-Wiederaufbau: Der Neubau der Elektrolyseanlage ist im Zeitplan für den Hochlauf im 2. Halbjahr 2026. Er soll das jährliche EBITDA um mehr als 1,5 Mrd. SEK erhöhen. Drittens: Aitik-Mine: Hier wird eine Erholung der Kupfergehalte im Erz erwartet (von 0,16 auf 0,18 %), was die Produktionsmengen steigert. 

Aus Bewertungssicht (s. Rand) ist alles im Lot. Die Rendite auf den freien Cashflow gemessen am Börsenwert steigt 2027 auf rd. 6,5 %. Auch die Gewinnbewertung ist wenig ambitioniert. Die starke Dynamik beim freien Cashflow macht die Bilanz ab 2028 vermutlich nettoschuldenfrei. Eine weitere wegweisende Erkenntnis:
Boliden ist der Vorzeigekandidat für den EU Critical Raw Materials Act (CRMA). Im Januar 2026 hat Boliden offiziell beantragt, das Kupfervorkommen Nautanen (in der Nähe der Aitik-Mine) als „Strategisches Projekt“ unter dem CRMA einzustufen. Wenn die EU-Kommission im Q2 2026 zustimmt, profitiert Boliden von massiv verkürzten Genehmigungsverfahren (max. 27 Monate statt oft 10 Jahren) und bevorzugtem Zugang zu Finanzierungen. Der CRMA schreibt vor, dass die EU bis 2030 mindestens 40 % ihrer Rohstoffe selbst verarbeiten und 25 % recyceln muss.

Fazit: Wir stehen bei dem Titel weiter auf Kauf. Die Konsensprognosen sind zu konservativ. (VS)

Fundamentals Boliden

Börsenwert: 199,12  Mrd. SEK
Umsatz 26e: 115,19 Mrd. SEK 
FCF 26e: 6,64 Mrd. SEK 
FCF 27e: 12,3 Mrd. SEK
Dividende 26e: 19,22 SEK

Gewinn je Aktie in SEK:
2025: 33,39
2026e: 50,27
2027e: 55,05
2028e: 61,4
2029e: 72,3

BörsenParkett: USA: EXELIXIS


USA: EXELIXIS (ISIN: US30161Q1040; 45,14 $) - Krebsmedizin mit Kurspotenzial:

Cabozantinib schlägt den Markt, Zanzalintinib steht in den Startlöchern. Das US-amerikanische Onkologieunternehmen entwickelt und vermarktet Krebsmedikamente, darunter das Flaggschiffprodukt Cabozantinib, einen Tyrosinkinase-Inhibitor, der unter dem Handelsnamen CABOMETYX gegen Nieren-, Leber- und Schilddrüsenkarzinome zugelassen ist. Der Gesamtumsatz lag in Q4/2025 bei 599 Mio. $, davon entfielen 546,6 Mio. $ auf das Cabozantinib-Franchise. Das ist kein Zufall.

Das Volumenwachstum von CABOMETYX beschleunigte sich in Q4 auf 15 %. Der Gesamtmarkt wuchs im selben Zeitraum um 7 %. Für das Gesamtjahr 2025 stiegen die Nettoprodukterlöse um 17 % auf 2,12 Mrd. $. Der Gesamtumsatz erreichte 2,32 Mrd. $, ein Plus von 7 % gegenüber 2024. Das Unternehmen wächst schneller als sein Umfeld. 

Das Management kauft massiv zurück. Im Geschäftsjahr 2025 erwarb Exelixis eigene Aktien im Wert von 954 Mio. $. Aus dem laufenden Programm stehen noch 590 Mio. $ bereit. Die liquiden Mittel lagen zum Jahresende bei 1,66 Mrd. $. Kein Fremdkapitalbedarf. Das Eigenkapitalmodell funktioniert.

Der eigentliche Katalysator heißt Zanzalintinib. Exelixis hat den Zulassungsantrag für Zanzalintinib in Kombination mit Atezolizumab zur Behandlung des Kolorektalen Karzinoms (Darmkrebs) bei der FDA eingereicht. Das PDUFA-Datum, also der Termin für die FDA-Entscheidung, ist der 3. Dezember 2026. Die abgeschlossene Phase-3-Studie zeigte ein um 20 % reduziertes Sterberisiko gegenüber dem bisherigen Standard. Reicht das ggü. der Konkurrenz? Jedenfalls: Das Management taxiert das Umsatzpotenzial von Zanzalintinib auf 5 Mrd. $ bis 2033. Für 2026 erwartet das Unternehmen 12 % Umsatzwachstum und einen Gewinn je Aktie (EPS) von 3,04 $ (+ 15 %). Die Aktie notiert auf einem KGV von 14 und soll gemäß Bloomberg-Konsens 2027 auf 10,9 und 2028 auf 9,2 sinken. Das wäre spottbillig. Der Sektormedian liegt bei 19,5.

Fazit: Exelixis ist profitabel, kauft massiv eigene Aktien zurück und hat mit der FDA-Entscheidung im Dezember 2026 einen klaren Termin vor sich. Wir warten aber noch auf den ASCO-GU-Kongress (Genitourinary Cancers Symposium) vom 26. bis 28. Februar. Warum? Es werden Daten zur Kombination von Welireg + Lenvatinib (Merck Co.) erwartet. Wenn diese Kombination sehr gute Ergebnisse liefert, schrumpft der Marktanteil für das Exelixis-Medikament Zanzalintinib im Bereich des Nierenzellkarzinoms. Das kann kurzfristig belasten. Wir halten Sie via Bernecker App /Newspilot auf dem Laufenden. (BM)

Fundamentals Exelixis

Börsenwert: 10,32 Mrd. $
Umsatz 26e: 4,303 Mrd. $
Dividende 26e:  1,20 $

Gewinn je Aktie in $:
2020: 0,28
2021: 4,87
2022: 5,56
2023: 6,15
2024: 7,80
2025e: 8,69
2026e: 10,11
2027e: 11,44
2028e: 14,30

BörsenParkett: RÜCKBLICK: AAR CORP.


RÜCKBLICK: AAR CORP.  (ISIN: US0003611052; 118,26 $) - alte Flotten, neue Gewinne.

AAR Corp. verdient Geld, solange Flugzeuge fliegen. Und die fliegen länger als je zuvor. Boeing und Airbus liefern seit Jahren zu wenig neue Maschinen. Fluggesellschaften schieben die Ausmusterung alter Maschinen hinaus, das Durchschnittsalter der globalen Verkehrsflotte überschreitet 14 Jahre. Je älter die Maschinen, desto mehr Wartung brauchen sie.

Wer AAR kennt, kennt die Geschichte. Wer bei unserer Empfehlung am 04.07.2024 bei 72,53 $ kaufte, liegt heute mit 63 % vorn. Die These war damals dieselbe wie heute. Die Zahlen geben ihr recht.

Nach der Übernahme von HAECO Americas kann AAR rund 1.000 Schmalrumpfflugzeuge pro Jahr warten. Das schafft die Größe für langfristige Verträge mit großen Fluggesellschaften. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 16 % auf 795 Mio. $, das EPS legte um 31 % auf 1,18 $ zu. Exklusive OEM-Vertriebsvereinbarungen schützen zusätzlich vor Preiswettbewerb. Der Bereich Teileversorgung wuchs organisch um 32 %, die Marge stieg auf 13,2 %. Das Management hob die Jahresprognose auf 11 % organisches Umsatzwachstum an. KGV 20 für das GJ 26/27 (30.05.) gehen bei einer Gewinndynamik um 17 % vollkommen in Ordnung.

Fazit: Wer auf eine schnelle Normalisierung des Flugzeugmarktes wartet, wartet zu lang. Nachkaufen bis 107 $. (BM)

Der Zins- und ETF-Fuchs

Südkorea ist eine technologiegetriebene Volkswirtschaft, wie es sie kaum ein zweites Mal auf der Welt gibt.

Der Leitindex hängt stark an Halbleitern und Tech-Exporteuren und genau diese Unternehmen liefern die zentralen Bausteine für die KI-Infrastruktur. Wer gezielt auf den mehrjährigen Investitionszyklus bei Speicherchips und Hochleistungshalbleitern setzen will, kann dafür den von HSBC aufgelegten "MSCI Korea Capped UCITS-ETF USD" nutzen. Der ETF bildet den MSCI Korea 20/35 Index ab, bei dem die größte Position auf 35 % gedeckelt ist und alle übrigen maximal 20 % erreichen. Das dämpft das Klumpenrisiko, ohne die Korea-Story zu verwässern.

Die größten Positionen sind: Samsung Electronics (34,01 %), SK Hynix (19,72 %), Hyundai Motor (3,73 %), KB Financial (2,36) %, SK Square (2,06 %), Doosan Enerbility (1,73 %), Shinhan Financial (1,72 %), Kia (1,57 %), Hanwha Aerospace 1,73 %,  Celltrion (1,44 %) und NAVER (1,40 %). Die laufenden Kosten liegen bei 0,50 % p. a. (OK)

MSCI Korea Capped UCITS-ETF USD

ISIN: IE00B3Z0X395
Kurs: 104,88 €
Ertragsverwdg.: ausschüttend
Volumen: 581 Mio. $
Replikationsart: physisch
Kosten p. a. (TER): 0,50 %

Parkett-Geflüster


Zunehmende Übernahmefantasie bei PAYPAL (ISIN: US70450Y1038; 47,02 $)

Der Kurs hat sich seit Oktober halbiert, was die ohnehin schwelenden Übernahmespekulationen zusätzlich befeuert hat. Bloomberg berichtet von mehreren Interessenten, mindestens ein Rivale prüft wohl eine Komplettübernahme, andere wollen nur einzelne Vermögenswerte. Das trieb den Kurs am Montag zeitweise um fast 10 % nach oben. Hauptgründe für den vorangegangenen Abwärtstrend sind verlorene Marktanteile an Apple Pay und Google Pay sowie ein Modernisierungsrückstand, dazu kam Anfang Februar ein abrupter Chefwechsel, nachdem die Aktie um 20 % gefallen war. Analysten halten PayPal trotz operativer Probleme für deutlich unterbewertet, weil der Konzern global relevant bleibt und Vermögenswerte wie Venmo, „Buy Now, Pay Later“ und das Unbranded Processing separat höher bewertet werden dürften. PayPal wird am Markt derzeit mit einem KGV per 2026 von gerade mal 8 bewertet. Eine Marktkapitalisierung von gut 40 Mrd. $ dürfte aber auch für finanziell starke Wettbewerber nicht im Vorbeigehen zu stemmen sein. Dennoch ist die Aktie für risikofähige Anleger interessant. (OK)

Unter der Lupe

Fintech-Aktien profitieren vom Umbau der Finanzwelt.

Digitale Zahlungsnetze, Neobanken und Neobroker senken Kosten und beschleunigen Transaktionen. Das Wachstumspotenzial bleibt hoch, weil der Marktanteil klassischer Banken in Alltagsthemen wie Bezahlen, Überweisen und Investieren weiter sinkt. Gleichzeitig ist die Euphorie weg. Anleger verlangen heute sichtbare Profitabilität und skalierbare Plattformen. Genau deshalb stehen Unternehmen wie Adyen oder Wise wieder stärker im Fokus, während reine Wachstumsversprechen an der Börse härter abgestraft werden. Wer sind die aussichtsreichsten Vertreter?


MERCADOLIBRE (ISIN: US58733R1023; 1.922,56 $) ist der E-Commerce- und Fintech-Champion in Lateinamerika.

Der Konzern verbindet Marktplatz, Logistik, Werbung und Zahlungsverkehr über Mercado Pago. In den letzten fünf Jahren drehte die Story von Wachstum um jeden Preis hin zu Wachstum mit Marge, getragen von Skaleneffekten und stärkerer Monetarisierung. Im Schlussquartal 2025 ist der Umsatz um 45 % auf 8,76 Mrd. $ gestiegen und übertraf damit den Konsens um 0,29 Mrd. $. Das operative Ergebnis legte um 8 % zu. Das KGV 2026e von 29,9 liegt etwas über dem Durchschnitt der Wettbewerber. Risiko bleibt die hohe Investitionsintensität im Wettbewerb, vor allem in Brasilien, plus Währungs- und Regulierungsthemen. Die Chance ist die Kombination aus Commerce, Payments und Krediten in einer Region mit strukturellem Nachholbedarf, die bei starken Quartalen sofort in den Kurs übersetzt.


ROBINHOOD (ISIN: US7707001027; 73,39 $) ist ein Neobroker aus den USA mit App-Fokus auf Trading, Zinsen und Abo-Modelle.

Das Geschäft war in den letzten fünf Jahren extrem zyklisch, erst Boom 2021, dann Einbruch 2022, danach der Umbau zur breiteren Finanzplattform. Das spiegelt sich auch in der Ergebnisreihe, weil Robinhood bis 2023 Verluste schrieb und erst 2024 klar in die Gewinnzone kam. Im 4. Quartal 2025 meldete Robinhood 1,28 Mrd. $ Umsatz und 0,66 $ verwässertes Ergebnis je Aktie. Bewertungsseitig liegt das KGV 2026e bei 29,6 und ist ebenfalls leicht überdurchschnittlich. Das Risiko ist die Abhängigkeit von Handelsaktivität und Krypto-Zyklen. Die Chance liegt im Operating Leverage, wenn Nettoeinlagen und Abo-Produkte weiter wachsen und neue Erlösquellen wie Derivate (z. B. Event Contracts) und deren Handelsplätze ("Prediction Markets") skaliert werden können.


NU HOLDINGS (ISIN: KYG6683N1034; 16,53 $) ist die führende Neobank in Brasilien mit wachsendem Fußabdruck in Lateinamerika.

Das Unternehmen wuchs in den letzten fünf Jahren vom Angreifer zum Massenanbieter, der Kundenbasis, Aktivitätsrate und Produktbreite parallel ausbaut. In Q3 2025 stieg die Kundenzahl auf 127 Mio., der Umsatz lag bei über 4,0 Mrd. $, und der Nettogewinn erreichte 783 Mio. $. Das ist der klare Beweis, dass schnelles Wachstum und Profitabilität zusammengehen. Beim KGV ist Nu in dieser Gruppe am günstigsten, mit 20,8 für 2026e. Risiken bleiben Kreditqualität, Regulierung und Währung, weil die Ertragskraft stark am lokalen Umfeld hängt. Die Chance ist die weiter niedrige Bankdurchdringung in vielen Zielmärkten, kombiniert mit sinkenden Stückkosten pro Kunde, was den Kurs bei stabilen Margen trägt.


ADYEN (ISIN: NL0012969182; 942,50 €) ist ein globaler Zahlungsabwickler für große Händler mit einer einheitlichen Plattform für Online, Mobile und POS.

Die letzten fünf Jahre waren ein Lehrstück in Bewertung und Ausführung, erst Hyperwachstum, dann 2023 eine Wachstumsdelle, jetzt wieder Stabilisierung. In H2 2025 stieg der Nettoerlös um 17 % beziehungsweise 21 % auf Konstantwährungsbasis, die EBITDA-Marge lag bei 55 %. Das spricht für hohe Skalierbarkeit, selbst bei bewusst hohen Investitionen. Beim KGV 2026e liegt Adyen mit 24,5 im Durchschnitt. Risiko bleibt der Preisdruck im Bereich Enterprise Deals und die Erwartungshaltung des Marktes an konstant hohe Wachstumsraten. Die Chance liegt in der Plattformtiefe, weil Adyen über reine Zahlungsakzeptanz hinaus Mehrwert liefert, etwa über die Ausstellung von Zahlungskarten und Omni-Channeling (Mehrkanal-Daten: Zahlungen aus Online-Shop, App und stationärem Geschäft laufen in einem System zusammen und lassen sich zu einem einheitlichen Kunden- und Kaufprofil verknüpfen), was die Bindung erhöht.

Zuletzt ist der Adyen-Kurs nach den Q4-Zahlen unter Druck geraten. Der wechselkursbereinigte Nettoerlös und das abgewickelte Transaktionsvolumen verfehlten den Konsens jeweils um rund 2 %. Analysten haben daraufhin ihre Kursziele z. T. deutlich reduziert. Jefferies von 1.850 € auf 1.240 € und JPMorgan von 2.450 € auf 1.350 €. 


WISE (ISIN: GB00BL9YR756; 841,50 GBp) ist ein Spezialist für grenzüberschreitende Zahlungen und Multi-Währungskonten mit starkem Plattformgeschäft für Banken.

Das Unternehmen hat sich in den letzten fünf Jahren als seltene Fintech-Story mit dauerhafter Profitabilität etabliert und die Infrastruktur konsequent ausgebaut. Im Q3-FY26 Trading-Update meldete Wise, dass 74 % der Zahlungen sofort abgewickelt wurden und hob die Bedeutung direkter Anbindungen an nationale Zahlungssysteme hervor. Gleichzeitig zeigt der Preisdruck die Kehrseite, weil die durchschnittliche Erlösquote pro Transaktion ("Take Rate") im Markt sehr genau beobachtet wird und zuletzt bei 0,52 % lag. Beim KGV 2026e liegt Wise mit 21,5 im unteren Branchenbereich. Ein Risiko sind alternative Zahlungswege wie Stablecoins, die Transfers günstig und rund um die Uhr ermöglichen, auch wenn die Umwandlung in Fiatgeld weiter Kosten verursacht. Die Chance ist die Plattformstrategie, weil jede neue Bankintegration Volumen bringt, ohne dass Wise proportional mehr für Marketing ausgeben muss.

Fazit: Nu, Wise und Adyen liefern aus Bewertungssicht das sauberste Chance-Risiko-Profil, MercadoLibre bleibt ein Wachstumshebel mit mehr Länder- und Währungsrisiko, und Robinhood ist die spekulativste Wette in dieser Gruppe. (OK)

Finanz-Spezialitäten


Neue Stop-Loss-Marken nach starkem Wochenanstieg.

Das Portfolio ist zur Vorwoche um 2,7 % gestiegen und hat das Plus seit Jahresbeginn damit auf 4,0 % ausgeweitet. Sechs der acht Depotwerte trugen zu dem Wochenplus bei, vor allem der Zinn-ETF (+ 16,6 %) und das Bonus-Pro-Zertifikat auf Nestlé (+ 8,2 %). Leichte Rücksetzer gab es nur bei dem Long-Trade auf Mercedes-Benz (- 2,4 %) und dem Top-Zertifikat auf BASF (- 1,2 %). Die insgesamt sehr freundliche Entwicklung nutzen wir zur Anpassung unserer Absicherungsniveaus. Bei dem Long-Trade auf L'Oréal ziehen wir das Stop-Loss von 6,00 auf 8,90 € nach. Bei dem Mini-Long auf Mercedes-Benz heben wir das Stop-Loss von 1,30 auf 1,45 € an. Bei dem Mini-Long auf Beiersdorf erhöhen wir die Stop-Marke von 1,45 auf 2,75 €. Für den Turbo-Call auf Vinci ziehen wir das Stop-Loss von 2,50 € knapp über Einstand auf 3,95 €. Der Turbo-Call auf Cewe wurde vergangene Woche zu 2,21 € verkauft und bescherte uns einen Gewinn von 38,1 %. Wie erwartet, kam es nach den Quartalszahlen zu leichten Abschlägen.

Depot:


IPO-Kandidat der Woche

Deutsch-finnisches Quantencomputer-Start-up IQM plant Börsengang in den USA

Der Börsengang soll per SPAC-Merger erfolgen. Ab Juni sollen die Aktien an der Nasdaq oder an der NYSE gehandelt werden, eine Zweitnotiz in Helsinki wird geprüft. Der Deal bewertet IQM mit rund 1,8 Mrd. $, nach etwa 1,0 Mrd. $ bei der letzten Finanzierungsrunde im September. Nach der Transaktion soll der Cash-Bestand bei über 450 Mio. $ liegen. IQM wurde 2018 aus Aalto University und VTT gegründet, sitzt in Espoo und beschäftigt gut 300 Mitarbeiter. IQM verkaufte bislang 21 Systeme an 13 Kunden. 2025 erzielte IQM ca. 35 Mio. $ Umsatz und mehr als 100 Mio. $ Auftragsvolumen. Aktuelle Referenzen sind Euro-Q-Exa mit 54 Qubits am Leibniz-Rechenzentrum und VLQ mit 24 Qubits in Tschechien. Technologisch setzt IQM auf supraleitende Schaltkreise mit extremem Kühlbedarf, während Wettbewerber auch photonische oder atomare Ansätze verfolgen. Der Börsengang dürfte ein Erfolg werden, allerdings bei hohen Risiken. (OK)

SpotLight


ASML (ISIN: NL0010273215; 1.280 €) festigt seine Position als technologischer Nischenmonopolist.

Die Zahlen für 2025 waren wieder über jeden Zweifel erhaben. Wichtiger als der Blick zurück ist aber, dass ASML auch in Zukunft seine Technologieführerschaft verteidigen kann. Nach Unternehmensangaben haben ASML-Forscher nun einen Weg gefunden, die Leistung der Lichtquelle in EUV-Lithografiemaschinen auf 1.000 Watt zu erhöhen. Das soll bis 2030 eine um bis zu 50 % höhere Chip-Produktion ermöglichen. Damit wären rund 330 Silizium-Wafer pro Stunde erreichbar statt bisher etwa 220. ASML will so seinen technologischen Vorsprung gegenüber aufkommenden Wettbewerbern aus den USA und China absichern. Die Aktie bleibt über die kommenden Jahre ein Pflichtinvestment in jedem technologieorientierten Depot und ist auch als Sparplanwert hervorragend geeignet. (OK)


ELMOS (ISIN: DE0005677108; 139,60 €) erhöht 2026 das Wachstumstempo.

Der Umsatz soll um 11 % +/- 3 Prozentpunkte steigen. Die EBIT-Marge soll 24 % +/- 2 Prozentpunkte erreichen. 2025 legte der Umsatz nur um 0,3 % auf 582,6 Mio. € zu. Ein starker Euro und verhaltene Kundenabrufe bremsten vor allem im ersten Halbjahr. Im weiteren Jahresverlauf erholten sich aber die Bestellmengen. Das EBIT sank bereinigt um 12,8 % auf gut 127 Mio. €. Die Marge fiel von 25,1 auf 21,8 %. Die Vorjahreswerte wurden um den Verkauf einer Waferfabrik sowie Aufwendungen für Kostensenkungsprogramme bereinigt.  Elmos bekräftigte beim Kapitalmarkttag die Ziele für 2030 und zeigte sich beim freien Mittelfluss zuversichtlicher. Zudem startet am 24. Februar 2026 ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10,0 Mio. € bis zum 31. März 2026. Fazit: Der Mix aus höherem Wachstum und Kapitalrückführung stützt den Kurs, aber Elmos bleibt von der schwächelnden Autoindustrie abhängig. Mit KGV 21 lediglich eine Halteposition. (OK)


BAYER (ISIN: DE000BAY0017; 42,03 $) setzt auf eine juristische Zangenstrategie aus Vergleich und Grundsatzurteil.

Ein 7,25 Mrd. $ schwerer Sammelvergleich soll Rechtsfrieden für 21 Jahre sichern. Zusätzlich könnte der US Supreme Court im Juni 80 % aller Klagen die Basis entziehen. Die massiven Rückstellungen auf 11,8 Mrd. € belasten zwar kurzfristig den Cashflow, doch die jährlichen Kosten von ca. 320 Mio. €  über 21 Jahre sind bei künftigen Cashflows Richtung 4 Mrd. € tragbar. Wichtige F&E-Investitionen bleiben gesichert, was die langfristige Substanz schützt. Das wegweisende Urteil des Supreme Courts Ende Juni ist entscheidend. Wir rechnen mit rd. 70%iger Wahrscheinlichkeit mit einem positiven Urteil. Bitte investiert bleiben. (VS)


REPSOL (ISIN: ES0173516115; 18,71 €) mit neuer Fantasie:

Die US-Behörden geben grünes Licht für Repsol in Venezuela. CEO Imaz plant, die dortige Produktion von aktuell rund 71.300 Barrel pro Tag innerhalb von drei Jahren zu verdreifachen. Da die globale Gesamtförderung von Repsol bei etwa 550.000 Barrel liegt, hat das Gewicht. So könnte sich die Gesamtproduktion um rd. 38 % nach oben schrauben lassen. Bemerkenswert dabei: Für das geförderte Öl müssen keine Steuern oder Abgaben abgeführt werden, da der Konzern noch auf alten Forderungen über 4,55 Mrd. € gegen Venezuela sitzt.  Stattdessen behält Repsol den Gegenwert dieser Abgaben direkt ein und reduziert im Gegenzug die offenen Forderungen in der eigenen Bilanz. Das sorgt für deutliche Sprünge im freien Cashflow. Der Titel sollte bei rd. 6 % Dividendenrendite und einstelligen KGVs seine Rally deutlich fortsetzen. (VS)

Tops & Flops


FRESENIUS MEDICAL CARE (38,27 €) trotz Ergebnissprungs und Dividendenanhebung schwächer.

Das lag vor allem an dem verhaltenen Ausblick für 2026. Die Markteinführungskosten eines neuen Dialysegeräts dürften die Dynamik im laufenden Jahr bremsen. Auffangboden: 33 bis 36 €. Vorerst Zurückhaltung üben! (OK)


ENEL (9,91 €) liegt bei uns im Passiven Einkommen Portfolio (Update nächste Woche).

Vorab: Die neuen Finanzziele liegen deutlich über dem Marktkonsens. Der Gewinn je Aktie soll bis 2028 auf 0,80 € bis 0,82 € steigen (von 0,69 € im Vorjahr). Enel stellt zugleich eine jährliche Steigerung der Dividende um ca. 6 % in Aussicht. Weiter aussichtsreich. (VS)


SIEMENS ENERGY (170,35 €) nach Rekordzahlen weiter fest.

Q1 des Geschäftsjahres 2025/26 brachte einen operativen Gewinn und eine bereinigte Marge über den eigenen Erwartungen und denen des Markts. Gasturbinen mit Auftragsrekordwert. Analysten haben ihre Kursziele angehoben. Gewinne weiter laufen lassen, aber nicht mehr einsteigen! (OK)

Kontroll-Listen


Anleihen


Aussichtsreiche Weltmarktführer

Portfolios

Spekulatives Portfolio


Kommentar:

Das Portfolio erreichte im Wochenverlauf ein neues Allzeithoch trotz weiterer Rücksetzer bei Technotrans (Nachwirkungen Q4-Zahlen) und Forvia. Während die Forvia-Tochter Hella im Ausblick enttäuschte, versöhnt der Ausblick der Mutter nebst höherer Margen und Cashflows als erwartet. Gleichwohl hat der Titel Ladehemmungen. Der Aufwärtstrend ist aber noch intakt. SK Hynix peilt 100 Mrd. $ Nettogewinn 2026 an. Daraus resultierte der nächste Schub. Die Ereignisse im KI-Sektor erfordern eine Strategieänderung bei Nemetschek. Stop-Loss 62,70 €. Neu aufgenommen am Freitag via Newspilot/App wurde Technip Energies. Die Hintergründe hatten wir schon in AK 08/26 (Seite 2) dargelegt. (VS) 

FORVIA


Allround-Portfolio


Kommentar:

Das Portfolio hat leicht hinzugewonnen. Dt. Telekom setzt ihren Aufwärtstrend fort. Neben dem Aktienrückkaufprogramm treiben auch starke Zahlen von T-Mobile-US den Kurs. Darüber hinaus stehen derzeit defensive, cashflowstarke Aktien hoch in der Gunst der Anleger. Nach monatelangem Seitwärtstrend nimmt auch bei CME Group die Aufwärtsdynamik immer mehr zu, was zu einem Break und einem neuen Allzeithoch geführt hat. Treiber sind hier steigende Handelsvolumina, vor allem hohe Aktivitäten in Terminkontrakten und Optionen, und angehobene Dividenden. (OK)

Erfolg ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft. (Zig Ziglar)

CME GROUP


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