Sie lesen die Ausgabe: Bernecker Daily vom 22.03.2022

081/22 Bernecker Daily

Bernecker Briefkopf
Actienboerse Briefkopf

Stillstand!

Guten Morgen, meine Damen und Herren,

ohne neue Informationen aus dem Osten fehlen Anstöße dafür, wie die weitere Erholung verlaufen wird. Klar ist inzwischen: Die Renditen steigen. Im T-Bond wurde gestern mit 2,30 % unser Zinsziel für Ende dieses Quartals erreicht. Eurobonds fielen erstmals im Kurs 160 % und marschieren damit in der Rendite Richtung 1 %. Bemerkenswert: Die Renten-Rendite 10-jähriger öffentlicher Anleihen schaffte laut FAZ 1,05 % und nur die Rendite für 10 Jahre via EZB stieg lediglich auf 0,43 %. Es wird also manipuliert. Der VDAX fiel gestern auf 29,18 und signalisiert Entspannung.

Bei 3,5 Mrd. € Umsatz im DAX herrschte gestern Stillstand. Lediglich im Nasdaq finden umfangreiche Positionskorrekturen statt, was zum Ende des Quartals der Normalfall ist.

TESLA startet heute seine Produktion in Brandenburg. Das ergab gestern Vorschusslorbeeren für TESLA mit Kursen über 900 $. Ein anderer deutscher Konzern profitiert von Putin. New Yorker Analysten berechnen die Einschätzung/Bewertung von Monsanto neu oder so, wie schon vor zwei Jahren: Neue Samen (sprich: mit Gencharakter) sind die aktuelle Story am Ernährungsmarkt, wenn die Ukraine für längere Zeit als Weizenproduzent ausfällt und im Grundsatz eine Lücke in der Welternährung entsteht. Diese Prognose kam in der letzten Woche von der WHO. Alles Weitere lesen Sie in der nächsten AB.


SALZGITTER

SALZGITTER kommt auf die Watchlist für den nächsten Schwächeanfall. Gestern + 8 %. Die vorab berichteten Resultate für 2021 sind gestern in etwa bestätigt worden. Die Dividende des Stahlkonzerns ist die höchste seit 2008. Auf die Perspektive kommt es jedoch an. Der Ausblick auf 2022 sieht weitere Zuwächse bei Umsatz (11 Mrd. €) und Gewinn (vor Steuern 600 bis 750 Mio. €) vor. Die hohen Kosten für Energie sind darin bereits berücksichtigt. Börsenwert SALZGITTER aber nur 2,1 Mrd. € und die 30 % an AURUBIS sind allein schon 1,5 Mrd. € wert. KGV-Taxe für 2022 rd. 4 bis 5 und ca. 8 für 2023. Die Zielsetzung lautet, ab dem Jahr 2025 eine regelmäßige EBITDA-Marge zwischen 8 und 10 % zu erreichen, also Ergebnisse von Ausnahmejahren wie dem letzten zu verstetigen. Dazu kommt: SALZGITTER ist auf dem Weg dahin, der Vorreiter der CO2-armen Stahlerzeugung in Europa zu werden. Diese Perspektive rechtfertig grundsätzlich Zielwerte bis zu 55 € und mehr.

HORNBACH HOLDING

HORNBACH HOLDING profitiert von ungebrochener Nachfrage nach Heimwerkerprodukten. Nach vorläufigen Zahlen ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 7,7 % auf knapp 5,9 Mrd. € gestiegen. Damit wurde die konzerneigene Prognose von „bis zu 7 %“ übertroffen. Das EBIT-Plus von 11 % auf 364 Mio. € lag dagegen im Rahmen der Erwartungen. Detaillierte und endgültige Zahlen sind für den 17. Mai vorgesehen. Dennoch reichten bereits die vorläufigen Zahlen gestern an der Börse für ein Plus von über 3 %. Mit einem KGV von gerade mal 10 ist die Aktie weiterhin attraktiv. Wer einsteigt, sollte aber etwas Liquidität zurückhalten, um im Falle eines Falles 10 bis 15 % unter dem aktuellen Kursniveau nachkaufen zu können.

VW

VW mit Investitionsprogramm in den USA. Die Wolfsburger wollen in fünf Jahren 7,1 Mrd. $ in den USA investieren, in F&E für die Batteriezellproduktion und in Fertigungskapazitäten. 55 % des US-Absatzes sollen bis 2030 vollelektrisch sein und bis dahin sind mehr als 25 batteriebetriebene Fahrzeuge geplant. Der Verkauf von Verbrennern soll in den USA zu Beginn des nächsten Jahrzehnts eingestellt werden. Volle Fokussierung auf E-Mobility, Porsche-IPO, einstelliges KGV, solide Cashflows - das sind klare Kaufargumente. Technisch ist die Aktie noch nicht sauber bzw. es ist unklar, ob der Rücksetzer Richtung 130 € schon alles war. Investments also bitte stückeln.


SIXT

SIXT kooperiert mit Free Now. In einer bis zu zwölf Monate langen Pilotphase lassen sich in Berlin, Hamburg und München SIXT-Autos nun auch über die App von Free Now buchen. Bisher hatte die Plattform lediglich Taxifahrten angeboten, aber mittlerweile lassen sich darüber auch E-Scooter, Mopeds und Carsharing-Angebote buchen. Für SIXT stellt das Ganze eine clevere und simple Verbreiterung des Vertriebsangebots dar. Das ist zwar kein sensationeller „Gamechanger“, sorgt aber zumindest für leichten Rückenwind. Die SIXT-Aktie reagierte gestern zwar zunächst mit Kursgewinnen, am Nachmittag fiel der Kurs dann aber in den leicht roten Bereich zurück. Die unsichere Verfassung des Marktes hält noch einige Risiken bereit. Planen Sie deshalb vorsichtshalber den Einstieg nur per Abstauberlimit unterhalb der 120-€-Marke!

NIO

Die DT. BANK sieht NIO 2022 vor dem Comeback. 67 $ im Top jetzt knapp 21 $ und damit komplett entzaubert. Die Analysten sehen eine aufstrebende Premiummarke, die mit einer führenden Serviceinfrastruktur unterlegt wird und mit der kein inländischer Automobilhersteller mithalten kann. Während die Volumina in den letzten Quartalen aufgrund operativer Engpässe stagnierten, ist die DT. BANK der Ansicht, dass die Auslieferungen von NIO bis zum Jahresende von 10.000 pro Monat auf 25.000 pro Monat ansteigen werden. Es wird ein Ziel von 50 $ angegeben. 30 $ sind unserer Meinung nach realistischer.


NIKE

NIKE legte nachbörslich zu. Und zwar um 5,4 % auf 137,20 $. Der US-Sportartikelkonzern lag in seinem dritten Fiskalquartal (bis Ende Februar) mit 1,4 Mrd. $ Gewinn rund 4 % tiefer als vor einem Jahr. Analysten hatten mit 0,72 $ je Aktie gerechnet, NIKE war 15 Cent besser. Ein Umsatz von 10,9 Mrd. $ (+ 5 %) lag rund 300 Mio. $ über der Erwartung. Besonders stark lief das Geschäft im Heimatmarkt Nordamerika (+ 9 %) und der Region EMEA (+ 7 %), wo der Trend zu lässigerer Bekleidung besteht. In „Greater China“ hingegen schrumpften die Erlöse um 5 %. Bekleidung (+ 9 %) lief stärker als Schuhe (+ 2 %). Die eigenen Vertriebskanäle bauten ihre Erlöse um 15 % aus. Die NIKE-Aktie hatte seit Anfang November von 179 auf 117 $ bzw. um 35 % korrigiert, damit blieb sie stabiler als die Anteilsscheine der Konkurrenten. Der Ausbruch aus dem mehrmonatigen Abwärtstrend ist ein Kaufsignal.


BERKSHIRE HATHAWAY

Buffett-Holding bietet für Versicherungskonzern ALLEGHANY. BERKSHIRE HATHAWAY nutzt den hohen Cashbestand von fast 150 Mrd. $ für ein neues Milliardeninvestment. Für 11,6 Mrd. $ will man den US-Versicherer ALLEGHANY kaufen. Das Angebot über 848,02 $ je ALLEGHANY-Aktie liegt knapp 25 % über dem letzten Schlusskurs. ALLEGHANY ist vor allem im Erst- und Rückversicherungsgeschäft aktiv. Der Deal dürfte im vierten Quartal final über die Bühne gehen und rückt auch die deutschen Vertreter in den Blickpunkt: ALLIANZ und MUNICH RE sind gute 10 % günstiger als der US-Wettbewerber zum Übernahmepreis, bieten darüber hinaus aber noch zusätzlich gut 5 % Dividendenrendite.

Mit freundlichen Grüßen
Hans A. Bernecker

Redaktionsteam:
Helmut Gellermann
Markus Horntrich
Oliver Kantimm
Volker Schulz

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